280.000
Kunden
Sicherer
Versand
12.09.2025
06:48 Uhr

Bahn-Modernisierung im Schneckentempo: Alstom-Chef rechnet mit deutscher Verkehrspolitik ab

Die deutsche Eisenbahn sollte eigentlich auf der Überholspur sein. Milliarden aus dem Sondervermögen, große Versprechen der Politik, ambitionierte ModernisierungsplĂ€ne – doch die RealitĂ€t sieht anders aus. Der Deutschland-Chef des französischen Bahntechnikriesen Alstom, Tim Dawidowsky, lĂ€sst kein gutes Haar an der schleppenden Transformation der Deutschen Bahn. Seine Kritik trifft ins Mark einer Verkehrspolitik, die seit Jahren mehr verspricht als sie hĂ€lt.

Milliarden versickern im Behördendschungel

Zehn Milliarden Euro sollen bis Ende 2029 allein fĂŒr die Digitalisierung der Schiene bereitstehen. Eine gewaltige Summe, die eigentlich fĂŒr Aufbruchstimmung in der Branche sorgen mĂŒsste. Doch bei Alstom, dem weltweit zweitgrĂ¶ĂŸten Schienenfahrzeughersteller, herrscht ErnĂŒchterung statt Euphorie. „Von GoldgrĂ€berstimmung kann keine Rede sein", konstatiert Dawidowsky trocken. Die Gelder seien zwar da, aber niemand wisse so recht, wohin sie fließen wĂŒrden.

Besonders bitter: WĂ€hrend die Politik sich mit AnkĂŒndigungen ĂŒberschlĂ€gt, fehlt es an konkreten PlĂ€nen und verbindlichen Zusagen. Die Industrie tappt im Dunkeln, welcher Anteil der Mittel tatsĂ€chlich fĂŒr die Fahrzeugdigitalisierung zur VerfĂŒgung stehe. Ein Armutszeugnis fĂŒr eine Regierung, die vorgibt, die Verkehrswende voranzutreiben.

Jahrzehnte des Verschleißes rĂ€chen sich

Die Wahrheit ist unbequem: Deutschland hat seine Bahninfrastruktur jahrzehntelang auf Verschleiß gefahren. Nun rĂ€cht sich diese VernachlĂ€ssigung bitter. „Man kann nicht Jahrzehnte auf Verschleiß fahren und dann annehmen, man sei in zwei oder drei Jahren durch mit der Sanierung", bringt es Dawidowsky auf den Punkt. Die Deutsche Bahn selbst musste bereits eingestehen, dass sich die Generalsanierung um ganze fĂŒnf Jahre nach hinten verschieben werde.

„Wir brauchen mehr Tempo und einen verlĂ€sslichen Plan fĂŒr den Roll-out"

Diese Aussage des Alstom-Chefs ist mehr als nur Kritik – sie ist ein Hilferuf einer Industrie, die dringend Planungssicherheit benötigt. Stattdessen herrscht Chaos: Unklar bleibt, in welcher Reihenfolge welche Strecken digitalisiert werden. Setzt die Bahn auf den neuesten ETCS-Standard oder geht sie Zwischenschritte? Niemand weiß es genau.

Planungshorizont von vier Jahren ist ein Witz

Besonders scharf kritisiert Dawidowsky den kurzsichtigen Planungshorizont der Politik. „Wenn wir die Infrastruktur nachhaltig verbessern wollen, dann brauchen wir eine finanzielle Absicherung bis 2040, nicht nur fĂŒr die nĂ€chsten vier Jahre", fordert er. Eine berechtigte Forderung, die zeigt, wie wenig durchdacht die aktuelle Verkehrspolitik ist.

Die Große Koalition unter Friedrich Merz mag zwar den politischen Willen bekunden, doch an der Umsetzung hapert es gewaltig. WĂ€hrend andere LĂ€nder ihre Bahninfrastruktur konsequent modernisieren, versinkt Deutschland im Behördenchaos und endlosen Planungsverfahren.

Die Leidtragenden sind die FahrgÀste

Am Ende zahlen die BĂŒrger die Zeche fĂŒr diese Misswirtschaft. VerspĂ€tungen, ZugausfĂ€lle, marode Bahnhöfe – der Zustand der Deutschen Bahn ist ein Spiegelbild einer Politik, die große Worte liebt, aber bei der Umsetzung versagt. „Bei den vielen Baustellen im Netz mĂŒssen wir uns wohl noch auf einige Jahre mit EinschrĂ€nkungen im Bahnbetrieb einstellen", warnt Dawidowsky.

Es ist höchste Zeit fĂŒr einen echten Neustart bei der Bahn. Doch dafĂŒr brĂ€uchte es mehr als nur Geld und Lippenbekenntnisse. Es brĂ€uchte eine Politik, die langfristig denkt, verbindliche Zusagen macht und endlich die Weichen fĂŒr eine moderne Bahninfrastruktur stellt. Die Industrie steht bereit – wenn die Politik endlich liefern wĂŒrde.

Die Kritik des Alstom-Chefs sollte ein Weckruf sein. Deutschland kann es sich nicht leisten, bei der Modernisierung seiner Verkehrsinfrastruktur weiter zu trödeln. WĂ€hrend China und andere LĂ€nder mit HochgeschwindigkeitszĂŒgen in die Zukunft rasen, droht Deutschland den Anschluss zu verlieren. Es ist Zeit, dass Politik, Deutsche Bahn und Industrie endlich an einem Strang ziehen – bevor es zu spĂ€t ist.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schĂŒtzen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmĂ€ĂŸig ĂŒber Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier fĂŒr den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende EinwilligungserklĂ€rung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail ĂŒber Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von GrĂŒnden mit Wirkung fĂŒr die Zukunft widerrufen. Die RechtmĂ€ĂŸigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberĂŒhrt.“