
Ukraine-Krieg ohne Ende: Selenskyj rechnet mit Jahren weiterer Kämpfe – Moskau fordert den gesamten Donbass
Die Friedensverhandlungen in Abu Dhabi haben zwar einen kleinen Erfolg gebracht, doch von einem echten Durchbruch kann keine Rede sein. Während sich Russland und die Ukraine auf einen Gefangenenaustausch einigten, bleiben die fundamentalen Differenzen zwischen beiden Kriegsparteien unüberbrückbar. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj prognostiziert inzwischen offen, dass der Konflikt noch Jahre andauern könnte.
Gefangenenaustausch als Tropfen auf den heißen Stein
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff verkündete am Donnerstag über den Kurznachrichtendienst X, dass beide Seiten sich auf den Austausch von insgesamt 314 Gefangenen geeinigt hätten. Es handelt sich um den ersten derartigen Austausch seit fünf Monaten. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Rückkehr von 157 russischen Soldaten, während im Gegenzug ebenso viele ukrainische Kriegsgefangene übergeben wurden.
Witkoff sprach von „detaillierten und produktiven Friedensgesprächen", fügte jedoch vielsagend hinzu, dass „noch viel Arbeit vor uns liegt". Eine diplomatische Umschreibung für das, was Beobachter längst wissen: Die Positionen beider Seiten liegen meilenweit auseinander.
Moskaus unverhandelbare Forderung: Der gesamte Donbass
Kremlsprecher Dmitri Peskow machte unmissverständlich klar, dass Russland auf der Abtretung des gesamten Donbass-Beckens besteht. Eine Forderung, die für Kiew schlicht inakzeptabel ist, zumal ukrainische Streitkräfte nach wie vor Teile dieser Region hartnäckig verteidigen. Hinzu kommt die ungeklärte Zukunft des Kernkraftwerks Saporischschja, das sich auf russisch besetztem Gebiet befindet.
Auch US-Außenminister Marco Rubio musste einräumen, dass ein Durchbruch wohl noch auf sich warten lassen werde. Die Trump-Administration habe zwar „große Fortschritte" erzielt, doch die Realität spricht eine andere Sprache.
Selenskyjs düstere Prognose und Kiews blutige Rechnung
In einem Interview mit dem französischen Sender France Info zeichnete Selenskyj ein ernüchterndes Bild. Sollte Russland die Ostukraine militärisch erobern wollen, müsse es 800.000 weitere Soldaten „opfern" und mindestens zwei weitere Jahre dafür einplanen. Der ukrainische Präsident bezifferte die eigenen Verluste seit Kriegsbeginn auf etwa 55.000 gefallene Soldaten – eine Zahl, die vermisste Kämpfer wohlgemerkt nicht berücksichtigt.
Besonders bemerkenswert ist die Kehrtwende in Kiews Rhetorik. Während Selenskyj vor einem Jahr noch diplomatische Lösungen anstrebte, setzt sein neuer Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov nun auf eine brutale Zermürbungsstrategie. Das erklärte Ziel: monatlich 50.000 russische Soldaten zu töten. Im Dezember 2025 seien bereits 35.000 russische Soldaten gefallen, so Fedorov.
Amerikas Geduld wird auf die Probe gestellt
Die USA haben mit Steve Witkoff und Jared Kushner, dem Schwiegersohn von Präsident Trump, ihre schwersten diplomatischen Geschütze aufgefahren. Seit etwa neun Monaten vermitteln sie zwischen Moskau und Kiew. Doch solange beide Staatschefs auf ihren Maximalforderungen beharren, bleibt ein Friedensschluss in weiter Ferne.
Die entscheidende Frage lautet: Wie lange werden die Vereinigten Staaten diese undankbare Vermittlerrolle noch spielen wollen? Für Europa und insbesondere Deutschland bedeutet die Fortdauer dieses Konflikts jedenfalls weitere wirtschaftliche Belastungen, steigende Energiepreise und anhaltende geopolitische Unsicherheit. In Zeiten wie diesen erweist sich einmal mehr, dass physische Edelmetalle wie Gold und Silber als krisensichere Wertanlage ihre Berechtigung haben – denn Kriege und geopolitische Spannungen waren historisch stets Treiber für deren Wertsteigerung.

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