
Wahlkampf im Panikmodus: Wenn der Ministerpräsident die AfD zum Kirchenzerstörer erklärt

Es sind Sätze, die man kaum für wahr halten mag – und doch sind sie so gefallen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze hat in einem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur eine bemerkenswerte These aufgestellt: „Die AfD will die Kirchen zerstören.“ Nicht mehr, nicht weniger. Wer nun einen Beleg, eine Quelle oder wenigstens ein handfestes Argument erwartet, wird enttäuscht. Es bleibt bei der schlichten Behauptung – abgefeuert wenige Wochen vor der Landtagswahl im September.
Ein durchsichtiges Manöver im Sommerloch
Man muss kein politischer Stratege sein, um das Muster zu erkennen. Wenn einer Partei die eigenen Erfolge und Konzepte ausgehen, greift sie zur bewährten Waffe: der Dämonisierung des politischen Gegners. Statt darüber zu sprechen, wie man Arbeitsplätze in Sachsen-Anhalt sichert, wie man die galoppierende Migration in den Griff bekommt oder wie man den kleinen Mittelstand vor dem Erstickungstod durch Bürokratie und Energiekosten rettet, malt Schulze lieber apokalyptische Bilder an die Wand.
Die AfD als Kirchenzerstörer – das ist eine These, die schon bei nüchterner Betrachtung in sich zusammenfällt. Denn was in Wahrheit hinter den Kulissen geschieht, ist etwas völlig anderes als das behauptete Zerstörungswerk.
Was die AfD wirklich fordert
Ein Blick ins Wahlprogramm genügt, um die Schulze-Erzählung als das zu entlarven, was sie ist: heiße Luft. Die AfD in Sachsen-Anhalt bekennt sich ausdrücklich zum Christentum. Was sie kritisiert, sind nicht der Glaube, nicht die Gläubigen, nicht die Gotteshäuser – sondern die üppigen finanziellen Privilegien der sogenannten „Kirchensteuerkirchen“.
Konkret geht es um jährliche Staatsleistungen in Höhe von 40 Millionen Euro. Diese sollen nach dem Willen der AfD nicht gestrichen, sondern proportional zur Mitgliederzahl auf alle christlichen Kirchen verteilt werden. Der Evangelischen Akademie, die jährlich mit 70.000 Euro alimentiert wird, soll die Förderung entzogen werden. Man mag darüber streiten – aber wer eine gerechtere Verteilung von Steuergeldern fordert, „zerstört“ noch lange keine Kirche.
Alle Parteien in Sachsen-Anhalt außer der AfD hätten eine positive Sichtweise auf die Kirchen, so Schulze. Ein bemerkenswerter Satz – ausgerechnet aus dem politischen Lager, dessen Verbündete gläubige Christen in Freikirchen und orthodoxen Gemeinden vom Verfassungsschutz beobachten lassen.
Die Kirchen als politischer Akteur
Besonders pikant wird das Ganze durch eine zweite Forderung des Ministerpräsidenten: Er ruft die Kirchen dazu auf, sich politisch „intensiv“ einzumischen und „ein klares Zeichen“ zu setzen. Bereits im Mai startete die katholische Kirche in Sachsen-Anhalt unter dem Titel „Bewusst wählen!“ eine Kampagne, die sich primär gegen eine einzige Partei richtet.
Hier offenbart sich das eigentliche Problem. Eine Institution, die aus Steuermitteln und Staatsleistungen alimentiert wird, betätigt sich als parteipolitischer Akteur. Die Trennung von Staat und Kirche, einst ein hart erkämpftes Fundament unserer Ordnung, verschwimmt zusehends. Wer diese Verquickung kritisch hinterfragt, wird flugs zum Feind des Christentums erklärt.
Ein hausgemachter Niedergang
Die bittere Wahrheit ist eine andere: Die Kirchen in Deutschland zerstören sich seit Jahren selbst – ganz ohne fremde Hilfe. Wo einst das Seelenheil der Gläubigen im Mittelpunkt stand, dominiert heute allzu oft grünlinke Anbiederung. Die Folge ist ein beispielloser Aderlass an Mitgliedern. In Sachsen-Anhalt, historisch ohnehin nur schwach kirchlich verankert, gehörten 2022 gerade einmal rund 3,1 Prozent der katholischen und 10,6 Prozent der evangelischen Kirche an.
Statt sich um diese Erosion zu kümmern, verschreiben sich Teile des Klerus lieber dem tagespolitischen Aktivismus. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen abwenden.
Beständige Werte in unbeständigen Zeiten
Was bleibt am Ende dieses Wahlkampf-Spektakels? Der Eindruck, dass die etablierten Kräfte in blanker Panik agieren. Wenn substanzielle Politik fehlt, muss die Angst herhalten. Diese Erkenntnis teilt inzwischen ein wachsender Teil der Bevölkerung, der sich von hohlen Schreckensparolen längst nicht mehr beeindrucken lässt.
In Zeiten, in denen politische Institutionen an Glaubwürdigkeit verlieren und der Bürger nicht mehr weiß, wem er trauen soll, gewinnt eines an Bedeutung: die Rückbesinnung auf beständige, greifbare Werte. Wer sein Vermögen unabhängig von den Launen der Politik und dem Vertrauen in Institutionen sichern möchte, findet in physischen Edelmetallen wie Gold und Silber seit jeher einen verlässlichen Anker. Als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie das, was in der aktuellen politischen Gemengelage bitter fehlt: Substanz, die man in Händen halten kann.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich vor einer Investition eigenständig informieren.

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