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27.02.2026
17:05 Uhr

Grüne Sensation in Großbritannien: Starmers Labour-Partei verliert historische Nachwahl

Grüne Sensation in Großbritannien: Starmers Labour-Partei verliert historische Nachwahl

Was sich in der britischen Politik gerade abspielt, gleicht einem tektonischen Beben – und die Erschütterungen dürften weit über die Insel hinaus zu spüren sein. Bei einer Nachwahl im Wahlkreis Gorton and Denton hat die Green Party erstmals in ihrer Geschichte einen Sitz bei einer solchen Abstimmung erobert und dabei ausgerechnet Labour eine demütigende Niederlage zugefügt. Der Schwung von Labour zu den Grünen betrug satte 26 Prozent. Eine Ohrfeige, die sitzt.

Das Ende der Gewissheiten

Premierminister Keir Starmer, der erst im vergangenen Jahr mit großen Versprechen ins Amt gehievt wurde, steht nun unter massivem Druck, seine strauchelnde Regierung mit einem Linksruck zu retten. Doch genau hier liegt die Ironie: Labour verliert Wähler in beide Richtungen – nach links an die Grünen und nach rechts an Nigel Farages Reform UK. Green-Party-Chef Zack Polanski formulierte es mit britischem Understatement so: Das Ergebnis habe der britischen Politik „das Dach abgerissen".

Die Siegerin Hannah Spencer gewann mit einem deutlich komfortableren Vorsprung als die meisten Kommentatoren erwartet hatten. Die Umfragen hatten die Anziehungskraft der Grünen systematisch unterschätzt – ein Phänomen, das man auch aus der deutschen Politik nur allzu gut kennt. Die Grünen verfügen nun über fünf Sitze im britischen Unterhaus.

Reform UK: Erfolg oder Enttäuschung?

Für Nigel Farages Reform UK birgt das Ergebnis eine gemischte Botschaft. Mit rund 4.000 Stimmen Rückstand auf die Grünen und nur gut 1.000 Stimmen Vorsprung vor Labour landete die Partei auf dem zweiten Platz. Die Medien werden dies als Unterperformance darstellen – zu Unrecht, wie nüchterne Analysten betonen. Gorton and Denton stand auf Platz 413 der Zielliste von Reform UK. Selbst bei nationalen Umfragewerten von rund 30 Prozent war ein Sieg hier schlicht unrealistisch.

Dennoch offenbart sich ein strukturelles Problem: Reform UK braucht dringend lokale Kandidaten. So banal es klingen mag – Wähler bevorzugen Bewerber, die sie im örtlichen Supermarkt beim Einkaufen treffen könnten. Spencer nutzte genau diesen Vorteil geschickt aus.

Die Konservativen: Ein Schatten ihrer selbst

Geradezu erschütternd ist das Abschneiden der Conservatives. Gerade einmal 706 Stimmen, magere 1,9 Prozent – der niedrigste Stimmenanteil bei einer Nachwahl in der Geschichte der Partei. Zum ersten Mal seit fast 40 Jahren verloren die Tories bei einer englischen Nachwahl ihre Kaution. Wer angesichts solcher Zahlen noch ernsthaft von einer konservativen Renaissance träumt, der lebt in einer Parallelwelt.

Die viel diskutierte Idee eines Paktes zwischen Reform UK und den Konservativen wird von Establishment-Medienvertretern befeuert, deren berufliche Relevanz am Zugang zur Conservative Party hängt. Farage selbst wurde von solchen Absprachen bereits in der Vergangenheit verbrannt. Es liegt an den Konservativen, einen solchen Deal glaubwürdig anzubieten – nicht umgekehrt.

Beunruhigende Wahlbeobachtungen

Was jedoch weit über parteipolitische Verschiebungen hinausgeht, sind die alarmierenden Berichte über Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe. Die Organisation Democracy Volunteers, die von der Wahlkommission Zugang zu Wahllokalen erhält, dokumentierte „besorgniserregend hohe" Raten sogenannter „Family Voting"-Praktiken. Dabei betreten zwei Wähler gemeinsam eine Wahlkabine, wobei häufig einer die Stimmabgabe des anderen dirigiert – eine illegale Praxis.

Die Zahlen sind frappierend: In 68 Prozent der Wahllokale in Gorton and Denton wurde dieses Phänomen beobachtet, betroffen waren 12 Prozent der beobachteten Wähler. Zum Vergleich: Bei der jüngsten Nachwahl in Runcorn and Helsby lag die Rate bei lediglich 12 Prozent der Wahllokale und einem Prozent der Wähler. John Ault, Direktor von Democracy Volunteers, sprach von den höchsten jemals in zehn Jahren Wahlbeobachtung gemessenen Werten. Der Stadtrat von Manchester wies die Vorwürfe zurück und kritisierte, dass die Beobachter die Probleme nicht sofort gemeldet hätten.

Sektiererische Wahlmuster als Demokratiegefahr

Die Nachwahl hat zudem ein Thema in den Vordergrund gerückt, das seit dem Aufstieg der sogenannten „Gaza-Unabhängigen" an Brisanz gewinnt: das Problem sektiererischer Wahlmuster in Großbritannien. Die Green Party veröffentlichte Wahlkampfvideos auf Urdu und Bangla – ein deutliches Signal, welche Wählergruppen gezielt angesprochen werden sollten. Die Berichterstattung von Sky News analysierte ausführlich den ethnischen Minderheitenanteil im Wahlkreis.

Hier lauert eine Gefahr, die weit über britische Verhältnisse hinausweist. Eine politische Klasse, die in amerikanischen Denkmustern sozialisiert wurde, könnte versucht sein, diese Entwicklung als harmlose britische Variante US-amerikanischer Identitätspolitik abzutun. Doch die Einwanderungsmuster – und damit die Wahlverhaltensmuster – in Großbritannien unterscheiden sich fundamental von jenen in den Vereinigten Staaten.

Parallelen zu Deutschland unübersehbar

Für den aufmerksamen deutschen Beobachter bietet das britische Schauspiel reichlich Stoff zum Nachdenken. Auch hierzulande erodiert das Vertrauen in die etablierten Parteien. Auch hierzulande gewinnen Kräfte an den Rändern des politischen Spektrums an Zulauf, während die einstigen Volksparteien ihre Stammwähler in Scharen verlieren. Die Fragmentierung der politischen Landschaft ist kein rein britisches Phänomen – sie ist ein gesamteuropäisches Symptom einer politischen Klasse, die den Kontakt zu den Sorgen und Nöten der normalen Bürger verloren hat.

Angela Rayner, die ehemalige stellvertretende Premierministerin und Favoritin der Buchmacher für die Nachfolge Starmers, nannte das Ergebnis einen „Weckruf". Ob Labour – oder die politische Klasse insgesamt – tatsächlich aufwacht, bleibt abzuwarten. Die Geschichte lehrt, dass solche Weckrufe allzu oft ungehört verhallen, bis es zu spät ist.

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