
Russlands blutiger Preis: 1,3 Millionen Soldaten geopfert – und kein Ende in Sicht
Die Zahlen sind so erschütternd, dass man sie zweimal lesen muss. 1,3 Millionen russische Soldaten – getötet oder verwundet seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine. Allein im vergangenen Jahr sollen es rund 400.000 gewesen sein, darunter geschätzte 350.000 Tote. Ein ranghoher NATO-Beamter brachte es auf den Punkt: Moskau opfere damit mehr Männer und Frauen als in jedem europäischen Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg. Man muss sich diese Dimension vergegenwärtigen. Ganze Generationen junger Russen werden in einem Krieg verheizt, dessen Ende nicht absehbar ist.
Kiew unter Dauerbeschuss – Kinder unter den Opfern
Während die Diplomatie auf der Stelle tritt, sprechen die Raketen eine unmissverständliche Sprache. Die ukrainische Hauptstadt Kiew wurde erneut Ziel eines massiven russischen Raketenangriffs. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von Einschlägen in Wohn- und Geschäftsgebäuden auf beiden Seiten des Dnipro. Reporter der Nachrichtenagentur Reuters hörten Explosionen in der Stadt. Doch es sind nicht nur die Großstädte, die leiden.
In der ostukrainischen Region Charkiw traf es die Stadt Bohoduchiw mit besonderer Grausamkeit: Vier Menschen kamen ums Leben, darunter zwei einjährige Jungen und ein zweijähriges Mädchen. Eine 35-jährige Schwangere wurde verletzt. Wer angesichts solcher Nachrichten noch von einem „eingefrorenen Konflikt" spricht, hat offenbar jede Verbindung zur Realität verloren. Auch die westukrainische Stadt Lwiw, keine 60 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, geriet unter Raketenbeschuss – ein beunruhigendes Signal für die gesamte NATO-Ostflanke.
Deutschland als Europas größter Militärhilfe-Geber
Die geopolitischen Verschiebungen, die dieser Krieg mit sich bringt, sind dramatisch. Neue Zahlen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft offenbaren das ganze Ausmaß der transatlantischen Verwerfungen: Die US-Hilfe für die Ukraine brach 2025 im Vergleich zum Vorjahr um sage und schreibe 99 Prozent ein – von 46,39 Milliarden Euro auf lächerliche 0,48 Milliarden Euro. Europa musste in die Bresche springen, und an vorderster Front steht ausgerechnet Deutschland.
Mit 9,01 Milliarden Euro ist die Bundesrepublik der größte europäische Geber bei der Militärhilfe, gefolgt von Großbritannien mit 5,44 Milliarden und Schweden mit 3,71 Milliarden Euro. Man darf sich durchaus fragen, ob der deutsche Steuerzahler, der ohnehin unter steigenden Lebenshaltungskosten und einer schwächelnden Wirtschaft ächzt, diese Belastung auf Dauer tragen kann – und vor allem, ob er das will. Die EU-Militärhilfen insgesamt stiegen um rund 67 Prozent auf fast 29 Milliarden Euro. Eine gewaltige Summe, die anderswo fehlt: bei der maroden Infrastruktur, bei Schulen, bei der inneren Sicherheit.
Deutsche wollen Diplomatie statt Eskalation
Immerhin scheint der gesunde Menschenverstand in der Bevölkerung noch nicht vollständig erloschen zu sein. Laut einer YouGov-Umfrage befürworten 58 Prozent der Deutschen direkte Gespräche zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Nur 26 Prozent sprachen sich dagegen aus. Besonders hoch ist die Zustimmung unter Unionswählern mit 64 Prozent. Das Volk hat offenbar verstanden, was Teile der politischen Klasse noch immer nicht wahrhaben wollen: Ohne Diplomatie wird dieser Krieg nicht enden. Und ohne Gespräche mit Moskau gibt es keine Diplomatie.
Gleichzeitig sorgen sich 69 Prozent der Bundesbürger, dass Deutschland direkt in militärische Konflikte hineingezogen werden könnte. 78 Prozent machen sich große Sorgen über den Ukraine-Krieg, 72 Prozent über die zunehmend unberechenbare Weltlage. Diese Zahlen sollten jedem Politiker zu denken geben, der leichtfertig mit Eskalationsrhetorik hantiert.
Selenskyj fordert EU-Beitrittsdatum – und stellt Bedingungen für Wahlen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj konkretisiert unterdessen seine Anforderungen an ein mögliches Friedensabkommen. Er fordere ein „genaues Datum" für einen EU-Beitritt der Ukraine, idealerweise bis 2027. Ohne ein solches Datum werde Russland alles daran setzen, den Beitrittsprozess zu blockieren – nicht direkt, sondern über „bestimmte europäische Vertreter", wie Selenskyj vielsagend formulierte. Eine kaum verhüllte Anspielung auf Länder wie Ungarn, dessen Ministerpräsident Viktor Orbán die Ukraine jüngst offen als „Feind" bezeichnete.
Wahlen in der Ukraine werde es erst geben, wenn eine Waffenruhe herrsche und internationale Sicherheitsgarantien in Kraft seien, stellte Selenskyj klar. Damit reagierte er auf einen Bericht der „Financial Times", wonach Kiew im Mai eine Präsidentschaftswahl und ein Referendum über mögliche Gebietsabtretungen erwäge. Die USA hätten den Druck in diese Richtung erhöht.
USA ziehen sich aus NATO-Verantwortung zurück
Dass Washington unter Präsident Trump andere Prioritäten setzt, wird immer offensichtlicher. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte seine Teilnahme am NATO-Verteidigungsministertreffen in Brüssel ab – bereits das zweite Mal in kurzer Folge, dass die USA nicht auf Ministerebene bei einem NATO-Treffen vertreten sind. Stattdessen reiste lediglich Staatssekretär Elbridge Colby an. Beobachter werten dies als unmissverständliches Signal in einer ohnehin angespannten Phase der transatlantischen Beziehungen.
Parallel dazu übergeben die USA zwei wichtige regionale NATO-Kommandoposten an europäische Staaten: Das Südkommando in Neapel geht an Italien, das Nordkommando in Norfolk an Großbritannien. Im Gegenzug übernimmt Washington das Kommando über die NATO-Seestreitkräfte. Die Botschaft ist klar: Europa soll sich künftig stärker selbst verteidigen, während sich Amerika auf andere Bedrohungen – allen voran China – konzentriert.
Russland und die USA: Zwischen Atomwaffen und Wirtschaftsdeals
Besonders brisant ist die Nachricht, dass Russland den USA offenbar gigantische Wirtschaftsdeals im Umfang von rund zwölf Billionen Dollar vorgeschlagen haben soll. Selenskyj berief sich dabei auf Geheimdienstunterlagen und sprach vom sogenannten „Dmitriew-Paket", benannt nach dem Chef des russischen Staatsfonds Kirill Dmitriew. Der ukrainische Präsident warnte eindringlich: Absprachen über die Ukraine ohne die Ukraine werde Kiew nicht akzeptieren.
Gleichzeitig erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow, die Beziehung zwischen Trump und Putin sei „exzellent". Ihre gegenseitige Sympathie und ihr Respekt füreinander hätten eine Atmosphäre geschaffen, die Einigungen ermögliche. Man reibt sich die Augen: Während russische Raketen ukrainische Kleinkinder töten, schwärmt Moskaus Chefdiplomat von der wunderbaren Freundschaft zwischen den Präsidenten.
Nach dem Auslaufen des „New Start"-Abkommens am 5. Februar will Russland sich zwar weiterhin an die Höchstgrenze für sein Atomwaffenarsenal halten – aber nur, solange die USA dies ebenfalls täten. Ein selbst auferlegtes „Moratorium", das jederzeit aufgekündigt werden könnte. Die Welt steht damit am Beginn einer neuen Phase des nuklearen Wettrüstens, deren Ausgang niemand vorhersagen kann.
NATO rüstet auf – auch in der Arktis
Immerhin zeigt die NATO Handlungsfähigkeit an anderer Stelle. Die größte Bündnisübung des Jahres, „Steadfast Dart 2026", bringt rund 10.000 Soldaten zusammen. Ein Flottenverband aus fünf Nationen traf bereits im Marinestützpunkt Kiel ein. Vom Flugzeugträger bis zum Minenjagdboot – rund ein Dutzend Schiffe steuerten die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt an.
Zudem startete NATO-Generalsekretär Mark Rutte den Arktis-Einsatz „Arctic Sentry", der erstmals alle Aktivitäten des Bündnisses in der Region unter einem Kommando bündelt. Angesichts der verstärkten russischen Militäraktivitäten und des wachsenden chinesischen Interesses am Hohen Norden sei dies unerlässlich gewesen, so Rutte. Ein wichtiges Ziel sei auch, die Krise um die Grönland-Ansprüche von US-Präsident Trump zu entschärfen – ein weiterer geopolitischer Brandherd, der Europa in Atem hält.
Ein Krieg ohne absehbares Ende
Die Lage für die ukrainischen Streitkräfte bleibt nach NATO-Einschätzung „weiter schwierig". Russische Kräfte machten entlang mehrerer Frontabschnitte schrittweise Geländegewinne. Die ukrainische Energieversorgung ist durch wiederholte Luftangriffe so schwer beschädigt, dass Kiew, Charkiw und andere Städte bei strengem Frost kaum Strom und Heizung haben. Präsident Selenskyj kündigte Hilfen für Hausbesitzer beim Kauf von Generatoren an – ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts der systematischen Zerstörung der Infrastruktur.
Doch die Ukraine schlägt auch zurück. Das Militär beschoss in der Nacht die Lukoil-Ölraffinerie in der südrussischen Oblast Wolgograd mit Drohnen und verursachte ein Feuer auf dem Gelände. Erste ukrainische Drohnen aus einer Produktionsstätte in Deutschland sollen bereits Mitte Februar geliefert werden.
Während die Welt auf einen diplomatischen Durchbruch wartet, sterben täglich Menschen auf beiden Seiten der Front. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha brachte die bittere Wahrheit auf den Punkt: „Nur Trump kann den Krieg beenden." Eine Aussage, die sowohl Hoffnung als auch tiefe Resignation in sich trägt. Denn ob der amerikanische Präsident, der gleichzeitig Öltanker im Indischen Ozean jagt und NATO-Treffen schwänzen lässt, tatsächlich den Willen und die Weitsicht besitzt, diesen Konflikt zu lösen, darf bezweifelt werden.
Für Deutschland und Europa bedeutet dies vor allem eines: Wir müssen uns auf uns selbst verlassen. Die Zeiten, in denen der große Bruder jenseits des Atlantiks für unsere Sicherheit garantierte, sind endgültig vorbei. Umso wichtiger ist es, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz nicht nur Milliarden in die Ukraine pumpt, sondern auch die eigene Verteidigungsfähigkeit und – nicht zuletzt – die wirtschaftliche Stabilität Deutschlands in den Blick nimmt. In Zeiten geopolitischer Unsicherheit erweisen sich übrigens physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung – eine Erkenntnis, die angesichts explodierender Staatsschulden und wachsender Inflationsrisiken aktueller denn je ist.

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