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Kettner Edelmetalle
06.03.2026
06:57 Uhr

Verschleppt, geschlagen, verschwunden: Ukrainische Rekrutierungsbehörde entführt kranken Freiwilligen

Was sich derzeit in der Ukraine abspielt, liest sich wie ein Drehbuch aus einem dystopischen Roman – und doch ist es bittere Realität. Ein gesundheitlich schwer angeschlagener Freiwilliger, der jahrelang aus freien Stücken für sein Land arbeitete, wurde von der ukrainischen Rekrutierungsbehörde TZK festgenommen, offenbar misshandelt und an einen unbekannten Ort verschleppt. Seitdem fehlt von ihm jede Spur.

Blutüberströmte Hände in Handschellen

Ruslan Alikperov, Direktor der Hilfsorganisation „Direct Help" aus Charkiw, schildert die Ereignisse vom 19. Februar in erschütternden Worten. Sein Mitarbeiter Ihor Shumyk, ein Freiwilliger im Charkiwer Freiwilligenverband, habe ihn am Nachmittag angerufen und berichtet, er sei festgenommen und zum örtlichen Militärrekrutierungszentrum gebracht worden. Als Alikperov eine Stunde später vor Ort eintraf, bot sich ihm ein verstörendes Bild: Shumyk habe blutüberströmte Hände gehabt, sei in Handschellen gelegt worden und habe ihn angefleht, ihm zu helfen.

Dabei sei Shumyk gesundheitlich schwer angeschlagen und keineswegs militärtauglich. Seit Jahren unterstütze er als Volunteer nicht nur die ukrainische Zivilbevölkerung, sondern auch direkt die Streitkräfte. Er habe geglaubt, so seinem Land am besten dienen zu können. Ein bitterer Lohn für aufopferungsvolle Arbeit.

Systemisches Versagen auf allen Ebenen

Der Fall Shumyk steht offenbar nicht allein. Alikperov berichtet von Eltern, die im selben Rekrutierungszentrum verzweifelt erklärten, ihr festgenommener Sohn leide an Diabetes und benötige dringend Medikamente. Erst nach zwei Stunden habe man den jungen Mann freigegeben. „Menschen werden wie Fleisch behandelt, und dieses Problem ist systemisch", so der Hilfsorganisations-Direktor.

Auf die Frage, warum sein Mitarbeiter überhaupt festgenommen worden sei, habe Alikperov keine Antwort erhalten. Obwohl der Freiwilligenverband Charkiw offiziell den Status eines Unternehmens im kritischen Bereich besitze, habe dies nichts genützt. Kollegen, die vor Ort erschienen und bezeugten, dass Shumyk zu Unrecht festgehalten werde, seien ebenfalls abgewiesen worden. Durch ein Ablenkungsmanöver eines Militärangehörigen sei Shumyk schließlich zu einem Fahrzeug im Innenhof gebracht worden – und seitdem verschwunden.

Kein Anwalt, kein Telefon, kein Kontakt

Besonders alarmierend: Shumyk sei das Mobiltelefon abgenommen worden, er habe keinen Anwalt kontaktieren dürfen. Eine militärische Einberufung sei ihm im Vorfeld nie zugestellt worden. Weder Alikperov noch Freunde oder Verwandte hätten seitdem Kontakt zu dem Verschwundenen. All dies sei schlicht gesetzwidrig, erklärt der Organisationsdirektor – und fügt hinzu, dies sei nur einer von unzähligen ähnlichen Fällen in der Region.

Ein Land, das seine Patrioten verliert

Man muss sich die Tragweite dieser Vorgänge vor Augen führen. Die Ukraine befindet sich mittlerweile im fünften Jahr des Kampfes gegen die russische Vollinvasion. Was das Land in dieser existenziellen Krise am allerwenigsten gebrauchen kann, sind Patrioten, die den Glauben an ihren eigenen Staat verlieren. Und doch geschieht genau das – in erschreckendem Ausmaß.

Alikperov kritisiert nicht nur die Korruption im TZK, sondern in sämtlichen staatlichen Institutionen. Die Zahl korrupter Beamter nehme sogar noch zu. Viele Ukrainer sähen die Wurzel aller Probleme beim Präsidenten und seinem engsten Kreis. Kein Tag vergehe ohne Skandale, Korruption oder unverständliche Managemententscheidungen. Wenngleich eine solche Einschätzung sicherlich zu kurz greifen würde, sei eine deutlich wachsende Zahl an Kritikern – insbesondere gegenüber dem inneren Kreis um Wolodymyr Selenskyj – unbestreitbar.

„Die meisten Menschen verlagern ihre Wut auf Kommentare in den sozialen Medien" – Ruslan Alikperov über die stille Angst der ukrainischen Bevölkerung vor den Rekrutierungsbehörden.

Droht der Ukraine ein innerer Zerfall?

Die Warnung, die Alikperov ausspricht, könnte kaum drastischer sein. Sollte sich nicht radikal etwas ändern, befürchte er bewaffnete Konflikte im Inneren, Aufstände und eine Spaltung des Landes. Er zieht sogar den Vergleich zum kurzen bewaffneten Aufstand der Wagner-Miliz unter Jewgeni Prigoschin gegen die russische Militärführung im Juni 2023. Ein „ukrainischer Prigoschin-Marsch" sei nicht ausgeschlossen, sollten Sicherheitskräfte etwaige Aufstandsbewegungen unterdrücken.

Der Hilfsorganisations-Direktor geht sogar so weit, zu fordern, internationale Organisationen sollten ihre Hilfe an strikte Bedingungen knüpfen: Reformen in der Militärführung des TZK, Beseitigung der Korruption in Militär und Regierung, eine Justizreform mit strenger Bestrafung von Bestechung sowie eine grundlegende Reform des Rekrutierungssystems.

Westliche Milliarden ohne Kontrolle?

Dieser Vorfall wirft einmal mehr die unbequeme Frage auf, die in den westlichen Hauptstädten nur allzu gerne verdrängt wird: Wohin fließen die Milliarden an Hilfsgeldern tatsächlich, und welche Strukturen werden damit am Leben gehalten? Wer bedingungslos Geld überweist, ohne auf rechtsstaatliche Standards zu pochen, macht sich mitschuldig an Zuständen, in denen kranke Freiwillige verschleppt und ihrer grundlegendsten Rechte beraubt werden. Die blinde Solidarität, die in deutschen Talkshows so gerne zelebriert wird, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch ein Land, das sich gegen einen Aggressor verteidigt, rechtsstaatliche Mindeststandards einhalten muss.

Für Ihor Shumyk bleibt derweil nur die Hoffnung, dass er trotz seiner Erkrankung nicht an die Front geschickt wird. Denn man weiß leider nur zu gut, wo viele der auf diese Weise eingezogenen Ukrainer am Ende landen. Es ist eine Tragödie, die sich im Schatten des großen Krieges abspielt – und die zeigt, dass der Feind eines Landes nicht immer nur von außen kommt.

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