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05.02.2026
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Während Deutschland friert: Norwegen macht Blackout-Vorsorge zur Pflicht

Während Deutschland friert: Norwegen macht Blackout-Vorsorge zur Pflicht

Während die deutsche Energiepolitik von einem Desaster ins nächste stolpert, zeigt der hohe Norden, wie echte Krisenvorsorge aussieht. Norwegen hat in seiner Bauvorschrift TEK17 eine bemerkenswerte Regelung verankert: Neubauten müssen künftig mit einem Schornstein ausgestattet werden, der für die spätere Installation einer stromunabhängigen Feuerstätte vorbereitet ist. Ein Konzept, das in Deutschland wohl als reaktionär abgetan würde – dabei ist es schlicht vernünftig.

Die norwegische Realität: 73 Prozent heizen elektrisch

Die Skandinavier haben ein Problem erkannt, das auch hierzulande immer drängender wird. Rund 73 Prozent der norwegischen Haushalte heizen mit Strom. Was in Zeiten stabiler Netze komfortabel erscheint, entpuppt sich bei einem längeren Blackout als existenzielle Bedrohung. Ein gut gedämmtes Haus kühlt zwar langsamer aus, doch ohne alternative Wärmequelle wird es früher oder später unbewohnbar.

Die norwegische Antwort darauf ist so simpel wie effektiv: Der Staat schreibt vor, dass jedes neue Wohngebäude über eine technische Reserve verfügen muss. In den offiziellen Regeltexten heißt es unmissverständlich: „Ein Schornstein muss errichtet werden und für die spätere Montage einer Feuerstätte vorbereitet sein."

Keine Spielerei, sondern knallharte Krisenvorsorge

Was auf den ersten Blick wie eine Bevormundung der Bürger wirken mag, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als weitsichtige Politik. Denn selbst vermeintlich unabhängige Heizsysteme wie Fernwärme sind letztlich vom Stromnetz abhängig. Pumpen, Steuerungen, Verteilsysteme – all das benötigt elektrische Energie. Fällt diese über einen längeren Zeitraum aus, versagt auch die modernste Heizungsanlage.

Eine Holzfeuerstätte hingegen funktioniert völlig autark, sofern ausreichend Brennmaterial vorhanden ist. Genau deshalb stuft Norwegen Holz als verlässlichste Reserve für den Ernstfall ein. Ein Gedanke, der in Deutschland angesichts der ideologisch aufgeladenen Debatte um Holzheizungen geradezu ketzerisch anmutet.

Moderne Technik statt nostalgischer Romantik

Dabei geht es den Norwegern keineswegs um eine Rückkehr in vormoderne Zeiten. Die Vorschrift verlangt ausdrücklich moderne, emissionsarme Geräte. Alte Holzöfen sind nicht zulässig, der Markt soll auf sogenannte „clean-burning"-Technologie umstellen. So verbindet das skandinavische Land pragmatische Krisenvorsorge mit zeitgemäßen Umweltstandards – ein Balanceakt, der deutschen Politikern offenbar nicht gelingt.

Deutschland: Lieber frieren als vorsorgen?

Hierzulande verfolgt man bekanntlich einen anderen Ansatz. Während Norwegen seine Bürger auf den Ernstfall vorbereitet, diskutiert Deutschland über das Verbot von Holzöfen und träumt von einer vollständig elektrifizierten Wärmewende. Dass die Stromnetze bereits jetzt an ihre Grenzen stoßen und Blackouts keine theoretische Gefahr mehr darstellen, wird geflissentlich ignoriert.

Die norwegische Regelung enthält übrigens einen interessanten Aspekt: Sie erzwingt keinen sofortigen Einbau eines Ofens, sondern nur die technische Vorbereitung. Eigentümer können selbst entscheiden, ob sie die Reserve aktivieren möchten. Diese Kombination aus staatlicher Vorsorge und individueller Freiheit könnte als Vorbild dienen – wenn man denn bereit wäre, von anderen zu lernen.

Provisorische Lösungen mit Gas oder brennbaren Flüssigkeiten über den Schornstein gelten als illegal und riskant. Norwegen verlangt geprüfte Geräte und eine Abnahme durch Fachleute.

Ein Lehrstück in Realismus

Was Norwegen hier praktiziert, ist nichts anderes als gesunder Menschenverstand in Gesetzesform. Ein Land, das seine Energieversorgung realistisch einschätzt und entsprechende Vorkehrungen trifft. Kein ideologisches Wunschdenken, keine grünen Luftschlösser, sondern handfeste Vorsorge für den Fall, dass die Technik versagt.

In Deutschland hingegen scheint man fest davon überzeugt, dass Blackouts nur anderen passieren. Dabei häufen sich die Warnzeichen: veraltete Netze, steigende Instabilität, zunehmende Abhängigkeit von volatilen Energiequellen. Vielleicht wäre es an der Zeit, einen Blick nach Norden zu werfen – bevor die Heizungen ausgehen und niemand mehr weiß, wie man ein Feuer macht.

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