
Nuklearer Schlagabtausch: Washington beschuldigt Peking geheimer Atomtests – China wittert Vorwand
Was klingt wie ein Kapitel aus dem Kalten Krieg, ist bittere Realität im Jahr 2025: Die Vereinigten Staaten haben neue Belege vorgelegt, die beweisen sollen, dass China im Juni 2020 einen geheimen unterirdischen Atomtest durchgeführt hat. Peking reagiert mit scharfer Zurückweisung – und einem bemerkenswert treffsicheren Gegenvorwurf.
Seismische Daten als Beweis?
Christopher Yeaw, Unterstaatssekretär im US-Außenministerium und promovierter Nuklearingenieur mit Geheimdiensthintergrund, präsentierte bei einer Veranstaltung des Hudson Institute Daten einer seismischen Messstation in Kasachstan. Diese habe am 22. Juni 2020 eine Explosion der Stärke 2,75 registriert – rund 720 Kilometer vom chinesischen Testgelände Lop Nur entfernt. Yeaw betonte, es gebe „sehr wenig Möglichkeit", dass es sich um etwas anderes als eine singuläre Explosion gehandelt habe. Weder Bergbausprengungen noch ein Erdbeben kämen als Erklärung in Frage.
Der Beamte argumentierte, China habe versucht, das Ereignis durch eine sogenannte Entkopplungstechnik zu verschleiern – dabei werde ein Sprengkörper in einem großen unterirdischen Hohlraum gezündet, um die seismischen Wellen zu dämpfen. Thomas DiNanno, Unterstaatssekretär für Rüstungskontrolle, hatte bereits zuvor erklärt, die US-Regierung sei sich bewusst, dass China nukleare Sprengversuche durchgeführt habe, „einschließlich Vorbereitungen für Tests mit vorgesehenen Sprengkräften im Bereich von Hunderten Tonnen".
Peking schießt zurück – und trifft ins Schwarze
Trotz der Feiertage zum chinesischen Neujahrsfest ließ Peking keine Zeit verstreichen, um zu reagieren. Über staatliche Kanäle wurde eine Erklärung verbreitet, die Washington ein durchsichtiges Manöver vorwirft: Trump sei begierig darauf, selbst wieder Atomtests durchzuführen, und brauche dafür einen plausiblen Vorwand. Die Beschuldigung Chinas sei genau dieser Vorwand.
„Washington ist viel zu voreilig. Kaum haben sie Gerüchte über einen angeblichen chinesischen Atomtest vor fast sechs Jahren fabriziert, kündigen sie bereits eigene Niedrigenergie-Atomtests an. Die Motive für die Verbreitung dieser Gerüchte sind allzu offensichtlich – sie geben sich nicht einmal Mühe, es zu verbergen."
Man muss kein Freund Pekings sein, um einzuräumen: Der zeitliche Zusammenhang ist frappierend. Yeaw erklärte tatsächlich am selben Tag, die USA seien bereit, als Reaktion auf die angeblichen geheimen Tests Chinas und Russlands selbst Niedrigenergie-Atomtests durchzuführen. Das riecht weniger nach Empörung als nach Kalkül.
Die internationale Überwachung bleibt vage
Die Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO), die weltweit Explosionen überwacht, konnte die US-Vorwürfe weder bestätigen noch entkräften. Generalsekretär Robert Floyd erklärte, die kasachische Messstation habe zwar „zwei sehr kleine seismische Ereignisse" im Abstand von zwölf Sekunden am 22. Juni 2020 registriert. Allerdings lägen diese weit unterhalb der Nachweisschwelle des Netzwerks, das Ereignisse ab einer Äquivalenz von 500 Tonnen TNT erfassen könne. Eine verlässliche Ursachenbestimmung sei mit diesen Daten allein nicht möglich.
Ein Vertrag, den niemand ratifiziert hat
Die Ironie der gesamten Debatte liegt in einem Detail, das gerne übersehen wird: Weder China noch die Vereinigten Staaten haben den Umfassenden Kernwaffenteststopp-Vertrag von 1996 ratifiziert. Beide haben ihn lediglich unterzeichnet. Chinas letzter offiziell anerkannter unterirdischer Test fand 1996 statt, der letzte amerikanische 1992. Seitdem verlassen sich die USA auf hochentwickelte Simulationen und Supercomputer zur Wartung ihrer Sprengköpfe – ein technologischer Vorsprung, den nicht jede Nuklearmacht teilen dürfte.
Das Ende von New START und die neue nukleare Unordnung
Der Zeitpunkt dieser Enthüllungen ist kein Zufall. Am 5. Februar lief der New-START-Vertrag aus – das letzte verbliebene Abkommen zur Begrenzung strategischer Atomwaffen zwischen den USA und Russland. Präsident Trump hatte China zuvor aufgefordert, an trilateralen Verhandlungen mit Russland teilzunehmen. Peking lehnte ab und verwies darauf, dass sein Arsenal mit geschätzten mehr als 600 einsatzbereiten Sprengköpfen weit kleiner sei als die der beiden Supermächte. Das Pentagon rechnet allerdings damit, dass China bis 2030 die Marke von 1.000 Sprengköpfen überschreiten wird.
Zum Vergleich: Russland verfügt nach Schätzungen der Federation of American Scientists über 5.459 Sprengköpfe, die USA über 5.177. Mit dem Auslaufen von New START fallen die Obergrenzen für stationierte strategische Sprengköpfe und Trägersysteme weg. Beide Seiten erklärten zwar, sich informell an die bisherigen Limits halten zu wollen – doch was sind informelle Zusagen in einer Welt, in der Verträge das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt werden?
Europa als stiller Zuschauer einer gefährlichen Eskalation
Während sich Washington und Peking einen nuklearen Schlagabtausch auf diplomatischer Ebene liefern, bleibt Europa einmal mehr in der Rolle des hilflosen Beobachters. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat mit ihrem 500-Milliarden-Sondervermögen zwar große Pläne für Infrastruktur – doch eine eigenständige sicherheitspolitische Strategie für eine Welt ohne nukleare Rüstungskontrollverträge sucht man vergebens. Deutschland leistet sich den Luxus, über Gendersprache und Klimaneutralität zu debattieren, während die geopolitischen Tektonikplatten sich verschieben.
Die Wahrheit ist unbequem: Wir stehen möglicherweise am Beginn eines neuen nuklearen Wettrüstens, bei dem alle drei Großmächte ihre Arsenale ausbauen – ohne jede vertragliche Begrenzung. Ob Chinas angeblicher Test von 2020 tatsächlich stattgefunden hat oder ob Washington hier einen Vorwand konstruiert, um selbst wieder testen zu können, wird sich womöglich nie zweifelsfrei klären lassen. Sicher ist nur eines: Die Welt ist unsicherer geworden. Und in Zeiten geopolitischer Unsicherheit bewährt sich einmal mehr, was sich seit Jahrtausenden bewährt hat – physische Edelmetalle als Anker der Vermögenssicherung in einem Sturm, dessen Ausmaß wir erst zu erahnen beginnen.
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