
Diesel-Aufstand in Italien: Lkw-Blockaden leeren die Supermarktregale!

Im Süden Italiens geht nichts mehr. Seit Tagen legen Lkw-Fahrer und Landwirte aus Protest gegen die hohen Dieselpreise Autobahnen, Häfen und Lager lahm. Am Dienstag, dem 20. Oktober, empfing Verkehrsminister Matteo Salvini die Transportbranche in der Präfektur Mailand. Ob er den Konflikt damit beenden kann, ist offen.
Diesel für 2,30 Euro: Wenn Fahren zum Verlustgeschäft wird
Der Auslöser ist so einfach wie brutal. Laut dem italienischen Wirtschaftsministerium nähert sich der durchschnittliche Dieselpreis der Marke von 2,30 Euro pro Liter. Viele Speditionen holen ihre Kosten nicht mehr herein. Jede Fahrt kostet sie Geld, statt welches zu bringen.
Dahinter steht ein globaler Energieschock. Der Ölpreis der Sorte Brent liegt Berichten zufolge über 110 Dollar, an den Märkten wächst die Sorge vor weiteren Angriffen auf Öltransporte durch die Straße von Hormus. Die ersten Blockaden begannen Anfang Oktober in Apulien und Kalabrien. Inzwischen sind auch Kampanien, Sizilien, die Basilikata und Molise betroffen.
Leere Regale, trockene Zapfsäulen
Am Montag stand der Verkehr auf der A1 zwischen Neapel und Caserta und auf der A30 Richtung Salerno weitgehend still. Lkw blockierten Verkehrsknoten und Häfen. In den Lagern großer Supermarktketten wurde kaum noch be- und entladen.
Die Folgen spüren die Bürger direkt. In den Supermärkten werden Obst, Gemüse, Fleisch, Milchprodukte und Tiefkühlware knapp. Medienberichten zufolge hatten in Apulien schon Mitte Oktober 150 der 270 Eni-Tankstellen keinen Treibstoff mehr. Auch Baustellen und die Müllabfuhr sind betroffen. Manche Läden haben geschlossen, die einen aus Solidarität mit den Protestierenden, die anderen, weil schlicht keine Ware mehr kommt.
Der Handelsverband Confcommercio Sicilia schätzt den Schaden nach fünf Protesttagen auf 40 bis 50 Millionen Euro. In Molise warnt die Bauwirtschaft, die Baustellen könnten komplett stillstehen. Pasquale Russo, Präsident des Transportverbands Conftrasporto, drängt auf eine schnelle Lösung:
„Es ist eine Lage, die bei längerer Dauer die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs gefährden könnte. Die Unternehmen erleiden wirtschaftliche Schäden, für die Kundschaft bedeutet das immer weitere Unannehmlichkeiten.“
Die Forderungen: Geld, das der Staat schuldet
Die Branche verlangt keine Almosen. Sie fordert vor allem Geld, das ihr ohnehin zusteht:
- die Auszahlung ausstehender Steuergutschriften von insgesamt 430 Millionen Euro
- mehr Fördermittel für den kombinierten Transport per Lkw und Schiff
- niedrigere Gebühren für die Überfahrt über die Straße von Messina
Dass Unternehmer erst Autobahnen blockieren müssen, damit der Staat zugesagte Gutschriften auszahlt, sagt viel über die Verlässlichkeit staatlicher Versprechen. Italienischen Medienberichten zufolge stellte das Verkehrsministerium nach dem Treffen ein Hilfspaket in Aussicht. Die Rede ist von zunächst 300 Millionen Euro, insgesamt sollen 480 Millionen bereitstehen. Im Süden liefen die Blockaden aber vorerst weiter.
Die Protestbewegung ist zerstritten
Eine Einigung ist auch deshalb schwierig, weil die Protestierenden nicht mit einer Stimme sprechen. Salvatore Bella, Koordinator des sizilianischen Comitato Trasportatori Siciliani (CTS), gab sich zuversichtlich. Giuseppe Richichi vom Verband Aias aus Catania hat sich dagegen vom CTS losgesagt und organisiert eigene Aktionen, etwa an der Autobahn Catania–Messina. Wie es weitergeht, will er erst nach dem Ergebnis des Runden Tisches in Mailand entscheiden.
Eine Warnung auch für Deutschland
Was in Neapel und Palermo passiert, sollte man auch in Berlin ernst nehmen. Die Bilder zeigen, wie schnell eine moderne Versorgung zusammenbricht, wenn Energie unbezahlbar wird. Mehr als ein paar Tage Stillstand braucht es dafür nicht. Auch hierzulande treiben Energiesteuern und ein steigender CO₂-Preis die Kosten für Spediteure, Landwirte und Pendler. Die Frage ist, wie lange das gut geht.
Für Sparer zeigt die Krise einmal mehr: Wenn Lieferketten reißen und Energiepreise das Preisniveau nach oben drücken, verlieren Geldvermögen still an Wert. Physisches Gold und Silber sind seit Jahrhunderten ein bewährter Schutz in solchen Zeiten und können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen zur Absicherung beitragen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
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