
Trumps Macht-Poker am Persischen Golf: Drohung gegen Oman und klare Kante gegenüber Teheran

Während Berlin in seinen üblichen diplomatischen Floskeln verharrt und Brüssel sich in endlosen Konsultationsrunden verliert, schafft Washington Fakten. US-Präsident Donald Trump zeigt im Ringen um die nukleare Zukunft des Iran eine Härte, wie man sie aus europäischen Kabinetten längst nicht mehr kennt. Wer geglaubt hatte, der zweite Akt der Trump-Präsidentschaft werde diplomatischer ausfallen als der erste, sieht sich gründlich getäuscht.
Kanonenbootdiplomatie 2.0 – Drohung gegen das Sultanat
Bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus ließ Trump aufhorchen: Sollte sich der mit Washington verbündete Oman bei der Frage der Straße von Hormus auf die Seite Teherans schlagen, werde man „sie in die Luft jagen". Eine Wortwahl, die in den parfümierten Salons des Auswärtigen Amtes wohl kollektive Schnappatmung auslösen dürfte. Der Oman, so Trump weiter, müsse sich „benehmen" – die Meerenge sei internationales Gewässer und werde für alle offen bleiben.
Hintergrund der scharfen Worte ist die Frage, ob Iran und Oman gemeinsam die strategisch entscheidende Wasserstraße kontrollieren dürften, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweit verbrauchten Erdöls transportiert wird. Trumps Antwort fiel knapp und unmissverständlich aus: Nein.
Uran-Frage: Keine Geschenke an Moskau oder Peking
Noch brisanter ist die Position des US-Präsidenten zum hochangereicherten Uran des Iran. Beobachter waren davon ausgegangen, dass Teheran im Rahmen eines möglichen Abkommens sein nukleares Material an Russland oder China übergeben könnte – beide Staaten pflegen traditionell enge Beziehungen zum Mullah-Regime. Trump erteilte solchen Plänen eine deutliche Absage. Er würde sich „mit einer solchen Lösung nicht wohlfühlen", erklärte der Republikaner.
Bereits am Montag hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social klargestellt, dass das Uran entweder an die USA zu übergeben oder unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde vernichtet werden müsse – und zwar entweder vor Ort oder an einem akzeptablen Ort. Eine Position, die Spielraum lässt, aber gleichzeitig die roten Linien klar markiert.
Keine Sanktionslockerung – Druck bleibt aufrecht
Auch der Hoffnung, Washington könne dem geschwächten Iran wirtschaftlich entgegenkommen, erteilte Trump eine glatte Absage. Auf die Frage einer Reporterin, ob die USA Sanktionen lockern würden, damit Teheran wieder Rohöl verkaufen könne, antwortete Trump knapp: „Nein, wir sprechen nicht über irgendeine Lockerung von Sanktionen." Auch über die vom Iran beanspruchten eingefrorenen Gelder behalte man die Kontrolle.
Es ist eine Strategie der maximalen Druckausübung, die in deutlichem Kontrast zu der zaghaften europäischen Haltung steht. Während Verteidigungsminister Pistorius seinen USA-Besuch ausgerechnet jetzt abgesagt hat und der „politische Kanal vorerst blockiert" sei, agiert Washington in einem Tempo und mit einer Entschlossenheit, von der Berlin nur träumen kann.
Versprecher oder Programm?
Ganz reibungslos verlief der Auftritt freilich nicht. Trump verwechselte bei derselben Sitzung offenbar den Iran mit Venezuela und sprach davon, Venezuela habe „keine Marine mehr, keine Luftwaffe mehr" – eine Formulierung, die er zuvor mehrfach mit Blick auf Teheran verwendet hatte. Auch die Drohung gegen den Oman wurde später nicht korrigiert, obwohl manche Beobachter vermuteten, der Präsident habe eigentlich den Iran gemeint. Das US-Außenministerium veröffentlichte sogar ein Transkript der Äußerungen – ohne jede Klarstellung.
Eine neue Weltordnung nimmt Konturen an
Was sich am Persischen Golf abzeichnet, ist mehr als ein bilateraler Konflikt. Es ist das Ringen um die Architektur einer neuen Weltordnung. Der dreimonatige Iran-Krieg, der Ende Februar mit amerikanisch-israelischen Angriffen begonnen hatte, hat das geopolitische Gefüge nachhaltig verschoben. Die Mullahs in Teheran, jahrzehntelang Hauptsponsor des islamistischen Terrors im Nahen Osten, sind militärisch geschwächt. Russland und China lauern im Hintergrund, um aus der Schwäche Teherans Kapital zu schlagen – Trump will genau das verhindern.
Für Deutschland und Europa offenbart sich einmal mehr die eigene Bedeutungslosigkeit. Während Washington Pflöcke einschlägt und sowohl Verbündete wie auch Gegner mit klaren Ansagen konfrontiert, hat sich Berlin durch die abrupte Absage des Pistorius-Besuchs ins Abseits manövriert. Wer in der Welt der Realpolitik mitspielen möchte, muss bereit sein, harte Entscheidungen zu treffen – eine Fähigkeit, die der deutschen Politik unter wechselnden Regierungen zunehmend abhandengekommen ist.
Was bedeutet das für Anleger und Bürger?
In Zeiten geopolitischer Verwerfungen, eskalierender Konflikte um Energieressourcen und einer immer fragiler werdenden Weltordnung zeigt sich einmal mehr, wie wichtig krisenfeste Vermögenswerte sind. Die Straße von Hormus ist nicht irgendeine Seestraße – sie ist die Pulsader der globalen Energieversorgung. Jede ernsthafte Eskalation dort hätte unmittelbare Auswirkungen auf Ölpreise, Inflation und damit auf die Kaufkraft jedes deutschen Bürgers. Physisches Gold und Silber haben in jeder geopolitischen Krise der vergangenen Jahrzehnte ihren Wert als Stabilitätsanker bewiesen. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögensportefeuille bieten Edelmetalle einen Schutz, den Papierwerte und politische Versprechen schlichtweg nicht leisten können.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen anstellen oder einen unabhängigen Berater konsultieren.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











