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Rote Karte für Infantino: DFB-Boss Neuendorf probt den Aufstand!

Rote Karte für Infantino: DFB-Boss Neuendorf probt den Aufstand!
Symbolbild: KI-generiert

DFB-Präsident Bernd Neuendorf stellt sich offen gegen den mächtigsten Mann des Weltfußballs. Bei der Fifa-Wahl im März werde er nicht für Amtsinhaber Gianni Infantino stimmen, kündigte er im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“ an. Das Interview erschien kurz vor dem Uefa-Kongress, der in dieser Woche in Berlin tagt.

Es ist eine Kampfansage, wie man sie aus Frankfurt lange nicht gehört hat. Ob aus ihr auch eine echte Revolte wird, ist offen.

„Wir müssen ihn vom Platz stellen“

Neuendorf wählt drastische Worte. Infantino sei an der Fifa-Spitze „nicht mehr tragbar“, er habe dem Fußball schweren Schaden zugefügt und beim DFB jedes Vertrauen verspielt. Der DFB-Chef verlangt deshalb nichts weniger als die „Rote Karte“ für den Schweizer:

„Wir müssen ihn vom Platz stellen.“

Spätestens jetzt müsse man sich vom „System Infantino“ verabschieden, wie Neuendorf es nennt. Ausgerechnet ein Platzverweis hat das Fass zum Überlaufen gebracht.

Ein Anruf aus dem Weißen Haus

Gemeint ist der Fall Folarin Balogun. Der US-Stürmer hatte bei der WM 2026 im Sechzehntelfinale gegen Bosnien und Herzegowina nach Videobeweis in der 64. Minute Rot gesehen. Eigentlich hätte das eine automatische Sperre für das Achtelfinale gegen Belgien bedeutet. Doch dann kam die Kehrtwende.

Laut Medienberichten setzte die Fifa die Sperre wenige Stunden vor dem Spiel zur Bewährung aus. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump nach eigener Aussage bei Infantino angerufen. Er habe lediglich um eine Überprüfung gebeten, ließ Trump wissen. Auch Infantino bestätigte das Telefonat, bestritt aber jede Einflussnahme auf die Entscheidung. Belgiens Verband protestierte, kam damit aber nicht durch.

Für Neuendorf ist dieser Vorgang „vollkommen inakzeptabel“. Und tatsächlich drängt sich eine unbequeme Frage auf: Gelten die Regeln im Weltfußball noch für alle gleich, oder hängt eine Sperre davon ab, wer zum Hörer greift? Wer in der Kreisliga Rot sieht, kann von einem solchen Draht nach oben nur träumen.

Die WM als Ware?

Doch Neuendorf geht es um mehr als eine einzelne Fehlentscheidung. Scharf kritisiert er auch den geplanten Investorendeal der Fifa. Eine Weltmeisterschaft dürfe man nicht an Investoren verkaufen, so der DFB-Präsident. Das Vorhaben nennt er ein „Unding“. Man mache sich damit, warnt er sinngemäß, zum Spielball fremder Interessen.

Damit rührt der DFB-Chef an einen wunden Punkt. Seit Jahren beklagen Fans, dass der Fußball immer stärker zur Renditemaschine verkommt. Aufgeblähte Turniere, explodierende Rechtepreise und Vermarktung bis in den letzten Winkel sind die Stichworte. Wenn nun auch noch das wertvollste Produkt des Sports in die Hände externer Geldgeber wandern soll, ist die Empörung absehbar.

Wer stoppt den Fifa-Boss?

Infantino führt die Fifa seit 2016 und will im März eine weitere Amtszeit. Neuendorf fordert deshalb, bis zum 18. November einen Gegenkandidaten aufzustellen. Dieser müsse nicht zwingend aus Europa kommen, auch andere Konföderationen kämen infrage. Nach zehn Jahren habe Infantino eine Kultur geprägt, die einen grundlegenden Wandel erfordere, argumentiert er.

Es könne nicht sein, dass ausgerechnet der Verantwortliche für die heutigen Zustände die nötigen Reformen steuere, so Neuendorf.

Mutig, aber nicht ohne Risiko

Ob der Vorstoß mehr ist als ein lautes Signal, wird sich zeigen. Bei der Fifa hat jeder Mitgliedsverband eine Stimme, egal ob Deutschland oder ein Inselstaat im Pazifik. Infantino gilt als Meister darin, genau diese Stimmen hinter sich zu bringen. Ein Herausforderer bräuchte also weit mehr als europäische Empörung, nämlich breite Unterstützung über mehrere Kontinente hinweg.

Eines hat Neuendorf aber schon geschafft. Der DFB, oft als zahnloser Tiger belächelt, hat sich mit klarer Kante zurückgemeldet. Jetzt muss er beweisen, dass er auf dem Feld der Sportpolitik auch Tore schießen kann.

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