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Kettner Edelmetalle
07.07.2026
05:50 Uhr

Windkraft-Gigantismus bei Borna: Wenn 250-Meter-Kolosse über den Willen der Bürger hinwegwalzen

Windkraft-Gigantismus bei Borna: Wenn 250-Meter-Kolosse über den Willen der Bürger hinwegwalzen

Es ist ein Muster, das sich mit erschreckender Regelmäßigkeit durch die deutsche Provinz zieht: Ein Windkraftprojekt taucht am Horizont auf, die Anwohner regen sich, formieren Bürgerinitiativen – und stehen am Ende doch mit leeren Händen da. So auch im sächsischen Borna, wo unweit des Ortes Thräna im Jahr 2026 gleich zwei rund 250 Meter hohe Windräder in den Himmel wachsen sollen. Zum Vergleich: Der Kölner Dom misst gerade einmal 157 Meter. Man stelle sich vor, was solche Stahlriesen mit dem Landschaftsbild einer sächsischen Kulturlandschaft anrichten.

Aus drei mach zwei – und trotzdem doppelt so hoch

Offiziell handelt es sich um ein sogenanntes Repowering. Ein hübsches Wort aus dem Wörterbuch der Energiewende-Ideologen, das verschleiern soll, worum es tatsächlich geht: Drei betagte Anlagen mit zusammen rund sechs Megawatt Leistung werden abgerissen, um Platz für zwei wesentlich mächtigere Ungetüme zu schaffen. Die Zahl der Anlagen sinkt – ein schöner Trostpreis. Doch die entscheidende Kennzahl ist nicht die Menge, sondern die Höhe. Und die schnellt gnadenlos nach oben.

Moderne Windkraftanlagen im Landkreis Leipzig erreichen mittlerweile Gesamthöhen von 250 bis 290 Metern. Sie überragen ältere Windparks um ein Vielfaches und dominieren das Landschaftsbild über kilometerweite Entfernungen. Für die Menschen in Thräna, Wyhra und Neukirchen bedeutet das: Wer aus dem Fenster blickt, sieht künftig nicht mehr sanfte Hügel, sondern rotierende Industriemonster.

Das große Schweigen der Genehmigungsbehörden

Nun könnte man meinen, dass in einer Demokratie die betroffenen Bürger ein gewichtiges Wort mitzureden hätten. Weit gefehlt. Die Bürgerinitiative „Gegenwind" beklagt genau das, was in diesem Land zur bitteren Routine geworden ist: fehlende Mitsprache.

Information ersetzt keine echte Mitsprache – ein früher Hinweis an die Bürger ist wertlos, wenn am Ende ohnehin die Genehmigungsbehörde allein entscheidet.

Das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren greift bereits ab 50 Metern Höhe. Bei lediglich zwei Anlagen läuft dieses Verfahren häufig im vereinfachten Modus – und siehe da: Eine automatische Öffentlichkeitsbeteiligung entfällt, solange keine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig wird. Ein Projekt kann also munter voranschreiten, während die Anwohner höchstens noch zuschauen dürfen. Die Weichen werden längst vorher gestellt, nämlich in den Hinterzimmern der Regionalplanung.

Wenn 1,3 Prozent zur heiligen Kuh werden

Der eigentliche Antriebsmotor dieses Gigantismus liegt in einer politischen Vorgabe: Sachsen verlangt nach einer Gesetzesänderung, dass künftig 1,3 Prozent der Regionsfläche für Windenergie bereitgestellt werden müssen. Eine Zahl, die von oben verordnet wurde und nun mit bürokratischer Unerbittlichkeit durchgesetzt wird. Der Regionale Planungsverband Leipzig-Westsachsen überarbeitet bereits eifrig seine Flächenplanung. Der zweite Entwurf lag bis Mitte Juni 2026 öffentlich aus – Bürger durften Stellung nehmen. Doch was nützt ein Stellungnahmerecht, wenn die grüne Grundsatzentscheidung längst gefallen ist?

Ein Lehrstück deutscher Energiepolitik

Der Fall Borna reiht sich nahtlos ein in eine lange Kette ähnlicher Konflikte quer durch die Republik. Bürgerentscheide, die klare Ablehnung signalisieren, werden ignoriert. Gemeinderäte lassen ihre Bürger abstimmen – nur um deren Votum anschließend in den Papierkorb zu werfen. Es entsteht der fatale Eindruck, dass die vielbeschworene Bürgerbeteiligung längst zur Farce verkommen ist, zu einem demokratischen Feigenblatt, das die vorgezeichnete Marschrichtung der Energiewende nur noch legitimieren soll.

Dass ausgerechnet ländliche Regionen die Zeche für eine Ideologie zahlen sollen, die in urbanen Redaktionsstuben und Ministerien ersonnen wurde, gehört zur bitteren Ironie dieser Politik. Wer die Lasten trägt, entscheidet nicht. Wer entscheidet, trägt keine Lasten. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Bürger von Thräna, Wyhra und Neukirchen nicht so einfach abspeisen lassen.

Was noch offen ist

Zahlreiche entscheidende Fragen bleiben bislang unbeantwortet: die exakten Standorte, die konkreten Abstände zu den umliegenden Orten sowie mögliche Auflagen zu Schall, Schattenwurf und Artenschutz. Ebenso ungeklärt ist, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung überhaupt vorgeschrieben wird. Erst diese Details werden zeigen, wie erdrückend die Belastung für die betroffenen Menschen am Ende tatsächlich ausfallen dürfte.

Beständige Werte in unbeständigen Zeiten

Während die Politik weiter auf schwankende, wetterabhängige Energiequellen und milliardenschwere Infrastrukturprogramme setzt, deren Finanzierung künftige Generationen mit Zinsen und Steuern belasten wird, lohnt der Blick auf krisenfeste Sachwerte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie ihren Wert bewahren – unabhängig von politischen Moden und ideologischen Großprojekten. Als solide Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen können sie ein sinnvoller Anker gegen die Unwägbarkeiten der Zeit sein.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion wieder und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Er beruht auf den uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren und für seine finanziellen Entscheidungen selbst Verantwortung zu übernehmen. Für individuelle Fragen wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Berater.

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