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27.01.2026
06:17 Uhr

Winterchaos legt Deutschland lahm: Wenn Schnee und Eis die marode Infrastruktur entlarven

Winterchaos legt Deutschland lahm: Wenn Schnee und Eis die marode Infrastruktur entlarven

Deutschland versinkt im Schnee – und mit ihm offenbar auch die letzten Reste einer funktionierenden Infrastruktur. Von Hamburg bis Bayern kämpfen Pendler, Schüler und Bahnreisende gegen die Unbill des Winters, während sich einmal mehr zeigt, wie anfällig unser Land für selbst moderate Wetterkapriolen geworden ist. Ein Blick auf die aktuelle Lage offenbart ein erschreckendes Bild der Hilflosigkeit.

Glatteis und Schnee: Der Deutsche Wetterdienst warnt eindringlich

Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes lassen keinen Zweifel aufkommen: Die Glatteisgefahr dauert an. Ein ungemütlicher Mix aus Regen und Schnee wird die kommenden Tage prägen, wobei insbesondere in der Mitte Deutschlands mit gefrierendem Regen zu rechnen sei. Die Warnung vor markanter Glätte erstreckt sich von Hamburg bis zur Mitte Bayerns und umfasst weite Teile Nordrhein-Westfalens.

Die Empfehlung der Behörden klingt dabei fast schon resigniert: Nicht notwendige Fahrten und Aufenthalte im Freien sollten vermieden werden. Man fragt sich unweigerlich, ob dies in einem Land, das einst für seine Ingenieurskunst und Zuverlässigkeit weltberühmt war, wirklich die einzige Antwort auf ein paar Zentimeter Schnee sein kann.

Deutsche Bahn: Vereiste Oberleitungen als Dauerproblem

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn läuft nach eigenen Angaben „größtenteils wieder regulär" – eine Formulierung, die bei regelmäßigen Bahnfahrern bestenfalls ein müdes Lächeln hervorrufen dürfte. Die Lage habe sich „erheblich verbessert", verkündete ein Bahnsprecher, nachdem der Fernverkehr Richtung Ostsee am Vortag komplett eingestellt werden musste.

Im Nordosten des Landes kämpft die Bahn weiterhin mit vereisten Oberleitungen. Verbindungen zwischen Berlin und Rostock, Stralsund sowie Binz fallen aus. Auch im Rhein-Main-Gebiet, rund um Stuttgart, Ulm und auf der Strecke Hamburg-Hannover kam es zu erheblichen Einschränkungen. Erfurt, Leipzig und Dresden waren ebenfalls betroffen.

„Das kann zu Vereisungen von Weichen und Oberleitungen führen und den Bahnverkehr vorübergehend beeinträchtigen."

Mit diesen Worten warnt die Bahn bereits vor weiteren Problemen am Nachmittag, wenn in Teilen von NRW, Hessen und Baden-Württemberg gefrierender Regen erwartet wird. Eine vorausschauende Infrastrukturpolitik sieht wahrlich anders aus.

Berlin: Straßenbahnen stehen still

In der Hauptstadt wurde der Straßenbahnverkehr wegen vereister Oberleitungen komplett eingestellt. Die Berliner Verkehrsbetriebe teilten mit, der Verkehr bleibe mindestens am Vormittag weiter eingestellt. Solange sich die Temperaturen kaum über null Grad bewegten, bilde sich immer wieder neues Eis, hieß es zur Begründung.

Dass eine Millionenmetropole wie Berlin bei winterlichen Temperaturen ihren Straßenbahnverkehr nicht aufrechterhalten kann, wirft ein bezeichnendes Licht auf den Zustand der öffentlichen Infrastruktur. Jahrzehntelange Vernachlässigung und fehlgeleitete Investitionen rächen sich nun bitter.

Schulausfälle in Franken: Wenn der Winter den Unterricht verhindert

Besonders hart trifft es die fränkischen Landkreise. Mehrere Kommunen haben den Präsenzunterricht für heute abgesagt. Nach einer Liste des Kultusministeriums bleiben Schulen in Nürnberg, Erlangen, Forchheim, Bamberg und Fürth geschlossen. Der Grund: Busverkehr kam mancherorts zum Erliegen, zahlreiche Straßen bleiben wegen drohender Baumstürze gesperrt.

Immerhin blieb die Nacht relativ ruhig. Es kam nur zu wenigen Glätteunfällen, Verletzte gab es bisher nicht. Ein schwacher Trost für alle, die sich nun durch Schnee und Eis zur Arbeit kämpfen müssen – sofern sie überhaupt ankommen.

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