Kostenlose Beratung
07930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
19.06.2026
12:20 Uhr

Wer dem Streit ausweicht, redet am Ende nur noch mit sich selbst

Wer dem Streit ausweicht, redet am Ende nur noch mit sich selbst

Es gibt Momente, in denen eine einzelne Geste mehr über den Zustand einer Gesellschaft verrät als hundert wohlfeile Reden. Die Absage einer Philosophin an eine schlichte Podiumsdiskussion ist ein solcher Moment. Sabine Döring, Professorin, Publizistin und einstige Staatssekretärin, die ihren Posten unter wenig ruhmreichen Umständen wieder räumen musste, will nicht mehr mit dem FDP-Generalsekretär Martin Hagen debattieren. Der Grund? Kein inhaltlicher Dissens, keine moralische Verfehlung, keine politische Provokation. Sondern schlicht die Tatsache, dass Hagen einem missliebigen Medium ein Interview gegeben hat.

Die Logik der Kontaktschuld

Man muss sich dieses Argument auf der Zunge zergehen lassen. Eine Wissenschaftlerin, deren Profession nichts anderes ist als das geordnete Ringen um Erkenntnis, verweigert das Gespräch – nicht weil ihr Gegenüber falsch läge, sondern weil er mit den falschen Leuten gesprochen hat. Das nennt man Kontaktschuld, und es ist das geistige Bankrotterklärungsformular all jener, die im Streit der Argumente nichts mehr entgegenzusetzen haben.

Wer Debatten verweigert, hat nicht etwa gewonnen. Er hat lediglich aufgegeben – und hofft, dass es niemand merkt.

Das eigentlich Tragikomische: Hagen hatte in eben jenem Interview, das die Empörten mit hoher Wahrscheinlichkeit nie gelesen haben, beklagt, die Deutschen hätten das Streiten verlernt. Besser hätte Frau Döring seine These nicht beweisen können. Sie liefert das Lehrstück frei Haus.

Eine Partei am Abgrund – und der Reflex der Selbstgenügsamkeit

Vergessen wir nicht, in welcher Lage sich die FDP befindet. Aus dem Bundestag geflogen, von den eigenen einstigen Wählern im Stich gelassen, suchen die Liberalen verzweifelt nach einem Weg zurück in die Relevanz. Allein bei der Bundestagswahl 2025 wanderten rund 900.000 Stimmen zur AfD ab. Wer in dieser Situation versucht, mit den Verlorenen ins Gespräch zu kommen, handelt nicht verwerflich, sondern schlicht vernünftig.

Wahlen werden bekanntlich mit Stimmen gewonnen und nicht mit zur Schau getragener „Haltung“. Diese banale Wahrheit will man in den akademischen Elfenbeintürmen partout nicht hören. Lieber feiert man sich gegenseitig in einer immer kleiner werdenden Echokammer und wundert sich anschließend, warum die eigene Diskurshoheit dahinschmilzt wie Schnee in der Frühlingssonne.

Wenn fast 30 Prozent zu Aussätzigen erklärt werden

Die entscheidende Frage lautet doch: Will man wirklich ein knappes Drittel der Wählerschaft dauerhaft für unberührbar erklären? Will man in stoischer Selbstgewissheit darauf warten, dass sich die tiefe Krise der etablierten Parteien irgendwie von alleine auflöst? Bislang hat diese Strategie der Ignoranz vor allem eines bewirkt – sie hat die Gräben vertieft.

Eine Gesellschaft, die innere wie äußere Erschütterungen ohnehin kaum mehr verkraftet, wird durch solche Ausschlussmanöver weiter zerrieben. Am Ende dieses Weges steht eine Republik, die sich in lauter abgeschottete Blasen zerlegt hat und in der niemand mehr dem anderen zuhört. Genau das ist das Rezept für Unregierbarkeit.

Journalismus heißt: Fragen, nachhaken, zuhören

Demokratie lebt vom Widerspruch, vom harten, fairen Streit um die besten Argumente. Wer ein Medium meidet, weil ihm dessen Leserschaft nicht in den Kram passt, betreibt keine Aufklärung, sondern Diskursvermeidung im Talar der Wissenschaftlichkeit. Pressefreiheit ist eben kein Pressezwang – aber sie ist auch kein Freibrief für moralische Quarantäne.

Frau Döring darf selbstverständlich absagen. Das ist ihr gutes Recht. Doch sie sollte sich nicht wundern, wenn ihr eines Tages immer weniger Menschen zuhören. Wer dem offenen Diskurs konsequent den Rücken kehrt, dem bleibt am Ende nur eines: das Selbstgespräch. Und das ist, bei allem Respekt vor der akademischen Selbstvergewisserung, eine ziemlich einsame Form der Debatte.

Es ist ein Sinnbild für den Zustand dieses Landes. Anstatt zu reden, zieht man Mauern hoch. Anstatt zu argumentieren, sortiert man aus. Und während die selbsternannten Hüter der einzig wahren Haltung sich in ihrer moralischen Überlegenheit sonnen, bröckelt das Fundament jener offenen Gesellschaft, die sie zu verteidigen vorgeben. Wer das nicht erkennen will, der hat den Kern dessen, was eine freiheitliche Ordnung ausmacht, nie verstanden.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen