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Schuldenberg wie nach dem Krieg: Österreich steuert auf 439 Milliarden zu!

Schuldenberg wie nach dem Krieg: Österreich steuert auf 439 Milliarden zu!
Symbolbild: KI-generiert

Österreichs Staatsschulden sind bis Ende Juni 2026 auf 438,9 Milliarden Euro gestiegen. Das zeigen vorläufige Zahlen der Statistik Austria. In nur sechs Monaten kamen 20,5 Milliarden Euro dazu, allein für Zinsen gingen 4,3 Milliarden Euro an die Gläubiger. Der Fiskalrat warnt, das Sparen der Regierung reiche bei Weitem nicht.

Kleineres Loch, größerer Berg

Auf den ersten Blick gibt es sogar eine gute Nachricht. Das Defizit sank im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 13,7 auf 11,1 Milliarden Euro. Ein Grund zum Feiern ist das aber nicht, denn der Staat gibt weiterhin deutlich mehr aus, als er einnimmt.

Die Schuldenquote stieg dadurch von 80,7 auf 83,6 Prozent der Wirtschaftsleistung. Laut den Daten trug auch ein größeres Liquiditätspolster des Bundes zum Anstieg bei. Gemeint ist Geld, das vorsorglich aufgenommen wurde. Für Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) bleibt die Lage damit ungemütlich.

Die Zinsen fressen das Budget auf

Am schwersten wiegt die Zinsrechnung. Im ersten Halbjahr 2023 zahlte Österreich noch 2,5 Milliarden Euro für seine Schulden. Drei Jahre später sind es 4,3 Milliarden. Das ist ein Plus von rund 72 Prozent.

Dieses Geld fehlt für Schulen, Spitäler und Steuerentlastungen. Und der Schuldenberg wird dadurch keinen Euro kleiner. Er wird nur teurer gehalten.

Fiskalrat: Das nächste Sparpaket droht

Der Fiskalrat sieht die Alpenrepublik weiter auf Rekordkurs. In seiner Juni-Prognose erwartet er bis 2030 eine Schuldenquote von 87,8 Prozent. Das wäre ein historischer Höchststand. Will Österreich das EU-Defizitverfahren 2028 verlassen, braucht es nach Einschätzung der Experten zusätzliche Budgetverbesserungen von 5,7 Milliarden Euro.

Der Druck kommt dabei von vielen Seiten zugleich:

  • steigende Kosten für Pensionen, Gesundheit und Pflege
  • höhere Zinsen auf neue und auslaufende Schulden
  • Investitionen in Verteidigung und Bahn
  • schwaches Wachstum, das die Einnahmen bremst

Die Industriestaaten nähern sich dem Weltkriegsrekord

Österreich steht mit diesem Problem nicht allein da. Nach einer Auswertung der Wiener Denkfabrik Agenda Austria lag die Schuldenquote der Industrieländer 1946, nach zwei Weltkriegen, bei rund 130 Prozent. Für 2025 kommen die Ökonomen auf etwa 113 Prozent. Bis zum Rekord fehlen damit nur noch 17 Prozentpunkte, und das ganz ohne Weltkrieg.

Mitte der 1970er-Jahre lag der Wert bei gut 34 Prozent. Seit den 1980ern geht es wieder nach oben, mit großen Sprüngen in der Finanzkrise ab 2008 und in der Corona-Zeit. Die Schwellenländer kommen inzwischen auf rund 78 Prozent.

Auch der Internationale Währungsfonds schlägt Alarm. Laut seinem Fiskalmonitor vom April 2026 lagen die weltweiten Staatsschulden 2025 bei knapp 94 Prozent der Wirtschaftsleistung. Schon 2029 könnten sie 100 Prozent erreichen, ein Jahr früher als noch vor zwölf Monaten erwartet.

Wer am Ende die Zeche zahlt

Nach dem Zweiten Weltkrieg sanken die Schulden auch durch Wachstum und Haushaltsüberschüsse. Ein Teil der Rechnung ging aber an die Bürger. Inflation und staatlich gedrückte Zinsen spielten eine große Rolle. Untersuchungen aus dem IWF zeigen das Prinzip: Liegt die Teuerung über der Verzinsung, verliert das Ersparte an Kaufkraft. Der Staat wird entlastet, Sparer und Anleihebesitzer zahlen drauf.

Deutsche Leser dürften das Muster kennen. Auch Berlin setzt mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen auf neue Kredite, obwohl Friedrich Merz anderes versprochen hatte. Die Agenda Austria warnt vor einer weiteren Gießkannenpolitik, bei der hohe Schulden zur Gewohnheit würden. Ökonom Friedrich Bähr fasst es so zusammen:

„Wer im Aufschwung nicht zurückzahlt, hat im Abschwung nichts mehr zu geben.“

Was Sparer daraus lernen sollten

Die Geschichte zeigt, dass Staaten ihre Schulden selten ganz zurückzahlen. Oft schrumpfen sie durch Inflation, und das geht zulasten der Sparer. Wer sein Vermögen schützen will, sollte nicht nur auf Geldwerte setzen, deren Wert von der Haushaltsdisziplin der Regierungen abhängt. Physisches Gold und Silber sind niemandes Schuldversprechen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie seit Jahrhunderten zur Vermögenssicherung beitragen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertanlagen. Er gibt unsere redaktionelle Meinung auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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