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17.03.2026
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Strack-Zimmermanns bizarre Psychoanalyse: Trump habe ein „macht-erotisches Verhältnis" zu Putin

Es gibt Momente im deutschen Fernsehen, da fragt man sich unwillkürlich, ob man noch in einer seriösen politischen Debatte sitzt – oder bereits in einer Satire-Sendung gelandet ist. Ein solcher Moment ereignete sich am Montagabend in der ARD-Sendung „Maischberger", als die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump allen Ernstes ein „macht-erotisches Verhältnis" zum russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstellte. Selbst die sonst so abgebrühte Moderatorin Sandra Maischberger konnte ein hörbares Seufzen nicht unterdrücken.

Die Dauergästin des öffentlich-rechtlichen Rundfunks schlägt wieder zu

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Eine Politikerin, deren Partei bundesweit bei rund drei Prozent dümpelt und die politisch längst in der Bedeutungslosigkeit versunken ist, darf im gebührenfinanzierten Fernsehen Ferndiagnosen über die psychosexuelle Verfassung des mächtigsten Mannes der Welt abgeben. Strack-Zimmermann, die als Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im EU-Parlament firmiert, scheint im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mittlerweile so etwas wie ein Dauerabonnement zu besitzen. Kaum eine Woche vergeht, in der sie nicht in irgendeiner Talkshow Platz nimmt – ungeachtet der Tatsache, dass die FDP parlamentarisch praktisch keine Rolle mehr spielt.

Doch der Reihe nach. In der Sendung vom 16. März diskutierten Strack-Zimmermann und der Linken-Vorsitzende Jan van Aken über den Iran-Konflikt und das zunehmend angespannte Verhältnis zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. Zunächst bezeichnete die FDP-Politikerin den Iran als „Pestbeule auf dieser Erde" und schien die amerikanische Operation „Epic Fury" gegen das Mullah-Regime grundsätzlich zu begrüßen. Der Iran sorge durch Stellvertretergruppen wie die Hisbollah und die Huthis für Terror in der Region, zudem liefere Teheran Shahed-Drohnen an Russland für den Krieg gegen die Ukraine.

Zwischen Völkerrecht und zwei Herzen in einer Brust

Als Maischberger nachhakte, ob Strack-Zimmermann den Krieg gegen den Iran gerechtfertigt finde, lavierte die Verteidigungspolitikerin in bemerkenswerter Weise. Es sei gerechtfertigt, „wenn man den Tyrannen erledigen will", doch angesichts des Völkerrechts sei es ein schwieriges Thema. Zwei Herzen schlügen in ihrer Brust, so die EU-Abgeordnete. Eine bemerkenswert widersprüchliche Position für jemanden, der sich als Verteidigungsexpertin inszeniert.

Der Linken-Vorsitzende van Aken hielt dagegen und sprach von einem „klaren Völkerrechtsbruch". Er sehe keine Begründung der Selbstverteidigung gegeben und behauptete sogar, das Risiko einer iranischen Atomwaffe sei heute deutlich höher als noch vor zwei Wochen – begründet mit dem Fehlen internationaler Kontrolleure der Internationalen Atomenergiebehörde.

Einigkeit beim Thema Bundeswehr-Einsatz

Immerhin in einem Punkt herrschte zwischen den beiden politischen Kontrahenten Einigkeit: Einen Einsatz deutscher Truppen im Iran-Konflikt lehnten beide ab. Trump hatte angedeutet, dass es ohne Beteiligung von NATO-Partnern an der Operation künftig „düster" für das Verteidigungsbündnis aussehen könne. Sowohl Strack-Zimmermann als auch van Aken sahen hierfür weder Mehrheiten im Bundestag noch eine Bereitschaft der Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz.

Doch dann kam die eigentliche Frage auf den Tisch: Kann Europa sich ohne die USA verteidigen? Van Aken zeigte sich erstaunlich gelassen und meinte, die vorhandenen Zahlen bei Verteidigungsetat und Soldatenanzahl würden ausreichen. Eine Einschätzung, die angesichts des desolaten Zustands der Bundeswehr und der europäischen Streitkräfte insgesamt geradezu fahrlässig naiv anmutet. Strack-Zimmermann hingegen mahnte zu dringendem Handlungsbedarf. Man habe Entwicklungen „verpennt", so die Verteidigungspolitikerin – eine Diagnose, der man zumindest in diesem Punkt kaum widersprechen kann.

Der Moment, der selbst Maischberger sprachlos machte

Dann kam der Augenblick, der die Sendung in die Annalen des deutschen Talkshow-Absurdismus eingehen lassen dürfte. Auf Maischbergers Frage, ob Europa die Ukraine ohne die USA unterstützen könne, antwortete Strack-Zimmermann mit einem klaren „Nein". Eine Mehrheit für die Ukraine-Unterstützung gebe es zwar in den USA generell, doch „das Problem sitzt im Weißen Haus". Und dann kam es: „Weil letztlich Trump, eine, fast, wie soll ich sagen?", stockte die Abgeordnete sichtlich, bevor sie den Begriff fallen ließ – Trump habe ein „macht-erotisches Verhältnis" zu Putin. Der US-Präsident sei neidisch auf den russischen Präsidenten, der schließlich tun könne, was er wolle.

„Haben Sie gerade Macht-Erotisch gesagt?" – Sandra Maischberger, sichtlich perplex

Das Publikum im Studio schien ähnlich verblüfft und applaudierte der ungläubigen Reaktion der Moderatorin. Man darf sich fragen, was solche Psychogramme in einer politischen Debatte zu suchen haben. Statt sachlicher Analyse der geopolitischen Interessenlage zwischen Washington und Moskau bedient Strack-Zimmermann das in bestimmten Kreisen beliebte Narrativ, wonach Trump lediglich ein Bewunderer Putins sei. Eine Vereinfachung, die der Komplexität internationaler Machtpolitik in keiner Weise gerecht wird.

Van Akens Musterungs-Anekdote und ein unerwarteter Ritterlichkeitsanfall

Für einen Moment der unfreiwilligen Komik sorgte auch der Linken-Vorsitzende van Aken, als er eine Anekdote aus seiner Musterungszeit zum Besten gab. Er schilderte, wie er das Hadern mit Gewissensgründen überzeugend trainiert habe. Eine Frage sei gewesen, wie er reagieren würde, wenn ein Russe im Park ihn und seine Freundin bedrohe. Noch bevor van Aken antworten konnte, warf Strack-Zimmermann ein: „Ich lass die Alte laufen." Ein Kommentar, der das moralische und intellektuelle Niveau der Debatte treffend zusammenfasste.

Van Aken empfahl stattdessen, auf solche Provokationen nicht einzugehen – schließlich habe man ja Gewissensbisse gehabt. Als Strack-Zimmermann dann wissen wollte, was passieren würde, wenn sie beide durch den Park gingen und angegriffen würden, entgegnete der Linken-Vorsitzende schmunzelnd: „Dann würde ich Sie verteidigen." Eine Reaktion, die die FDP-Politikerin zumindest etwas zu beruhigen schien.

Das eigentliche Problem: Substanzlose Debatten im gebührenfinanzierten Fernsehen

Was bleibt von diesem Abend? Einmal mehr die ernüchternde Erkenntnis, dass die politischen Talkshows des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ihrem Bildungsauftrag in keiner Weise gerecht werden. Statt einer fundierten Analyse der dramatischen geopolitischen Verwerfungen – vom Iran-Konflikt über die Zukunft der NATO bis hin zur europäischen Verteidigungsfähigkeit – werden dem Zuschauer bizarre Psychogramme und Musterungs-Anekdoten serviert. Und das von Politikern, deren Parteien zusammengenommen kaum mehr als fünf Prozent der Wählerschaft repräsentieren.

Die Frage, warum ausgerechnet Strack-Zimmermann als Vertreterin einer politisch marginalen Partei derart häufig in den Talkshows des ÖRR zu Gast ist, drängt sich geradezu auf. Es scheint, als gehe es weniger um die parteipolitische Relevanz als vielmehr um die „richtige" Gesinnung. Wer das transatlantische Narrativ bedient und Trump als irrational darstellt, darf offenbar so oft kommen, wie er möchte – unabhängig davon, wie viele Wähler hinter ihm stehen.

Dabei wäre eine nüchterne, sachliche Debatte über Europas Verteidigungsfähigkeit dringend nötig. Denn in einem Punkt hat Strack-Zimmermann zweifellos recht: Deutschland und Europa haben sicherheitspolitisch vieles „verpennt". Jahrzehntelang hat man sich auf den amerikanischen Schutzschirm verlassen, die eigene Bundeswehr kaputtgespart und geglaubt, mit Diplomatie und gutem Zureden ließe sich jeder Konflikt lösen. Dass diese Strategie gescheitert ist, sollte spätestens seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine jedem klar sein. Doch statt aus diesen Fehlern zu lernen, verliert man sich in absurden Ferndiagnosen über das angebliche Seelenleben des amerikanischen Präsidenten.

Der deutsche Bürger, der für dieses Programm monatlich seinen Rundfunkbeitrag entrichtet, hat Besseres verdient. Doch solange die immer gleichen Gesichter in den immer gleichen Sendungen die immer gleichen Narrative bedienen, wird sich daran wohl wenig ändern. Die Einschaltquoten mögen sinken – das Sendungsbewusstsein der Protagonisten bleibt ungebrochen.

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