
Pop-Titan Bohlen wehrt sich: Abmahnung gegen deutsche Medien wegen erfundener Konzert-Absagen
Es ist ein Lehrstück darüber, wie unkritisch und nachlässig die deutsche Medienlandschaft mittlerweile arbeitet. Dieter Bohlen, der 72-jährige Musikproduzent und Entertainer, hat von den Malediven aus eine Breitseite gegen zahlreiche deutsche Medien abgefeuert – und das offenbar mit gutem Grund. Der Vorwurf: Nachrichtenagenturen und Redaktionen hätten eine Falschmeldung aus Litauen ungeprüft übernommen und munter weiterverbreitet, wonach Konzerte des Künstlers wegen angeblich „prorussischer Äußerungen" abgesagt worden seien.
Konzerte, die es nie gab, können auch nicht gecancelt werden
Die Pointe an der Geschichte ist so simpel wie entlarvend: Es hat diese Konzerte schlicht nie gegeben. Kein Vertrag, keine Unterschrift, keine geplanten Auftritte. In einem Instagram-Video stellte Bohlen die Sachlage unmissverständlich klar. Er habe niemals einen Vertrag für Auftritte mit seiner Band „Blue System" in Memel oder Kaunas unterzeichnet. Was nicht existiere, könne logischerweise auch nicht abgesagt werden – eine Binsenweisheit, die offenbar an den Recherche-Abteilungen diverser Redaktionen vorbeigegangen ist.
Ursprung der Falschmeldung waren Berichte des litauischen Senders LRT sowie des staatlichen ukrainischen Online-Portals „United24". Von dort fand die Geschichte ihren Weg über Nachrichtenagenturen in die deutsche Medienlandschaft, wo sie bereitwillig aufgegriffen wurde. Ohne Gegenrecherche. Ohne Nachfrage beim Betroffenen. Ohne auch nur den Hauch eines journalistischen Grundreflexes.
Abmahnungen als Antwort auf journalistische Schlamperei
Bohlen reagierte mit einer Mischung aus Verärgerung und süffisantem Humor. Er habe seinen Anwalt eingeschaltet, und alle Medien, die die Falschmeldung verbreitet hätten, würden eine Abmahnung erhalten. „Ein bisschen Spaß muss ich auch haben", kommentierte er trocken. Unter sein Video setzte er den bezeichnenden Satz: „Keiner recherchiert mehr, ob was wahr ist oder nicht. Traurig."
Man mag von Dieter Bohlen halten, was man will – in diesem Punkt trifft er einen wunden Nerv. Die Bereitschaft deutscher Medien, Meldungen ungeprüft zu übernehmen, sofern sie nur ins gewünschte Narrativ passen, hat in den vergangenen Jahren erschreckende Ausmaße angenommen. Besonders wenn es darum geht, jemanden als „russlandfreundlich" zu brandmarken, scheinen sämtliche journalistischen Standards über Bord geworfen zu werden.
Russland-Keule als Totschlagargument
Was hatte Bohlen eigentlich gesagt, das ihm den Stempel „prorussisch" einbrachte? Er hatte vor einigen Monaten geäußert, dass Russland und Deutschland einmal ein „Dreamteam" gewesen seien. Eine historische Feststellung, die kaum jemand ernsthaft bestreiten dürfte, der sich an die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder vor 2022 erinnert. Darüber hinaus hatte sich der Musiker dafür ausgesprochen, wieder russisches Gas zu kaufen, um die horrenden Energiepreise in Deutschland zu senken – eine Position, die Millionen Deutsche teilen dürften, wenn sie ihre Strom- und Gasrechnungen betrachten.
Vor drei Jahren hatte Bohlen zudem die westlichen Sanktionen gegen Russland kritisiert. Auch das ist eine Meinung, die man teilen kann oder nicht – die aber in einer funktionierenden Demokratie selbstverständlich geäußert werden darf, ohne dass man dafür medial an den Pranger gestellt wird.
Ein Symptom des Verfalls
Der Fall Bohlen ist symptomatisch für den Zustand der deutschen Medienlandschaft. Statt sauber zu recherchieren, wird abgeschrieben. Statt verschiedene Perspektiven einzuholen, wird ein Narrativ bedient. Und wer es wagt, unbequeme Wahrheiten auszusprechen – sei es über Energiepolitik, über die Folgen von Sanktionen oder über den Zustand der deutsch-russischen Beziehungen –, der wird mit der „Russland-Keule" mundtot gemacht. Dass ausgerechnet ein Unterhaltungskünstler den Mut aufbringt, sich dagegen zu wehren, während sich weite Teile der politischen und medialen Elite in vorauseilendem Gehorsam üben, sagt viel über den Zustand unserer öffentlichen Debattenkultur aus.
Es bleibt zu hoffen, dass die angekündigten Abmahnungen ihre Wirkung entfalten – nicht nur finanziell, sondern vor allem als Weckruf für eine Branche, die ihren eigentlichen Auftrag zunehmend aus den Augen verliert: die Wahrheit zu berichten, nicht Stimmung zu machen.
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