
Zurück zur Kohle: Washington setzt auf fossile Kraftwerke – und stellt Europas Energiepolitik bloß
Während Deutschland seine letzten Kernkraftwerke abgeschaltet hat und sich in einem ideologisch aufgeladenen Energiewende-Experiment verliert, geht die US-Regierung unter Präsident Donald Trump einen diametral entgegengesetzten Weg. In Alaska soll erstmals seit über einem Jahrzehnt ein komplett neues Kohlekraftwerk entstehen – ein Milliardenprojekt, das den energiepolitischen Kurs der Vereinigten Staaten unmissverständlich unterstreicht. Man mag von Kohle halten, was man will. Doch eines lässt sich nicht leugnen: Washington handelt, während Berlin debattiert.
Ein Gigawatt-Kraftwerk für die KI-Revolution
Das sogenannte Terra Energy Center soll für rund eine Milliarde Dollar ein Kraftwerk mit einer Leistung von 1,25 Gigawatt errichten. Damit wäre es die größte neue Kohleanlage in den USA seit dem Sandy-Creek-Kraftwerk in Texas, das 2013 mit 932 Megawatt ans Netz ging. Die Dimension ist beachtlich – und die Begründung ebenso. Die US-Regierung verweist auf den explodierenden Strombedarf der Rechenzentren, die für künstliche Intelligenz rund um die Uhr gewaltige Energiemengen verschlingen. Innenminister Doug Burgum habe das Ziel einer lückenlosen Stromversorgung formuliert und die Energiefrage direkt mit dem technologischen Wettlauf gegen China verknüpft.
Man muss kein Freund fossiler Brennstoffe sein, um die strategische Logik dahinter zu erkennen. Wer im globalen KI-Rennen bestehen will, braucht verlässliche Grundlast – keine Windräder, die bei Flaute stillstehen, und keine Solarpanels, die nachts keinen Strom liefern. Die Amerikaner haben das offenbar verstanden.
Südkoreanisches Kapital für amerikanische Energie
Bemerkenswert ist auch die internationale Dimension des Projekts. Die südkoreanische Beteiligungsgesellschaft Koreit wolle die Hälfte des Eigenkapitals tragen. Zudem habe das Konsortium eine Absichtserklärung mit Hyundai Heavy Industries Power Systems für die Kraftwerkskessel unterzeichnet. Ausländisches Kapital fließt also in amerikanische Energieinfrastruktur – ein Zeichen dafür, dass internationale Investoren durchaus Vertrauen in die energiepolitische Richtung der Trump-Administration setzen.
Energieminister Chris Wright erklärte derweil, dass Anlagen mit insgesamt 17 Gigawatt Leistung weiter am Netz blieben, die ohne politische Eingriffe wohl abgeschaltet worden wären. Darüber hinaus stelle der Bund bis zu 525 Millionen Dollar für Modernisierung und Neubau bereit. Washington stemmt sich damit bewusst gegen einen Markttrend, der Kohle seit Jahren zurückdrängt – der Kohleanteil am US-Strommix liegt inzwischen bei nur noch etwa 16 Prozent.
Kritiker warnen vor wirtschaftlichen Risiken
Natürlich gibt es berechtigte Einwände. Experten, Finanzanalysten und Umweltverbände warnen vor hohen Kosten und unsicheren Renditen. Dennis Wamsted vom Institute for Energy Economics and Financial Analysis mahnte, dass neue Kohlekraftwerke am Kapitalmarkt auf erhebliche Skepsis stoßen würden. Die entscheidende Frage sei, ob Investoren ihr eingesetztes Kapital jemals zurückerhalten könnten. Der Markt setze längst stärker auf günstigeres Erdgas und andere Alternativen.
Diese Bedenken sind nicht von der Hand zu weisen. Doch sie offenbaren zugleich einen fundamentalen Unterschied in der Denkweise: Während die USA Energiepolitik als Frage der nationalen Sicherheit und technologischen Souveränität begreifen, hat sich Deutschland in eine Situation manövriert, in der Energieversorgung primär durch die Brille der Klimaideologie betrachtet wird. Der deutsche Atomausstieg – der laut einer aktuellen Studie jeden Bürger rund 3.900 Euro kostet – ist das wohl eindrücklichste Beispiel für diese verhängnisvolle Prioritätensetzung.
Ein Lehrstück für Deutschland
Aus der Kohleindustrie selbst komme erwartungsgemäß Zustimmung. Randall Atkins, Chef von Ramaco Resources und Mitglied des wiederbelebten National Coal Council, habe betont, im Mittelpunkt stehe die Frage, wie man die Rechenzentren zuverlässig mit Energie versorgen könne. Kohle rücke damit erneut als vermeintlich sichere Grundlastquelle ins Zentrum der Debatte.
Ob das Alaska-Projekt wirtschaftlich tragfähig sein wird, muss sich erst noch zeigen. Doch unabhängig davon sendet Washington ein unmissverständliches Signal: Energiesicherheit geht vor Klimasymbolik. Pragmatismus schlägt Ideologie. Und wer im globalen Technologiewettbewerb bestehen will, kann es sich schlicht nicht leisten, auf verlässliche Energiequellen zu verzichten – ganz gleich, ob sie dem Zeitgeist entsprechen oder nicht.
Deutschland täte gut daran, diese Lektion zu beherzigen. Statt weiter Milliarden in eine Energiewende zu pumpen, deren Kosten explodieren und deren Versorgungssicherheit fragwürdig bleibt, bräuchte es eine nüchterne Bestandsaufnahme. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar versprochen, die Wirtschaft wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Doch solange die Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz verankert wird und ein 500-Milliarden-Sondervermögen die Staatsschulden in die Höhe treibt, bleibt fraglich, ob Berlin den Mut aufbringt, energiepolitisch wirklich umzusteuern. Die Amerikaner jedenfalls haben diesen Mut – ob man ihre Methoden nun gutheißt oder nicht.
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und energiepolitischer Verwerfungen erweist sich einmal mehr, wie wichtig es ist, das eigene Vermögen breit aufzustellen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bieten seit Jahrtausenden einen bewährten Schutz gegen Inflation, Währungsrisiken und politische Fehlentscheidungen – und verdienen daher einen festen Platz in jedem ausgewogenen Anlageportfolio.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.

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