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Kettner Edelmetalle
29.09.2026
07:28 Uhr
KI-generiert

42 Milliarden Dollar Verlust: Wagt Anthropic den Billionen-Börsengang?

42 Milliarden Dollar Verlust: Wagt Anthropic den Billionen-Börsengang?
Symbolbild: KI-generiert

Der KI-Konzern Anthropic, der hinter dem Chatbot Claude steht, will an die Börse. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters hat das Unternehmen 2025 einen Nettoverlust von 42 Milliarden Dollar verbucht. Trotzdem könnte Anthropic beim geplanten Börsengang mit mehr als zwei Billionen Dollar bewertet werden. Der Prospekt ist noch nicht öffentlich. Reuters hat das vertrauliche Dokument am Montag eingesehen, später berichtete auch die „Financial Times“.

Das Wachstum ist riesig, die Kosten auch

Beim Umsatz legte Anthropic stark zu. Er stieg den Berichten zufolge auf das Zwölffache und lag bei knapp 4,6 Milliarden Dollar. Die Ausgaben stiegen aber noch schneller.

Der operative Verlust wuchs auf rund 8,1 Milliarden Dollar. Im Jahr davor waren es knapp drei Milliarden. Wer Umsatz und Verlust nebeneinanderlegt, sieht das Problem: Der Verlust ist fast doppelt so hoch wie der gesamte Umsatz. Für Rechenleistung und Infrastruktur gab Anthropic laut Reuters allein im vergangenen Jahr etwa 7,3 Milliarden Dollar aus.

Die größte Summe steht noch aus. Für Cloud-Dienste, Chips und Rechenzentren hat Anthropic laut Prospekt Zahlungen von zusammen 518 Milliarden Dollar zugesagt.

Ein großer Teil des Verlusts ist ein Buchungseffekt

Rund 34 Milliarden Dollar des Nettoverlusts sind kein Geld, das tatsächlich abgeflossen ist. Es handelt sich um einen Effekt in der Bilanz. Frühere Finanzierungen können in Aktien umgewandelt werden. Weil der Unternehmenswert gestiegen ist, musste Anthropic diese Finanzierungen den Berichten zufolge höher ansetzen.

Aus Sicht der Anleger ist das nur teilweise beruhigend. Der operative Verlust von rund acht Milliarden Dollar ist echt. Hinzu kommt ein Risiko, das Medien aus dem Prospekt zitieren: Fast ein Viertel des Umsatzes stammt von nur zwei Kunden. Viele große Kunden haben zudem keine langfristigen Verträge.

Die Bewertung soll sich mehr als verdoppeln

Bei der letzten Finanzierungsrunde im Mai wurde Anthropic mit 965 Milliarden Dollar bewertet. Beim Börsengang wäre das Unternehmen nun mehr als doppelt so viel wert. Als Termin galt zuletzt der November. Berichten zufolge dürfte das Debüt nach den US-Zwischenwahlen stattfinden. Vergleichen lässt sich das mit dem Börsengang von SpaceX, der mit rund 1,8 Billionen Dollar bewertet wurde. Bei OpenAI wird Medienberichten zufolge bis Anfang 2027 mit dem Gang an die Börse gerechnet.

Das Unternehmen hat sich nicht geäußert. Anfragen des Handelsblatts blieben unbeantwortet. Auch gegenüber Reuters wollte Anthropic den Bericht nicht kommentieren.

Die Gründer behalten die Kontrolle

Käufer der Aktien bekämen einen Anteil am Unternehmen, aber wenig Mitsprache. Die Gründer um Konzernchef Dario Amodei sollen auch nach dem Börsengang die Mehrheit der Stimmrechte behalten. Reuters berichtet dazu von einer eigenen Gründergesellschaft. Laut Berichten warnt der Prospekt außerdem vor „existenziellen Risiken für die Menschheit“ durch Künstliche Intelligenz. Das Unternehmen weist also selbst auf mögliche Gefahren der Technik hin, mit der es sein Geld verdienen will.

Erinnerungen an die Dotcom-Blase

Das Muster ist bekannt. Um das Jahr 2000 wurden Internetfirmen mit Milliarden bewertet, obwohl sie Verluste schrieben. Als die Blase platzte, verlor der Technologieindex Nasdaq bis 2002 rund drei Viertel seines Werts. Viele Kleinanleger verloren dabei viel Geld. Ob KI anders verläuft, ist offen. Reuters zufolge sind KI- und Chipaktien zuletzt bereits gefallen.

Anleger sollten deshalb abwägen, welches Risiko sie eingehen. Physisches Gold und Silber können in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Ergänzung sein. Sie hängen nicht von Gewinnversprechen oder Rechenzentren ab.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, Wertpapiere oder andere Anlagen zu kaufen oder zu verkaufen. Er gibt unsere redaktionelle Meinung und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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