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Kettner Edelmetalle
19.08.2026
14:53 Uhr
KI-generiert

Vorwurf gegen die ARD: Doku über Schwulen-Jagd mit blindem Fleck?

Vorwurf gegen die ARD: Doku über Schwulen-Jagd mit blindem Fleck?
Symbolbild: KI-generiert

Seit Dienstag läuft in der ARD-Mediathek eine 30-minütige Dokumentation über Homosexuelle, die per Dating-App in Hinterhalte gelockt, geschlagen und ausgeraubt werden. Der Film stammt vom Saarländischen Rundfunk und gehört zum neuen Investigativformat „team.recherche". Nun steht der Beitrag selbst in der Kritik – wegen dem, was in ihm nicht vorkommt.

79 Anzeigen in zehn Jahren – und ein starker Anstieg

Die Recherche stützt sich auf eine Statistik, nach der zwischen 2016 und 2026 in Deutschland 79 Anzeigen wegen Überfällen bei sogenannten Fake-Dates erstattet wurden. Allein 2025 waren es 34 Fälle. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen, weil viele Betroffene aus Scham schweigen – darauf weist der Sender selbst hin.

Im Zentrum des Films steht eine Discord-Gruppe mit rund 1.500 Mitgliedern. Diese selbsternannten „Pedo Hunter" geben vor, Kinder zu schützen, setzen aber Homosexualität mit Pädokriminalität gleich. Laut dem Bericht posten Mitglieder Fotos von Drogen, Hitler-Reden und antisemitische Parolen; einige gehen offenbar noch zur Schule.

Was in der Doku fehlt

Medienberichten zufolge blendet die Dokumentation eine zweite, in der Szene längst bekannte Tätergruppe komplett aus: Tatverdächtige, die von ihren Opfern als „arabischer oder südländischer Phänotyp" oder als Jugendliche mit Migrationshintergrund beschrieben wurden.

So sollen 2025 und 2026 in Offenbach nach Berichten regionaler und queerer Medien mindestens sieben homosexuelle Männer über Dating-Apps an abgelegene Orte gelockt und dort verprügelt worden sein. In fünf dieser Fälle hätten die Opfer die mutmaßlichen Angreifer als 15- bis 20-Jährige mit „arabischem oder südländischem Phänotyp" beschrieben.

Ende 2024 wurde zudem der Schatzmeister der Jungen Union in Lüneburg, Simon Schmidt, von mehreren Jugendlichen niedergeschlagen, die sich als Dating-Partner ausgegeben hatten. Nach seiner eigenen Darstellung hätten die Täter einen Migrationshintergrund gehabt und könnten aus Afghanistan oder Syrien stammen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Ein Muster, das viele Zuschauer erkennen

Die Redaktion des Films betont, mit mehreren Staatsanwaltschaften in Kontakt gestanden und Anfragen gestellt zu haben. Warum dann öffentlich bekannte Fälle mit Tatverdächtigen mit Migrationshintergrund nicht auftauchen, bleibt offen. Kritiker sehen darin kein Versehen, sondern ein Muster: Was nicht ins gewünschte Erzählbild passt, wird weggelassen.

Aus Sicht unserer Redaktion ist das mehr als eine journalistische Geschmacksfrage. Wer über eine Gefahr aufklären will, muss sie vollständig beschreiben – sonst nützt die Aufklärung den potenziellen Opfern wenig. Gerade Homosexuelle, die in Großstädten seit Jahren über wachsende Aggression berichten, dürften das anders bewerten als die Programmverantwortlichen.

Zwangsbeitrag und Vertrauensverlust

Der Fall trifft einen Rundfunk, der jährlich Milliarden aus Zwangsbeiträgen erhält und dessen Neutralität immer offener bestritten wird. Ausgerechnet die Geschäftsführung eines neuen Medienrats, der die Ausgewogenheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks prüfen soll, wird Medienberichten zufolge von einer früheren Referentin der Grünen übernommen.

Ob das das Vertrauen zurückbringt? Zweifel sind erlaubt. Politisch gewollte Lücken in der Berichterstattung schaden am Ende nicht nur dem Sender, sondern jenen, die auf ehrliche Information angewiesen sind – und das sind in diesem Fall potenzielle Opfer brutaler Gewalt.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt die Einordnung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen dar. Er ist keine Rechtsberatung.

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