
29 Prozent: AfD zieht der Union in neuer Umfrage davon

Die AfD erreicht in einer neuen Bundestagsumfrage des Instituts pollytix 29 Prozent – ein Plus von einem Punkt und der höchste Wert, den dieses Institut je für die Partei gemessen hat. Die Union bleibt bei 20 Prozent. Damit wächst der Abstand auf neun Prozentpunkte, ebenfalls Rekord in dieser Umfragereihe.
Kanzlerpartei im Rückwärtsgang
Der Rest des Feldes bewegt sich kaum. Die SPD verliert einen Punkt auf 14 Prozent, die Grünen liegen bei 13, die Linke bei elf, die FDP bei fünf Prozent. Das BSW bleibt mit vier Prozent draußen.
Bemerkenswert ist vor allem die Rechenlage im Bundestag. Nach dieser Modellrechnung käme die AfD auf 199 Mandate, die Union auf 137, die SPD auf 96, die Grünen auf 89, die Linke auf 75 und die FDP auf 34. Für eine Mehrheit im 630 Sitze großen Parlament bräuchte es 316 Stimmen.
Schwarz-Rot wäre abgewählt
Die amtierende Koalition aus Union und SPD läge bei zusammen 233 Sitzen – meilenweit von einer Mehrheit entfernt. Rechnerisch bliebe nur ein Dreierbündnis mit den Grünen, das mit 322 Mandaten knapp über die Ziellinie käme.
Für Friedrich Merz wäre das eine bittere Pointe. Der Kanzler, der im Wahlkampf für eine wirtschaftsliberale Wende und einen härteren Migrationskurs stand, müsste sich ausgerechnet jene Partei ins Boot holen, deren Politik er zuvor scharf kritisiert hatte. Ein Zusammengehen mit der Linkspartei verhindert der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU, eine Regierungsbeteiligung der AfD die selbst gesetzte Brandmauer.
Sachsen-Anhalt als Warnschuss
Wie belastbar solche Zahlen sind, zeigte der vergangene Sonntag. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September holte die AfD nach dem vorläufigen Ergebnis 43,8 Prozent, die CDU stürzte auf 17,2 Prozent ab. Die SPD kam auf 9,3, die Grünen auf 8,9, die Linke auf 8,6 Prozent.
Die Institute hatten die Union kurz vor der Wahl noch bei 22 bis 23 Prozent gesehen, die AfD bei 40 bis 43 Prozent. Der Absturz der Christdemokraten fiel also deutlich heftiger aus als vorhergesagt – ein Datenpunkt, der viele Leser an der Aussagekraft von Sonntagsfragen zweifeln lässt.
Am 20. September folgen die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und im Berliner Abgeordnetenhaus. Zwei weitere Stresstests für eine Koalition, die im Bund erst seit Mai 2025 regiert.
Was hinter dem Trend steckt
Aus Sicht unserer Redaktion sind diese Zahlen kein Betriebsunfall, sondern das Echo enttäuschter Erwartungen: Rekordkriminalität in der Polizeilichen Kriminalstatistik, eine schwächelnde Industrie, hohe Abgabenlast – und ein Kanzler, der trotz gegenteiliger Ansagen ein 500-Milliarden-Schuldenpaket auflegte. Wer Vertrauen verspielt, verliert Prozentpunkte.
Für Sparer bleibt das Bild unbequem. Politische Unsicherheit, wachsende Staatsschulden und ein Parteiensystem im Umbruch sind selten gute Nachrichten für Papierwerte. Physisches Gold und Silber gelten vielen Anlegern in solchen Phasen als bewährte Ergänzung – als Baustein einer breit gestreuten Vermögenssicherung, der außerhalb des politischen Zugriffs liegt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser sollte eigene Recherchen anstellen und trägt für seine Anlageentscheidungen die volle Verantwortung.

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