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Kettner Edelmetalle
12.06.2026
10:55 Uhr

Wenn der Fußballtrainer zum Verfassungsrichter wird: Streichs ZDF-Belehrung über die „tote“ US-Demokratie

Es gibt Momente im deutschen Fernsehen, die so symptomatisch sind, dass man sie kaum noch parodieren kann. Einer dieser Momente ereignete sich im ZDF, als ein ehemaliger Fußballtrainer plötzlich zum obersten Sachverständigen für amerikanisches Verfassungsrecht avancierte. Christian Streich, einst Coach des SC Freiburg, nutzte die Nachberichterstattung zum WM-Eröffnungsspiel Mexiko gegen Südafrika, um dem deutschen Gebührenzahler eine bemerkenswerte Lektion zu erteilen: Die Vereinigten Staaten von Amerika seien keine Demokratie mehr.

Vom Trainingsplatz auf den Richterstuhl

„Leider muss man sagen, die USA ist auf dem Weg, eine Autokratie zu werden“, dozierte Streich in die Kamera. Es finde „eben keine Gewaltenteilung mehr statt“. Die Regierung unter Präsident Trump gehe „autokratisch“ vor, verhindere „demokratische Prozesse“ und setze sich „über Gerichtsbarkeiten hinweg“. Belege? Fehlanzeige. Doch wer braucht schon Belege, wenn das Studio-Publikum applaudiert und die übrigen Gäste wohlwollend nicken?

„Da brauchen wir nicht drüber reden“ – mit diesen Worten kanzelte Streich jede mögliche Gegenposition ab, bevor sie überhaupt geäußert werden konnte.

Es sei zwar nur seine „persönliche Meinung“, schob er nach, aber es sei „jetzt nicht so schwierig, das zu erkennen“. Den Namen des US-Präsidenten wolle er nicht mehr nennen, weil dieser „sowieso viel zu viel genannt“ werde. Eine elegante Art, sich aus der Affäre zu ziehen, wenn man pauschale Anschuldigungen erhebt, ohne sie auch nur ansatzweise untermauern zu müssen.

Wenn Fakten zur Nebensache werden

Besonders pikant wird die Angelegenheit bei Streichs Paradebeispiel. Er führte die verhinderte Einreise des somalischen Schiedsrichters Omar Artan an, der von der FIFA für die WM nominiert worden war. Die von den US-Behörden angeführten Verbindungen zu Terrororganisationen seien nicht bewiesen, der Vorgang deswegen „hochgradig rassistisch“. Nur dummerweise behauptete Streich in seinem Furor mehrfach, der Schiedsrichter stamme aus dem Sudan – und ließ sich auch durch mehrfache Korrekturen nicht beirren. Wer schon bei der Herkunft eines Menschen so souverän danebenliegt, dem darf man bei der Beurteilung komplexer verfassungsrechtlicher Fragen getrost ein gewisses Misstrauen entgegenbringen.

Die Realität sieht anders aus

Denn das von Streich gezeichnete Bild hält einer nüchternen Prüfung schlicht nicht stand. In den USA herrscht sehr wohl Gewaltenteilung. Die rechtlichen Auseinandersetzungen über die Befugnisse von Bundesbehörden wie der Einwanderungsbehörde ICE wurden vor den Bundesgerichten ausgetragen – und deren Urteile entfalteten bindende Wirkung, die von der Regierung respektiert wurde. Auch das Einreiseverbot gegen den FIFA-Schiedsrichter beruhte keineswegs auf einer Verletzung der Gewaltenteilung. Streichs apokalyptisches Szenario ist also nichts weiter als eine Behauptung, die durch beherztes Wiederholen nicht wahrer wird.

Der eigentliche Skandal: Das Schweigen im Studio

Der wahre Aufreger an dieser Episode ist nicht einmal die Meinung eines Fußballtrainers. Jeder darf seine politischen Ansichten haben, mag man sie noch so abwegig finden. Der eigentliche Skandal liegt darin, dass eine solche faktenferne Brandrede im gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk ohne jeden Widerspruch durchgewunken wird. Wo bleibt die journalistische Einordnung? Wo der kritische Nachhaken? Stattdessen: zustimmendes Nicken einer Runde, die offenbar längst beschlossen hat, was richtig zu denken ist.

Man stelle sich nur einmal das umgekehrte Szenario vor: Ein konservativer Gast würde im ZDF die deutsche Migrationspolitik scharf kritisieren und dabei sachliche Fehler machen. Er würde augenblicklich zerlegt, korrigiert und als Schwätzer dargestellt. Doch wer in die richtige Kerbe haut, genießt im Staatsfunk offenbar Narrenfreiheit. Diese Asymmetrie ist es, die viele Bürger zu Recht erbittert – und es handelt sich dabei nicht um die Einzelmeinung unserer Redaktion, sondern um eine Wahrnehmung, die ein erheblicher Teil der deutschen Bevölkerung teilt.

Sport als Bühne für politische Belehrung

Eigentlich wollten viele Zuschauer einfach nur Fußball sehen. Doch das deutsche Fernsehen kann es offenbar nicht lassen, selbst ein sportliches Großereignis zur politischen Erziehungsanstalt umzufunktionieren. Schon die WM in Katar geriet zur moralischen Dauerbelehrung – mit bekanntlich katastrophalem sportlichen Ausgang. Wer für ein solches Programm zwangsweise Beiträge entrichten muss, hat allen Grund, sich die Frage zu stellen, ob hier wirklich noch ausgewogen berichtet oder schlicht Haltung verbreitet wird.

Was bleibt

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass im deutschen Mediensystem die Lautstärke der Empörung offenbar wichtiger ist als die Substanz der Argumente. Ein Trainer darf über fremde Verfassungen urteilen, ohne auch nur die Herkunft seines Kronzeugen zu kennen. Und das Studio applaudiert. In Zeiten, in denen das Vertrauen in Institutionen und Medien ohnehin erodiert, ist das ein verheerendes Signal.

Wer angesichts solcher Zustände nach Stabilität und Verlässlichkeit sucht, sollte sich nicht auf das Gerede in Fernsehstudios verlassen, sondern auf bewährte Werte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie unabhängig von politischer Stimmungsmache und medialer Erregung ihren Wert bewahren. Als solider Baustein eines breit gestreuten Vermögens bieten sie genau jene Beständigkeit, die in einer aufgeregten Gegenwart immer kostbarer wird.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion wieder und stellt weder eine Anlage- noch eine Rechtsberatung dar. Jeder Leser ist gehalten, eigenständig zu recherchieren und seine Entscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen.

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