
Epstein-Skandal erschüttert Großbritannien: Labour-Premier Starmer am Abgrund

Was mit einer scheinbar harmlosen E-Mail im Oktober 2005 begann, hat sich zu einem politischen Erdbeben entwickelt, das die britische Regierung in ihren Grundfesten erschüttert. Die jüngsten Veröffentlichungen der sogenannten „Epstein-Files" durch das US-Justizministerium haben Verbindungen zwischen hochrangigen Labour-Politikern und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ans Licht gebracht, die selbst hartgesottene Beobachter der britischen Politik sprachlos machen.
Lord Mandelsons verfängliche Freundschaft mit einem Pädophilen
Im Zentrum des Skandals steht Peter Mandelson, einst einer der mächtigsten Strippenzieher der Labour-Partei unter Tony Blair. Der Mann, der es bis zum Stellvertreter des Premierministers brachte, pflegte offenbar über Jahre hinweg eine enge Beziehung zu Epstein – jenem Hedgefondsmanager, der nebenbei einen internationalen Kindesmissbrauchsring betrieb. Die nun veröffentlichten Dokumente zeichnen ein verstörendes Bild: Mandelson besuchte nicht nur mehrfach Epsteins berüchtigte Privatinsel, auf der zahllose Verbrechen begangen wurden, sondern versorgte den Sexualstraftäter auch mit vertraulichen Informationen aus dem Herzen der britischen Regierung.
Besonders brisant erscheint die Tatsache, dass Mandelson den Kontakt zu Epstein selbst nach dessen Verurteilung wegen Kinderprostitution aufrechterhielt. Er informierte den verurteilten Straftäter über geheime Koalitionsgespräche und den bevorstehenden Rücktritt von Premierminister Gordon Brown im Jahr 2010. Darüber hinaus soll Epstein Mandelson und dessen Ehepartner wiederholt mit Geld versorgt haben – ein Umstand, der unweigerlich die Frage aufwirft, welche Gegenleistungen dafür erwartet wurden.
Starmers fatale Entscheidung
Doch der eigentliche politische Sprengstoff liegt in der Gegenwart. Premierminister Keir Starmer ernannte ausgerechnet diesen Mandelson im Dezember 2024 zum britischen Botschafter in den Vereinigten Staaten – und das, obwohl er von dessen Verbindungen zu Epstein wusste. Diese Entscheidung, die offenbar maßgeblich von Starmers Stabschef Morgan McSweeney vorangetrieben wurde, erweist sich nun als politischer Bumerang von verheerender Wucht.
McSweeney, ein enger Vertrauter sowohl Starmers als auch Mandelsons, soll die Berufung sogar gegen den ausdrücklichen Willen der Trump-Administration durchgesetzt haben. Das britische Außenministerium wurde von der Entscheidungsfindung schlichtweg ausgeschlossen. Als dann im September die ersten Epstein-Dokumente veröffentlicht wurden und Mandelson massiv unter Druck geriet, versuchte McSweeney zunächst noch, eine Abberufung des Botschafters zu verhindern.
Die Konsequenzen für Mandelson
Mittlerweile hat Mandelson seinen Botschafterposten verloren, ist aus der Labour-Partei ausgetreten und hat seinen Sitz im Oberhaus aufgegeben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Fehlverhalten im öffentlichen Amt gegen ihn. Seine Karriere im Licht der Öffentlichkeit scheint beendet – doch für seine politischen Verbündeten könnte das Nachspiel gerade erst beginnen.
Labour in der Existenzkrise
Die Opposition – von den Konservativen bis zu den Liberaldemokraten – fordert geschlossen Starmers Rücktritt. Selbst aus den eigenen Reihen mehren sich die kritischen Stimmen. Die Labour-Abgeordnete Rachael Maskell brachte es auf den Punkt: Der Premierminister müsse zurücktreten, wenn die Partei jemals wieder das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen wolle.
Starmer selbst versuchte am Donnerstag in einer Rede die Wogen zu glätten. Er entschuldigte sich für die Ernennung Mandelsons und behauptete, von dessen Lügen über das wahre Ausmaß der Epstein-Beziehung getäuscht worden zu sein. Doch diese Verteidigungslinie wirkt dünn, fast schon verzweifelt. Die Frage, warum ein erfahrener Politiker wie Starmer nicht gründlicher recherchierte, bevor er einen Mann mit bekannten Epstein-Verbindungen zum Botschafter in Washington machte, bleibt unbeantwortet.
Ein Symptom tieferliegender Probleme
Der Epstein-Skandal trifft Labour in einer ohnehin prekären Lage. Seit seinem Amtsantritt kämpft Starmer mit katastrophalen Beliebtheitswerten, die mittlerweile die gesamte Partei nach unten gezogen haben. Mit etwa 19 Prozent in den Umfragen liegt Labour weit abgeschlagen hinter Nigel Farages Reform UK – eine Demütigung für eine Partei, die erst im Juli 2024 einen erdrutschartigen Wahlsieg feierte.
Was sich in Großbritannien abspielt, ist mehr als nur ein Skandal um persönliche Verfehlungen. Es ist ein Lehrstück darüber, wie tief die Verstrickungen zwischen politischen Eliten und fragwürdigen Netzwerken reichen können. Die Epstein-Affäre wirft ein grelles Licht auf eine politische Klasse, die offenbar über Jahre hinweg Verbindungen zu einem verurteilten Sexualstraftäter pflegte – und diese Verbindungen selbst dann nicht kappte, als das wahre Ausmaß von Epsteins Verbrechen längst bekannt war.
Für die britischen Bürger stellt sich nun die berechtigte Frage: Wer regiert sie eigentlich? Und welche anderen Verbindungen schlummern noch in den Akten, die das US-Justizministerium bisher nicht veröffentlicht hat? Die kommenden Tage und Wochen werden zeigen, ob Starmer diese Krise politisch überlebt – oder ob der Epstein-Skandal das Ende seiner kurzen Amtszeit einläutet.

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