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01.03.2026
10:55 Uhr

Wirtschaftsministerin Reiche sucht Handelspartner in Südostasien – ein Eingeständnis des Scheiterns?

Wirtschaftsministerin Reiche sucht Handelspartner in Südostasien – ein Eingeständnis des Scheiterns?

Während die deutsche Exportwirtschaft unter den Folgen der amerikanischen Zollpolitik ächzt, versucht Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nun offenbar, das Ruder herumzureißen. Ihr Rezept: Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien. Was auf den ersten Blick nach vorausschauender Handelspolitik klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als das, was es ist – ein verzweifelter Versuch, die Scherben einer jahrelang verfehlten Wirtschaftsstrategie zusammenzukehren.

Trumps Zölle treffen Deutschland ins Mark

Die CDU-Politikerin sprach gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe Klartext. Man habe „im Moment deutliche Verluste im Handel mit den USA", so Reiche. Die negativen Auswirkungen der US-Zollpolitik würden nicht nur amerikanische Unternehmen und Verbraucher in Form höherer Preise treffen, sondern eben auch die exportorientierten deutschen Betriebe. Die Unsicherheit darüber, welche Regeln eigentlich gälten, schade der Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks.

Man muss sich diese Worte auf der Zunge zergehen lassen. Seit Donald Trump im Januar 2025 seine zweite Amtszeit antrat und mit einem 20-prozentigen Zollaufschlag auf EU-Importe die transatlantischen Handelsbeziehungen faktisch torpedierte, hätte man in Berlin eigentlich gewarnt sein müssen. Doch was geschah? Monate vergingen, in denen die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD sich lieber mit ideologischen Nebenschauplätzen beschäftigte, als die deutsche Wirtschaft wetterfest zu machen.

Südostasien als Rettungsanker?

Nun also Malaysia und Indonesien. „Die Abkommen müssen schnell abgeschlossen und mit Leben gefüllt werden", forderte Reiche. Beide Länder stünden „als Handelspartner in den Startlöchern". Das klingt vielversprechend – und ist doch ein Armutszeugnis. Denn die Frage drängt sich auf: Warum erst jetzt? Die Diversifizierung von Handelsbeziehungen ist keine revolutionäre Idee. Ökonomen fordern seit Jahren, dass Deutschland seine einseitige Abhängigkeit von wenigen Großmärkten – allen voran den USA und China – reduzieren müsse.

Indonesien, mit über 270 Millionen Einwohnern die viertgrößte Nation der Erde, und Malaysia, ein aufstrebender Tigerstaat mit enormem Rohstoffreichtum, sind zweifellos interessante Partner. Doch Freihandelsabkommen sind keine Wundermittel, die sich über Nacht aushandeln lassen. Die EU verhandelt mit Indonesien bereits seit 2016 – ohne greifbares Ergebnis. Sieben Jahre Stillstand, und nun soll plötzlich alles ganz schnell gehen?

Die bittere Bilanz deutscher Handelspolitik

Was Ministerin Reiche verschweigt: Die Misere der deutschen Exportwirtschaft ist nicht allein Donald Trump anzulasten. Jahrelang hat die deutsche Politik – unter wechselnden Regierungen – die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts systematisch untergraben. Explodierende Energiekosten, eine erdrückende Bürokratie, eine marode Infrastruktur und eine Steuerlast, die ihresgleichen sucht, haben dazu geführt, dass immer mehr Unternehmen ihre Produktion ins Ausland verlagern. Das von der neuen Großen Koalition beschlossene 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur mag auf dem Papier beeindruckend wirken – doch es wird kommende Generationen mit Schulden belasten, deren Zinslast durch Steuern und Abgaben finanziert werden muss.

Und so bleibt ein schaler Beigeschmack. Freihandelsabkommen mit südostasiatischen Staaten sind grundsätzlich begrüßenswert. Doch sie können nur dann Wirkung entfalten, wenn gleichzeitig die strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaft angegangen werden. Solange Unternehmen hierzulande unter einer Regulierungswut leiden, die jede unternehmerische Initiative im Keim erstickt, werden auch neue Handelspartner das Grundproblem nicht lösen.

Unsichere Zeiten erfordern sichere Werte

In Zeiten, in denen Handelskriege toben, geopolitische Spannungen eskalieren und die Kaufkraft des Euro durch inflationäre Geldpolitik schleichend erodiert, rückt für viele Bürger die Frage der Vermögenssicherung in den Vordergrund. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfester Wertspeicher bewährt – unabhängig davon, welche Zölle gerade erhoben oder welche Freihandelsabkommen gerade verhandelt werden. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wertvollen Beitrag zur Absicherung gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend instabilen Weltwirtschaft leisten.

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