
Kerosin-Krise im Schatten des Iran-Konflikts: Lufthansa beschwört Ruhe – doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache
Während die Reisebranche händeringend versucht, den Sommerurlaub zu retten, präsentiert sich die Lufthansa Group betont gelassen. Dieter Vranckx, Chief Commercial Officer des Kranich-Konzerns, verkündete am Mittwoch, die Treibstoffversorgung sei trotz der dramatischen Lage am Persischen Golf gesichert. Nur knapp ein Viertel der für Europa bestimmten Kerosinlieferungen müsse überhaupt die Straße von Hormus passieren – jene neuralgische Wasserstraße, die seit dem Iran-Konflikt zum geopolitischen Pulverfass geworden ist. Lieferengpässe? Aus Sicht der Lufthansa nicht zu erwarten.
Schöne Worte und harte Fakten
So beruhigend die Botschaft aus der Konzernzentrale klingt, so ernüchternd lesen sich die Zahlen, die der Versicherer Allianz vorlegt. Europa produziert nur etwa die Hälfte seines Kerosinbedarfs selbst. Rund 70 Prozent der Importe stammen traditionell aus der Golfregion. Im März brachen die Lieferungen aus dem Nahen Osten nach Nordwesteuropa gegenüber dem Vormonat um sage und schreibe 90 Prozent ein. Im April lagen sie praktisch bei null. Selbst bei einer raschen Wiederöffnung der Straße von Hormus, so die Allianz, würden drei bis sechs Monate vergehen, bis die Raffinerien wieder vollständig liefern könnten.
Der durchschnittliche Kerosinpreis kletterte laut Weltluftfahrtverband IATA zuletzt auf 162,55 US-Dollar je Barrel. Bei einem Treibstoffkostenanteil von 30 bis 35 Prozent an den Gesamtkosten einer Fluggesellschaft ist das eine schmerzhafte Größenordnung – die am Ende selbstverständlich der Kunde tragen wird.
Wer hat vorgesorgt – und wer nicht?
Spannend ist der Blick auf die Konkurrenz. Ryanair-Chef Michael O'Leary erklärte gegenüber dem Guardian, sein Unternehmen habe „fast keine Bedenken" mehr bezüglich der Treibstoffversorgung. Die Iren haben clever vorgesorgt: 80 Prozent ihres Kerosinbedarfs sind bis April 2027 zu rund 67 US-Dollar pro Barrel abgesichert. Eine Quote, von der andere nur träumen können. Auch der britische Ferienflieger Jet2 gibt sich kämpferisch und garantiert, keine Treibstoffaufschläge auf bereits gebuchte Flüge zu erheben.
Ganz anders sieht es bei easyJet aus. Der britische Billigflieger meldete für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 einen Vorsteuerverlust von 552 Millionen Pfund. Allein zusätzliche Kerosinkosten in Höhe von 25 Millionen Pfund drückten das Ergebnis. American Airlines rechnet laut Guardian für dieses Jahr sogar mit Mehrkosten von vier Milliarden US-Dollar durch teureren Treibstoff. Vier Milliarden – das sind Summen, die ganze Geschäftsmodelle ins Wanken bringen können.
Die geopolitische Abhängigkeit, die niemand wahrhaben wollte
Was die aktuelle Krise schonungslos offenlegt, ist die fatale Energieabhängigkeit Europas – ein Problem, das sich wie ein roter Faden durch die wirtschaftspolitischen Verfehlungen der letzten Jahrzehnte zieht. Erst war es russisches Gas, dessen Ausfall die deutsche Industrie an den Rand des Abgrunds brachte. Nun zeigt der Iran-Konflikt, wie verwundbar Europa beim Kerosin ist. Die ideologisch getriebene Energiepolitik der vergangenen Bundesregierungen hat Deutschland und Europa systematisch in eine Importabhängigkeit getrieben, deren Folgen wir nun schmerzhaft zu spüren bekommen. Während andernorts in Raffineriekapazitäten und strategische Reserven investiert wurde, beschäftigte man sich hierzulande lieber mit Heizungsgesetzen und Gendersternchen.
Was Verbraucher jetzt erwartet
Für den deutschen Urlauber bedeutet die Lage: Wer in diesem Sommer fliegt, wird tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Fluggesellschaften werden die gestiegenen Treibstoffkosten in irgendeiner Form weiterreichen – sei es durch höhere Ticketpreise, sei es durch Treibstoffaufschläge. Hinzu kommt die ohnehin galoppierende Inflation, befeuert durch das 500-Milliarden-Sondervermögen der Großen Koalition, das Generationen von Steuerzahlern belasten wird. Die Botschaft, der frischgebackene Kanzler werde keine neuen Schulden machen, hat sich als das entpuppt, was sie immer war: ein hohles Wahlversprechen.
Krisensicherheit beginnt mit echten Werten
In Zeiten, in denen geopolitische Verwerfungen ganze Volkswirtschaften erschüttern, in denen Lieferketten reißen und Energiepreise explodieren, zeigt sich einmal mehr der Wert dessen, was über Jahrhunderte Stabilität bewiesen hat: physische Edelmetalle wie Gold und Silber. Während Aktien von Fluggesellschaften unter teuren Treibstoffkosten ächzen und Währungen unter inflationärem Druck stehen, bewahren Edelmetalle ihre Kaufkraft – krisenunabhängig, geopolitisch neutral und nicht den Launen der Politik unterworfen. Eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle gehört in jedes breit gestreute Vermögensportfolio – als solider Anker in stürmischen Zeiten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die getroffenen Aussagen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung sollte auf einer eigenen, sorgfältigen Recherche basieren. Für die individuelle Beratung steht ein qualifizierter Finanzberater Ihres Vertrauens zur Verfügung. Eine Haftung für Anlageentscheidungen, die auf Basis dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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