
BrĂŒssel zeigt der Schweiz die kalte Schulter: Parmelin scheitert bei Merz mit Stahl-Bitte

Es ist eine dieser diplomatischen Begegnungen, bei denen die Höflichkeitsfloskeln den eigentlichen Eklat kaum noch kaschieren können. Als der Schweizer BundesprĂ€sident Guy Parmelin am Dienstag im Berliner Kanzleramt vor Friedrich Merz trat, ging es nicht um die ĂŒbliche Folklore wechselseitiger Freundschaftsbeteuerungen, sondern um handfeste wirtschaftliche Interessen â und um die Frage, ob die Schweiz von der EuropĂ€ischen Union erneut als VerfĂŒgungsmasse behandelt werde. Parmelin fand auf der gemeinsamen Pressekonferenz einen Satz, der wie ein diplomatischer Faustschlag wirkte: «Das hilft unserem VerhĂ€ltnis nicht.»
Stahlharte RealitÀt statt warmer Worte
Der Anlass dieser ungewohnt scharfen Tonlage aus Bern: die geplanten Schutzzölle, mit denen BrĂŒssel seine darbende Stahlindustrie abschotten möchte â auf Kosten der eidgenössischen Produzenten. Die Schweiz, obwohl kein EU-Mitglied, soll erneut die Zeche zahlen fĂŒr eine Industriepolitik, die in BrĂŒssel ersonnen und in den HauptstĂ€dten der Mitgliedstaaten abgesegnet wird. Merz, der CDU-Kanzler einer GroĂen Koalition, die selbst noch nach Orientierung sucht, zeigte zwar artiges VerstĂ€ndnis, schob die Verantwortung jedoch elegant auf die EU-Kommission. So gering wie möglich sollten die Zölle ausfallen, das liege im beidseitigen Interesse â doch ein Zollabkommen mit den USA habe nun einmal PrioritĂ€t.
Ăbersetzt heiĂt das: Die Schweiz möge sich hinten anstellen. Es sei daran erinnert, dass Donald Trump seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 mit massiven Zollerhöhungen den Welthandel umpflĂŒgt â 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf chinesische Waren. BrĂŒssel ringt um eine Antwort und nimmt dabei billigend in Kauf, dass kleinere Partner unter die RĂ€der geraten.
Ein Handelsvolumen, das niemand riskieren sollte
Dabei wĂ€re das deutsch-schweizerische VerhĂ€ltnis eigentlich ein wirtschaftliches Bollwerk. Ăber 100 Milliarden Franken Handelsvolumen verbinden beide LĂ€nder, Deutschland ist und bleibt der mit Abstand wichtigste Partner der Eidgenossen. Doch was nĂŒtzt diese Verflechtung, wenn deutsche Politiker sich offenbar nicht mehr trauen, in BrĂŒssel auf den Tisch zu hauen? Bemerkenswerterweise war es fĂŒr Merz bereits das zweite Treffen mit einem Schweizer BundesprĂ€sidenten innerhalb weniger Monate â im April hatte er Parmelins VorgĂ€ngerin Karin Keller-Sutter empfangen. Viel mehr als wohlfeile Worte scheint dabei aber nicht herauszuspringen.
BrĂŒsseler BĂŒrokratie schlĂ€gt nachbarschaftliche Vernunft
Hier zeigt sich exemplarisch, wie eine ĂŒberdehnte EU-BĂŒrokratie die Beziehungen zwischen souverĂ€nen, freundschaftlich verbundenen Nationen vergiftet. Statt SchutzwĂ€lle gegen leistungsfĂ€hige Schweizer Stahlproduzenten zu errichten, mĂŒsste BrĂŒssel die strukturellen Probleme der eigenen Industrie angehen: ausufernde Energiekosten, eine ideologiegetriebene Klimapolitik, erstickende Regulierung. Doch das wĂ€re Knochenarbeit. Zölle hingegen sind bequem â und werden, wie ĂŒblich, am Ende die Konsumenten und mittelstĂ€ndischen Verarbeiter zahlen.
Was bleibt: Vertrauen als Verlierer
Parmelins kĂŒhle Bemerkung dĂŒrfte in Berlin und BrĂŒssel verhallen, doch sie ist symptomatisch fĂŒr eine sich anbahnende Entfremdung. Die Schweiz, die ihre SouverĂ€nitĂ€t traditionell hochhĂ€lt, beobachtet mit wachsender Skepsis, wie die EU ihre Nachbarn behandelt. Wer sich angesichts solcher Entwicklungen fragt, wie er sein Vermögen vor den Verwerfungen einer zunehmend protektionistischen, von politischen Eingriffen gebeutelten Weltwirtschaft schĂŒtzen kann, findet seit jeher in physischen Edelmetallen wie Gold und Silber einen verlĂ€sslichen StabilitĂ€tsanker â unabhĂ€ngig von BrĂŒsseler Launen und Berliner Kompromissformeln. Eine durchdachte Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit gestreutes Portfolio hat sich in unsicheren Zeiten stets bewĂ€hrt.
Hinweis: Die in diesem Artikel dargestellten EinschĂ€tzungen geben ausschlieĂlich die Meinung unserer Redaktion wieder und stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und seine Entscheidungen eigenverantwortlich zu treffen. FĂŒr Anlageentscheidungen wird keinerlei Haftung ĂŒbernommen.
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