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Kettner Edelmetalle
22.01.2026
16:28 Uhr

Putin mischt sich in Grönland-Debatte ein: Russlands Präsident nennt möglichen Kaufpreis von einer Milliarde Dollar

Während die westliche Welt gebannt auf Donald Trumps aggressive Avancen gegenüber Grönland blickt, meldet sich nun auch der Kreml zu Wort – und das mit einer bemerkenswerten Gelassenheit, die aufhorchen lässt. Wladimir Putin erklärte am Mittwoch vor dem russischen Sicherheitsrat, dass die Eigentumsfrage der arktischen Insel Russland schlichtweg nicht interessiere. Eine Aussage, die angesichts der strategischen Bedeutung der Region mehr als nur diplomatische Höflichkeit sein dürfte.

Moskau beobachtet den transatlantischen Riss mit Genugtuung

Der russische Präsident äußerte sich erstmals öffentlich zu Trumps Bestrebungen, die halbautonome dänische Insel unter amerikanische Kontrolle zu bringen. Dabei ließ Putin keinen Zweifel daran, dass Moskau dem Treiben zwischen Washington und Kopenhagen mit einer gewissen Schadenfreude zusieht. Die Spannungen zwischen den USA und Europa, die durch Trumps Grönland-Offensive entstanden sind, kommen dem Kreml durchaus gelegen – auch wenn eine amerikanische Übernahme der rohstoffreichen Insel langfristig durchaus Konsequenzen für Russlands eigene arktische Ambitionen haben könnte.

„Was in Grönland passiert, geht uns überhaupt nichts an", erklärte Putin vor dem Sicherheitsrat und fügte hinzu: „Übrigens hat Dänemark Grönland immer wie eine Kolonie behandelt und war ziemlich hart, wenn nicht sogar grausam gegenüber der Insel."

Historische Parallelen und ein überraschender Preisvorschlag

In einer bemerkenswerten historischen Einordnung erinnerte Putin an den Verkauf Alaskas durch Russland an die Vereinigten Staaten im Jahr 1867 für 7,2 Millionen Dollar sowie an den dänischen Verkauf der Jungferninseln an Washington im Jahr 1917. Diese Transaktionen hätten Präzedenzfälle für derartige Landgeschäfte geschaffen, so der Kreml-Chef.

Mit einer fast schon spielerischen Kalkulation schlug Putin vor, dass der Kaufpreis für Grönland – unter Berücksichtigung der Inflation, der größeren Fläche im Vergleich zu Alaska und der Goldpreisentwicklung – bei etwa einer Milliarde Dollar liegen könnte. Eine Summe, die Washington sich seiner Meinung nach durchaus leisten könne.

Dänemark im Kreuzfeuer der Kritik

Die scharfe Kritik Putins an Dänemarks historischer Behandlung Grönlands ist dabei keineswegs zufällig gewählt. Kopenhagens finanzielle und militärische Unterstützung für die Ukraine hat in Moskau für erheblichen Unmut gesorgt. Russland führt bekanntlich seit 2022 einen Krieg um die vollständige Kontrolle über vier ukrainische Regionen, die es als eigenes Territorium beansprucht.

Außenminister Sergej Lawrow hatte bereits am Dienstag erklärt, dass die ressourcenreiche Rieseninsel, auf der bereits amerikanisches Militär stationiert ist, kein „natürlicher Teil" Dänemarks sei. Eine Aussage, die Trumps Position indirekt stützt, ohne den amerikanischen Präsidenten direkt zu loben – schließlich bemüht sich dieser gerade um einen Deal zur Beendigung des Ukraine-Krieges.

Ein gefährliches Spiel in der Arktis

Die scheinbare Gleichgültigkeit Moskaus sollte niemanden täuschen. Die Arktis ist längst zum Schauplatz eines neuen geopolitischen Wettlaufs geworden, bei dem es um Rohstoffe, Handelsrouten und militärische Kontrolle geht. Dass Putin sich nun demonstrativ zurücklehnt und den Amerikanern und Dänen empfiehlt, die Sache unter sich zu klären, könnte Teil einer größeren Strategie sein: Je tiefer der Riss zwischen den NATO-Partnern, desto besser für Russland.

Trump hatte in Davos zwar Drohungen mit Zöllen als Druckmittel zur Übernahme Grönlands zurückgenommen und den Einsatz militärischer Gewalt ausgeschlossen. Dennoch deutete er Fortschritte bei einem möglichen Deal an – eine Entwicklung, die das transatlantische Bündnis vor seine größte Zerreißprobe seit Jahrzehnten stellen könnte.

Die Frage bleibt: Wie lange kann Europa zusehen, während sein wichtigster Verbündeter offen territoriale Ansprüche gegen ein Mitgliedsland erhebt? Und welche Rolle wird Russland spielen, wenn sich der Staub gelegt hat?

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