
Moskaus Dollar-Kehrtwende: Geheimverhandlungen mit Washington oder gezielte Marktmanipulation?

Eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg sorgt für erhebliche Unruhe auf den internationalen Finanzmärkten: Russland erwäge offenbar eine Rückkehr zum US-Dollar-Abrechnungssystem – und zwar im Rahmen eines umfassenden Deals mit der Trump-Regierung. Was auf den ersten Blick wie eine geopolitische Sensation klingt, wirft bei näherer Betrachtung mehr Fragen auf, als es Antworten liefert.
Sieben strategische Felder – ein Dokument voller Konjunktive
Dem Bericht zufolge soll die russische Führung Anfang 2026 ein detailliertes Strategiepapier unter hochrangigen Beamten zirkuliert haben. Darin würden sieben Kooperationsfelder zwischen Moskau und Washington skizziert, die im Falle eines Friedensabkommens im Ukraine-Krieg aktiviert werden könnten. Der Kern des Vorschlags: Russland kehrt zur Dollar-basierten Abrechnung zurück und erhält im Gegenzug wieder Zugang zu den internationalen Finanzmärkten. Die seit 2022 verhängten westlichen Sanktionen müssten dafür schrittweise aufgehoben werden.
Doch damit nicht genug. Moskau stelle den Amerikanern offenbar ein regelrechtes Füllhorn an wirtschaftlichen Verlockungen in Aussicht. Gemeinsame Investitionen in Offshore-Ölprojekte, Kooperationen bei Erdgasvorkommen, bevorzugte Konditionen für US-Unternehmen auf dem russischen Konsumgütermarkt und – besonders brisant – Partnerschaften bei strategisch kritischen Rohstoffen wie Lithium, Nickel und Platin. Man könnte fast meinen, der Kreml lege Washington die Schlüssel zur russischen Schatzkammer auf den Tisch.
Die BRICS-Achse unter Druck?
Sollte sich die Meldung bewahrheiten, hätte sie weitreichende Konsequenzen für das globale Machtgefüge. Russland wickelt derzeit rund 90 Prozent seines Handels mit China und Indien in lokalen Währungen ab. Eine Re-Dollarisierung würde die mühsam aufgebauten Finanzbeziehungen zwischen Moskau und Peking empfindlich schwächen. Das Strategiepapier argumentiere, so Bloomberg, dass eine Rückkehr zum Dollar die Volatilität des Rubels senken und gleichzeitig den globalen Status des Greenbacks stärken würde.
Für die BRICS-Staaten wäre ein solcher Schritt nichts weniger als ein Erdbeben. Jahrelang hatte man an einer Alternative zum Dollar-dominierten Finanzsystem gearbeitet. Jahrelang hatten Analysten und Kommentatoren das baldige Ende der amerikanischen Währungshegemonie prophezeit. Und nun soll ausgerechnet Russland – einer der lautstärksten Verfechter der De-Dollarisierung – eine Kehrtwende vollziehen?
Zweifel an der Glaubwürdigkeit – oder gezielte Manipulation?
Die Skepsis gegenüber dieser Meldung ist berechtigt und groß. Die russische Notenbankchefin Elvira Nabiullina soll kurz nach der Bloomberg-Veröffentlichung erklärt haben, dass die Zentralbank von derartigen Plänen keine Kenntnis habe. Ein bemerkenswerter Widerspruch, der die gesamte Geschichte in ein anderes Licht rückt.
Kritische Beobachter vermuten hinter der Meldung weniger einen echten Geheimdeal als vielmehr den Versuch, die Edelmetallmärkte unter Druck zu setzen. Denn eine Stärkung des Dollars geht traditionell mit einer Schwächung von Gold und Silber einher – zumindest kurzfristig. Tatsächlich hat sich an den Edelmetallmärkten nach der Veröffentlichung jedoch kaum etwas bewegt. Weder kam es zu einem nennenswerten Absturz, noch zu außergewöhnlichen Verwerfungen. Die physische Nachfrage nach Gold und Silber bleibt ungebrochen hoch – ein deutliches Signal, dass die Märkte die Bloomberg-Meldung mit der gebotenen Vorsicht einordnen.
Europa: Wieder einmal nur Zuschauer
Was bei all dem besonders auffällt, ist die vollständige Abwesenheit Europas in diesem geopolitischen Schachspiel. Während Washington und Moskau – ob nun real oder inszeniert – über milliardenschwere Deals verhandeln, steht die EU wie ein unbeteiligter Zaungast am Spielfeldrand. Kein Ziel, keine Strategie, kein Plan. Die europäischen Politiker wirken wie eine verlorene Generation, die den Mangel verwaltet, statt Zukunft zu gestalten. Und Deutschland? Unter der neuen Großen Koalition von Friedrich Merz türmt man munter weitere 500 Milliarden Euro Schulden auf, während die eigentlichen Weichenstellungen der Weltpolitik anderswo stattfinden.
Die bittere Wahrheit ist: Egal ob Russland tatsächlich zum Dollar zurückkehrt oder nicht – Europa wird in jedem Szenario die Zeche zahlen. Die Sanktionspolitik hat die europäische Wirtschaft mindestens ebenso hart getroffen wie die russische. Die Energiepreise sind explodiert, die Industrie wandert ab, und die Inflation frisst die Ersparnisse der Bürger auf. Doch statt aus diesen Fehlern zu lernen, klammert sich Brüssel weiter an eine Politik, die offensichtlich gescheitert ist.
Was bedeutet das für Anleger?
Unabhängig davon, ob sich die Bloomberg-Meldung als substanziell erweist oder als gezielte Desinformation entpuppt – eines wird durch diese Episode einmal mehr deutlich: Physische Edelmetalle bleiben der ultimative Anker in einer Welt, in der Währungen zum Spielball geopolitischer Interessen werden. Ob Dollar, Rubel oder Yuan – sie alle sind letztlich nur Versprechen auf Papier, gedeckt durch nichts als das Vertrauen in Regierungen, die dieses Vertrauen immer wieder aufs Neue verspielen. Gold und Silber hingegen kennen kein Gegenparteirisiko. Sie sind seit Jahrtausenden der verlässlichste Wertspeicher der Menschheit – und daran wird auch kein angeblicher Geheimdeal zwischen Moskau und Washington etwas ändern.
Wer sein Vermögen langfristig schützen möchte, tut gut daran, physische Edelmetalle als festen Bestandteil eines breit diversifizierten Portfolios zu betrachten. In Zeiten, in denen Staatsverschuldungen astronomische Höhen erreichen und geopolitische Verwerfungen zur Tagesordnung gehören, bieten sie eine Sicherheit, die kein Papiergeld dieser Welt garantieren kann.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, seine Investitionsentscheidungen auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls unter Hinzuziehung qualifizierter Berater zu treffen. Für etwaige Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Überlegungen entstehen, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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