
Fratzscher will an Haus und Erbe: Kommt jetzt der Griff in die Substanz?

DIW-Präsident Marcel Fratzscher hat in der BR-Talkshow „Münchner Runde“ erneut höhere Steuern verlangt – diesmal auf Grund und Boden und auf Erbschaften. Dazu wünscht er sich mehr Mietregulierung, eine Zuckersteuer und eine „Energiekostenpauschale“. Die Kosten dafür würden am Ende ausgerechnet jene Bürger tragen, die ihr Leben lang gespart haben.
Die Sendung trug den Titel „Heizen, Tanken, Einkaufen – Wie teuer wird der Winter?“. Neben Fratzscher saßen unter anderem CSU-Landtagsfraktionschef Klaus Holetschek und die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze in der Runde.
„Starke Schultern“ – das alte Lied
Den großen Fehler der Bundesregierung sieht der Ökonom darin, dass sie den „starken Schultern“ nicht mehr zumute. Ausnahmen bei der Erbschaftsteuer gehörten deshalb abgeschafft. Und es müssten weitere Substanzsteuern her.
„Der Staat besteuert Grund und Boden fast gar nicht“
So lautet Fratzschers Satz in der Sendung. Seine Begründung: Grundstücks- und Immobilienbesitzer hätten von den Preissteigerungen der vergangenen Jahre profitiert. Ein bemerkenswerter Gedanke. Wer seine Wohnung gar nicht verkauft, hat keinen Cent Gewinn gemacht. Er soll aber trotzdem zahlen, und zwar auf einen Wert, der nur auf dem Papier steht.
Mieter zahlen mit
Ganz nebenbei: Die Grundsteuer landet über die Nebenkostenabrechnung meist direkt beim Mieter. Eine höhere Grundsteuer wäre also kein Geschenk an die Kleinverdiener, sondern eine weitere Belastung für sie. Seit der Reform, die zum 1. Januar 2025 in Kraft getreten ist, beklagen viele Eigentümer ohnehin schon spürbar höhere Bescheide.
Karlsruhe prüft gerade die Erbschaftsteuer
Die Forderung kommt nicht zufällig jetzt. Erst am 13. Oktober hat das Bundesverfassungsgericht über die Verschonung von Betriebsvermögen bei der Erbschaftsteuer verhandelt. Geklagt hatte ein Erbe, der von seiner Tante nur Privatvermögen geerbt hatte, nämlich Wertpapiere und Immobilien, und darauf Steuern zahlen musste. Firmenerben dagegen können unter bestimmten Bedingungen bis zu 100 Prozent steuerfrei bleiben. Schon im Januar 2026 hatte die SPD-Bundestagsfraktion Medienberichten zufolge ein Konzept vorgelegt, das dieses Verschonungssystem grundlegend umbauen würde.
Und genau hier liegt der Sprengstoff. Diese Ausnahmen schützen vor allem den Mittelstand, also Familienbetriebe, die ihre Steuerschuld oft nur zahlen könnten, wenn sie Maschinen verkaufen oder Mitarbeiter entlassen. Wer sie streichen will, trifft nicht bloß ein paar Milliardäre. Er trifft das Rückgrat der deutschen Wirtschaft.
Zuckersteuer und Mietbremse als Erziehungsprogramm
Auch bei der Ernährung will Fratzscher eingreifen. Er verteidigte die Zuckersteuer und verwies auf eine britische Studie, nach der der Zuckerkonsum gesunken sei. Er plädiere „als Volkswirt“ dafür, „dass man für sein Verhalten geradesteht“. Ungesundes Essen oder Rauchen müsse also im Geldbeutel spürbar werden.
Beim Wohnen setzt er kurzfristig auf mehr Vorschriften: Anders lasse sich die Miete in naher Zukunft nicht senken, sagte er. Dazu kämen mehr Sozialwohnungen und eine höhere Mobilität. Dass Regulierung Investoren abschreckt und damit den Neubau bremst, also genau das, was gegen Wohnungsnot helfen würde, kam in der Debatte offenbar zu kurz.
Preise sinken nicht, aber Staatsgeld soll helfen
Immerhin bei einer Sache ist Fratzscher ehrlich: Die Preise würden nicht sinken, „egal wer was macht“. Seine Antwort darauf ist eine Energiekostenpauschale für niedrige und mittlere Einkommen. Das sei „das beste, was wir machen können“. Erst den Bürgern das Geld über neue Steuern abnehmen und es dann als Pauschale zurückgeben? Sparern muss das wie ein bürokratisches Karussell vorkommen.
Die Botschaft an alle, die etwas aufgebaut haben, ist klar: Ein Haus, ein Betrieb und ein Erbe für die Kinder geraten immer stärker ins Visier der Umverteiler. Viele Bürger setzen deshalb auf Werte, die man nicht im Grundbuch findet und die keinen Wert per Bescheid zugeteilt bekommen. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen ein Stück Unabhängigkeit sichern.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte sich selbst informieren und gegebenenfalls fachkundigen Rat einholen. Für seine Anlageentscheidungen ist jeder selbst verantwortlich.
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