
Pekings Griff nach Afrikas Schätzen: Xi lockt Botswana mit Milliarden!

Chinas Staatschef Xi Jinping hat am Dienstag in Peking Botswanas Präsidenten Duma Boko empfangen. Beide haben eine umfassende strategische Partnerschaft besiegelt. Es geht um Kupfer, Silber, Handel, Zahlungswege und Sicherheitspolitik. Europa diskutiert noch, China schafft schon Fakten.
„Afrikas Ressourcen gehören Afrika“ – sagt ausgerechnet Peking
Nach Angaben des chinesischen Außenministeriums wurden mehrere Abkommen unterzeichnet. Sie betreffen den Bergbau, das Gesundheitswesen, die Ausbildung von Fachkräften und die Seidenstraßeninitiative. Auch Xis „Global Security Initiative“ gehört dazu. Mit ihr will Peking in der internationalen Sicherheitspolitik mehr mitreden.
Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua sagte Xi wörtlich:
„Afrikas Ressourcen gehören Afrika.“
Die Rohstoffe des Kontinents dürften demnach nicht zum Spielball geopolitischer Rivalitäten werden. Das klingt selbstlos. Ein wenig ironisch ist es trotzdem, denn China hat sich in Botswana eine der wichtigsten Kupferlagerstätten längst gesichert.
Khoemacau: Kupfer und Silber aus der Kalahari
Die Mine Khoemacau liegt im Nordwesten des Landes, im sogenannten Kalahari Copper Belt. Im März 2024 übernahm der chinesisch kontrollierte Konzern MMG das Unternehmen hinter der Mine. Bewertet wurde es mit rund 1,875 Milliarden US-Dollar. MMG gehört mehrheitlich dem Staatskonzern China Minmetals.
Seit Februar 2026 wird die Mine ausgebaut. Das Unternehmen veranschlagt dafür rund 900 Millionen Dollar, frühere Ausgaben schon eingerechnet. Ziel sind etwa 130.000 Tonnen Kupfer im Konzentrat und mehr als vier Millionen Unzen Silber pro Jahr. Der erste Ertrag aus der Erweiterung wird für die erste Hälfte 2028 erwartet. In ihrer gemeinsamen Erklärung nennen beide Regierungen Khoemacau ausdrücklich als Vorbild für die künftige Zusammenarbeit.
Diamanten verlieren ihren Glanz
Für Botswana ist Pekings Geld bitter nötig. Diamanten bringen dem Staat normalerweise etwa ein Drittel seiner Einnahmen und drei Viertel seiner Devisen. Doch die Nachfrage bricht weg, vor allem aus China. Dazu kommen im Labor gezüchtete Steine, die den Markt unter Druck setzen. Die Ratingagentur S&P hat Botswanas Kreditwürdigkeit im März herabgestuft. Laut Reuters schrumpfte die Wirtschaft 2024 und 2025.
Die Lehre daraus ist unbequem. Was sich industriell nachbauen lässt, verliert seinen Nimbus als Wertspeicher. Gold und Silber kann dagegen kein Labor herstellen. Ihre Knappheit gibt die Natur vor.
Boko will sein Land unabhängiger von Diamanten machen und lobt dafür Peking in den höchsten Tönen. Laut der Botswana Press Agency nannte er Chinas Aufstieg ein „wirtschaftliches und politisches Wunder“. Zu einem Unternehmerforum werden 30 Firmen aus Botswana und mehr als 100 chinesische Firmen erwartet.
Zollfreiheit, Yuan, Taiwan: Was die Freundschaft kostet
Seit Mai 2026 dürfen alle 53 afrikanischen Staaten, mit denen China diplomatische Beziehungen pflegt, ihre Waren zollfrei nach China liefern. Reuters zufolge wuchs der Handel zwischen China und Afrika 2025 um fast 18 Prozent. Botswana soll künftig vor allem Rindfleisch und Zitrusfrüchte leichter nach China verkaufen können.
Außerdem gab die Bankengruppe Ecobank am 12. Oktober eine Kooperation mit dem chinesischen Zahlungssystem CIPS bekannt. Die Bank ist in 34 afrikanischen Märkten aktiv. Zahlungen über Grenzen hinweg sollen damit leichter in Yuan laufen. Das Ziel ist klar: weniger US-Dollar im Welthandel.
Auch politisch bekommt Peking, was es will. Boko bekannte sich zur Ein-China-Politik und lehnte eine Unabhängigkeit Taiwans ab. Ein Militärbündnis oder chinesische Stützpunkte sehen die veröffentlichten Vereinbarungen allerdings nicht vor.
Und Europa? Schaut zu
Ohne Kupfer gibt es keine Stromnetze, keine Elektroautos und keine Windräder, also auch keine deutsche Energiewende. Während Washington auf Zölle setzt und Brüssel aus Sicht vieler Kritiker vor allem neue Berichtspflichten verschickt, sichert sich Peking eine Lagerstätte nach der anderen. Darf sich Berlin wundern, wenn es irgendwann Rohstoffe zu Preisen kaufen muss, die andere festlegen?
Der Kampf um Rohstoffe wird härter, und die Ordnung rund um den Dollar bekommt Risse. Viele Sparer setzen deshalb auf physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen. Diese Werte lassen sich weder künstlich herstellen noch politisch entwerten.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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