
Mehr Ausländer als ganz China: Berlins Statistik-Paukenschlag!

Eine Zahl, die sprachlos macht: Zum 30. Juni 2026 lebten in Berlin laut Einwohnerregisterstatistik des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg 972.941 Menschen ohne deutschen Pass. Das ist rund ein Viertel der Hauptstadtbevölkerung – und in absoluten Zahlen mehr, als die Volksrepublik China mit ihren über 1,4 Milliarden Einwohnern insgesamt an Ausländern zählt.
Eine Stadt gegen ein Riesenreich
Der Vergleich wirkt fast absurd. Berlin kommt laut Melderegister auf 3.917.196 Einwohner, der Ausländeranteil liegt damit bei 24,8 Prozent. Jeder vierte Berliner besitzt also keine deutsche Staatsangehörigkeit.
Und China? Bei der letzten Volkszählung 2020 wurden dort 845.697 Ausländer erfasst – bei einer Gesamtbevölkerung von 1.411.778.724 Menschen. Das entspricht einem Anteil von gerade einmal 0,06 Prozent. Eine einzige deutsche Großstadt überholt damit ein Land, das zu den bevölkerungsreichsten der Erde gehört, um rund 130.000 Menschen.
Ehrlicherweise gehört eine Einschränkung dazu: Die amtliche Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2022 weist für Juni 2026 nur rund 827.000 ausländische Einwohner aus. Die Statistiker selbst betonen, dass beide Zählweisen methodisch bedingt voneinander abweichen. Selbst nach dieser konservativeren Rechnung liegt Berlin aber praktisch gleichauf mit ganz China.
Verdoppelung in nur 15 Jahren
Noch aufschlussreicher als der Ländervergleich ist der Blick zurück. Laut den Zeitreihen des Statistikamts lebten 2011 erst 478.212 Ausländer in Berlin. 2015, im Jahr der großen Flüchtlingswelle, waren es bereits 621.075. Heute ist die Zahl im Melderegister mehr als doppelt so hoch wie vor anderthalb Jahrzehnten.
Woher kommen die Menschen? Rund 59 Prozent haben nach Angaben des Amts eine europäische Staatsangehörigkeit, knapp 27 Prozent eine asiatische. Die größten Gruppen bildeten Ende 2025 Türken, Ukrainer und – erstmals auf Platz drei – Inder, die Polen und Syrer überholten.
Bemerkenswert: Berlins Wachstum speist sich seit Jahren fast ausschließlich aus Zuwanderung. Die Hauptstadt verzeichnete 2025 den vierten Sterbeüberschuss in Folge. Ohne Zuzug würde die Metropole schrumpfen.
Berlin ist nicht einmal Spitzenreiter
Wer glaubt, die Hauptstadt sei ein Extremfall, irrt. Im bundesweiten Vergleich bewegt sich Berlin laut dem Bericht nur im Mittelfeld. Andere Städte liegen deutlich darüber:
- Offenbach am Main: 42,5 Prozent (61.890 von 145.669 Einwohnern)
- Frankfurt am Main: 31,6 Prozent
- München: 30,6 Prozent
- Stuttgart: 28,1 Prozent
In absoluten Zahlen bleibt Berlin wegen seiner schieren Größe allerdings unangefochten vorn.
Was die Zahlen für die Politik bedeuten
Statistiken sind kein Urteil über Menschen. Sie sind aber ein Prüfstein für Politik. Ein Wandel dieser Größenordnung stellt Schulen, Wohnungsmarkt, Behörden und Sozialsysteme vor enorme Aufgaben – und das in einer Stadt, die schon heute für überlastete Ämter und knappen Wohnraum bekannt ist.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Kontrast zu China vor allem eines: Zuwanderung ist kein Naturereignis, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Peking steuert extrem restriktiv, Deutschland hat sich über Jahre für das Gegenteil entschieden – oft ohne klare Linie, wer kommen soll und wie Integration gelingen kann.
Die Bundesregierung unter Friedrich Merz hatte eine Wende in der Migrationspolitik versprochen. Ob sie mehr liefert als Ankündigungen, werden am Ende genau solche Zahlen zeigen. Bürger dürfen erwarten, dass Berlin und der Bund diese Entwicklung nicht bloß verwalten, sondern aktiv gestalten – im Interesse aller, die hier leben und arbeiten.
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