
Spionage-Alarm: Iran jagt deutsche Hightech für seine Raketen!

Das Bundesamt für Verfassungsschutz schlägt Alarm: Iran versucht nach Einschätzung der Behörde immer stärker, in Deutschland Technologie für sein Raketenprogramm zu beschaffen. So steht es in einem neuen Lagebild zur Cyber- und Spionageabwehr. Gleichzeitig warnen die Verfassungsschützer vor russischer Sabotage, bei der Moskau immer weniger Rücksicht nehme.
Nachschub für leere Arsenale
Dem Lagebild zufolge beobachtet das Bundesamt bei der iranischen Trägertechnologie und beim Raketenprogramm „anhaltend hohe Beschaffungsaktivitäten“ mit „steigender Tendenz“. Den Hintergrund bildet der Irankrieg, der seit Februar 2026 andauert.
Die Behörde rechnet damit, dass Teheran große Anstrengungen unternehmen werde, seine Bestände wieder aufzufüllen und auf längere Sicht deutlich auszubauen. Auch zerstörte Produktionsstätten sollen nach dieser Einschätzung wieder instand gesetzt werden. Der Krieg hat Irans Waffenlager geleert, und gefüllt werden sollen sie offenbar mit Hilfe westlicher Technik.
Warum ausgerechnet Deutschland?
Die Antwort schmeichelt und beunruhigt zugleich. Iran sei weiterhin auf westliche Technologie angewiesen, heißt es in der Analyse. Deutschland als weltweit führender Hersteller relevanter Produkte stehe deshalb besonders im Fokus. Das Gütesiegel „Made in Germany“ ist also auch bei Teherans Waffenbauern gefragt.
Es geht dabei vor allem um sogenannte Dual-Use-Güter, also Waren mit doppeltem Verwendungszweck. Dazu gehören Bauteile, Software und Fertigungstechnik, die in zivilen Fabriken arbeiten, aber genauso in Raketen, Drohnen oder militärischen Produktionsanlagen eingesetzt werden können. Eine Präzisionsmaschine prüft nicht, wofür ihre Werkstücke später verwendet werden.
Sanktionen machen die Netzwerke vorsichtiger
Seit September 2025 gelten die Sanktionen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union gegen Iran wieder. Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten zuvor den sogenannten Snapback-Mechanismus aus dem Atomabkommen von 2015 ausgelöst. Seitdem kommt Iran schwerer an die begehrten Güter heran.
Das hat allerdings eine Kehrseite. Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes führen die Sanktionen zu „verschleiernden und konspirativen Verhaltensweisen iranischer Akteure“. Die Beschaffer verschwinden also nicht, sie arbeiten nur verdeckter.
Neue Prüfpflichten für den Mittelstand
Für deutsche Hersteller heißt das: Exportkontrolle betrifft längst nicht mehr nur Panzer und Munition. Auch scheinbar harmlose Lieferungen können sicherheitsrelevant sein, ebenso Zwischenhändler, ungewöhnliche Zahlungswege oder fragwürdige Endverbleibserklärungen. Strengere Prüfungen sollen verhindern, dass deutsche Technik über Umwege in iranischen Militärprogrammen landet.
Den Mittelstand trifft das besonders hart. Er kämpft ohnehin mit Bürokratie, hohen Energiepreisen und Zöllen aus Washington. Nun kommen weitere Prüfpflichten und ein wachsendes Haftungsrisiko hinzu. Die Abwehr ausländischer Spione ist eigentlich Aufgabe des Staates, doch ein großer Teil der Last landet in den Exportabteilungen der Betriebe.
Russland: Die Hemmschwelle sinkt
Auch mit Blick auf Moskau sind die Verfassungsschützer besorgt. Sie sehen eine „weiter sinkende Hemmschwelle für Sabotageakte mit Kollateralschäden“. Wie ernst die Lage ist, zeigte schon der Juli 2024: Damals ging am Flughafen Leipzig/Halle ein präpariertes Paket in Flammen auf. Laut Verfassungsschutz Baden-Württemberg hätte es im Flug einen Absturz auslösen können.
Besonders gefährdet sind kritische Infrastruktur, Rüstungsunternehmen, Logistik und Forschungseinrichtungen. Bei der öffentlichen Anhörung der Geheimdienstchefs Anfang Oktober wurde zudem deutlich, dass die Bundesregierung über zusätzliche operative Befugnisse für die Sicherheitsbehörden berät.
Was bedeutet das für die Bürger?
Die meisten Menschen bekommen die Bedrohung eher indirekt zu spüren: durch strengere Kontrollen, höhere Sicherheitsauflagen und mögliche Störungen an besonders geschützten Einrichtungen. Aus Sicht unserer Redaktion ist die Lage dennoch ein Weckruf. Deutschland hat sich viele Jahre auf Handel und Diplomatie verlassen. Inzwischen versuchen Teheran und Moskau offenbar gezielt, diese Offenheit auszunutzen. Ob die Regierung Merz schnell genug gegensteuert, ist offen. Fest steht, dass die Gefahr wächst.
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