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Kettner Edelmetalle
24.03.2026
21:32 Uhr

Wenn der Dünger ausbleibt: Wie der Iran-Krieg die globale Ernährungssicherheit bedroht

Wenn der Dünger ausbleibt: Wie der Iran-Krieg die globale Ernährungssicherheit bedroht

Was passiert, wenn eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt plötzlich dichtgemacht wird? Die Antwort auf diese Frage erleben wir gerade in Echtzeit – und sie ist alles andere als beruhigend. Der bewaffnete Konflikt mit dem Iran hat die Straße von Hormus faktisch blockiert, und die Folgen reichen weit über den Nahen Osten hinaus. Sie treffen direkt die Äcker dieser Welt, die Bauern, die sie bestellen, und letztlich jeden einzelnen Verbraucher, der im Supermarkt vor dem Brotregal steht.

Die Golfregion: Düngemittel-Drehscheibe der Welt

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Rund 42 Prozent aller globalen Harnstoffexporte stammen aus der Golfregion – Ägypten eingerechnet. Harnstoff ist der mit Abstand wichtigste Stickstoffdünger auf den Feldern dieser Erde. Etwa 27 Prozent der weltweiten Ammoniakexporte kommen ebenfalls aus dem Nahen Osten. Allein der Iran war vor Kriegsbeginn für acht Prozent aller Harnstoffexporte und vier Prozent der Ammoniakausfuhren verantwortlich. Seit dem Ausbruch der Kampfhandlungen vor gut drei Wochen hat Teheran die Düngemittelproduktion vollständig eingestellt. Einfach so. Von heute auf morgen.

Doch damit nicht genug. Katar, das rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Flüssiggases LNG liefert, ist ebenfalls betroffen. Die Tanker können die Straße von Hormus schlicht nicht mehr passieren. LNG aber ist der Rohstoff, aus dem Harnstoff und Ammoniak gewonnen werden. Ein doppelter Engpass also, der die Preise in die Höhe treibt wie ein Sturm das Thermometer.

Preisexplosion bei Harnstoff – und das ist erst der Anfang

Bereits seit Februar hat sich der Preis für Harnstoff um satte 35 Prozent verteuert. Europäische Hersteller kaufen zwar kaum direkt in der Nahost-Region ein – doch das ist ein schwacher Trost. Die Preise werden auf dem Weltmarkt gemacht, und dort kennen sie derzeit nur eine Richtung: steil nach oben.

Die Handelsorganisation der Vereinten Nationen, UNCTAD, hat bereits vergangene Woche darauf hingewiesen, dass die Preise für fossile Brennstoffe und Düngemittel eng miteinander verknüpft seien. Prozesse der Öl- und Gasverarbeitung lieferten die Vorprodukte für Stickstoffdünger. Hinzu komme, dass auch die Schwefelproduktion in der Golfregion gestört sei – Schwefel, ein Nebenprodukt der Raffination, ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil von Düngemitteln.

Indien: Der hungrige Riese kauft um jeden Preis

Besonders dramatisch stellt sich die Lage für Indien dar. Das bevölkerungsreichste Land der Erde produziert 85 Prozent seines Harnstoffs aus LNG – und die Hälfte dieses Flüssiggases stammt aus Katar. Derzeit legen an indischen Häfen keine katarischen LNG-Tanker mehr an. Die Rechnung ist simpel und erschreckend zugleich: Sinkt die indische Harnstoffproduktion um zehn Prozent, muss das Land 25 Prozent mehr importieren. Bei einem Rückgang um 20 Prozent verdoppelt sich der Importbedarf nahezu.

Und hier wird es richtig brisant. Wenn in Indien Pflanzsaison ist – und sie steht unmittelbar bevor –, dann kaufen die Bauern, koste es, was es wolle. Die indischen Landwirte sind eine mächtige Wählergruppe, kein Politiker in Delhi kann es sich leisten, sie im Stich zu lassen. Ihre massiven Käufe werden die Preise weiter in die Höhe treiben und ärmere Länder schlicht vom Markt verdrängen. Der Düngemittelhersteller Yara hat seine Produktion in Indien bereits heruntergefahren – ein alarmierendes Signal.

Die Ärmsten trifft es zuerst

Länder wie der Sudan, der mehr als die Hälfte seines Düngerbedarfs über die Straße von Hormus deckt, Sri Lanka mit über einem Drittel und Tansania mit 31 Prozent stehen vor einer existenziellen Krise. Für diese Nationen geht es nicht um höhere Supermarktpreise – es geht um Hunger. Um echten, realen Hunger.

Die tickende Zeitbombe für die Welternährung

Die Analysten der Investmentbank JP Morgan haben zwei Szenarien durchgerechnet, und keines davon stimmt optimistisch. Dauert der Konflikt ein bis drei Monate, kauft Indien massiv ein, die Preise explodieren, andere Länder werden verdrängt, düngen weniger – und die Erträge sinken bereits in diesem Jahr spürbar.

Dauert der Krieg jedoch länger als drei Monate, drohen echte Versorgungsengpässe bei Stickstoffdünger. Die Nachfrage bricht ein, weil sich viele Bauern den Dünger schlicht nicht mehr leisten können. Die Erträge sinken massiv. Im kommenden Jahr könnte die Welt vor einer globalen Nahrungsmittelkrise stehen. Und JP Morgan warnt ausdrücklich: Dieses Szenario sei keineswegs unrealistisch. Denn selbst bei einem Waffenstillstand wäre die Straße von Hormus möglicherweise nicht sofort wieder befahrbar.

Deutsche Verbraucher sollten sich keine Illusionen machen

Wer nun glaubt, Deutschland sei von alldem nicht betroffen, der irrt gewaltig. Die Bauern weltweit befinden sich in einer Zwickmühle: Die Kosten für Dünger steigen, doch die Getreidepreise ziehen nicht im gleichen Maße an. Schon vor dem Konflikt war Dünger teuer, viele Landwirte konnten ihn kaum bezahlen. Düngen die Bauern weniger, sinken die Erträge. Sinken die Erträge, steigen die Getreidepreise – allerdings mit Verzögerung. Das bedeutet im Klartext: Im kommenden Jahr werden die Lebensmittelpreise steigen. Auch in Deutschland. Auch in Ihrem Supermarkt.

Für ein Land, dessen Bürger ohnehin unter einer schleichenden Inflation ächzen, ist das eine denkbar schlechte Nachricht. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat mit ihrem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen bereits die Weichen für eine weitere Geldentwertung gestellt. Wenn nun auch noch die Lebensmittelpreise durch geopolitische Verwerfungen angeheizt werden, dürfte der finanzielle Druck auf die deutschen Haushalte weiter zunehmen. Es rächt sich einmal mehr, dass Deutschland seine Energieversorgung in den vergangenen Jahren sträflich vernachlässigt und sich in fatale Abhängigkeiten begeben hat.

Vermögenssicherung in unsicheren Zeiten

In Zeiten eskalierender geopolitischer Konflikte, steigender Rohstoffpreise und einer drohenden Nahrungsmittelkrise zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Instrument der Vermögenssicherung. Gold und Silber haben über Jahrtausende hinweg ihre Kaufkraft bewahrt – gerade in Phasen, in denen Inflation und geopolitische Unsicherheit die Finanzmärkte erschütterten. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können physische Edelmetalle einen wichtigen Beitrag zum Schutz des eigenen Vermögens leisten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der in diesem Artikel enthaltenen Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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