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Kettner Edelmetalle
29.09.2026
18:32 Uhr
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Sprit-Deckel in Italien: Ölriesen bremsen Preise – und Deutschland?

Sprit-Deckel in Italien: Ölriesen bremsen Preise – und Deutschland?
Symbolbild: KI-generiert

Italiens Energieriese Eni zieht an der Zapfsäule die Notbremse: Seit dem 28. September kostet der Liter Diesel an den Eni-Tankstellen höchstens 2,19 Euro, Benzin maximal 1,99 Euro. Auch die aserbaidschanische Staatsfirma Socar mit ihrer Marke IP zieht mit. Die Regierung von Giorgia Meloni applaudiert, doch der Ärger an der Basis bleibt.

Solidarität oder kluges Kalkül?

Der Preisdeckel soll zunächst 30 Tage lang gelten. Nach Angaben des Konzerns werde erwogen, ihn bis Jahresende zu verlängern, je nachdem, wie sich Markt und Versorgung entwickeln. Laut Eni liegen die Obergrenzen rund 17 Cent unter dem zuletzt üblichen Durchschnitt. Medienberichten zufolge betrifft das etwa 3.850 Tankstellen.

Eni begründet den Schritt mit den anhaltenden geopolitischen Krisen. Diese hätten die Spritpreise für Familien und Betriebe auf ein extrem belastendes Niveau getrieben. Man wolle deshalb einen weiteren „Beitrag der Solidarität“ mit dem Land leisten. Das klingt edel. In der Wirtschaftspresse kursiert allerdings auch eine nüchterne Lesart: Mit dem freiwilligen Deckel könnten sich die Konzerne womöglich eine drohende Übergewinnsteuer ersparen.

Rom dreht den Steuerrabatt zurück

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Die Regierung fährt ihre Entlastung beim Diesel nämlich schrittweise zurück. Am 26. September halbierte sie den Rabatt auf die Verbrauchsteuer von 12,2 auf 6,1 Cent pro Liter. Er läuft bis zum 5. Oktober. Danach soll eine „flexible Verbrauchsteuer“ greifen, mit der der Staat die Preise über Steueranpassungen steuern will, allerdings ohne festgelegte Höhe.

Meloni bedankte sich ausdrücklich bei den Konzernen:

„Dies ist ein wichtiges Zeichen der Rücksichtnahme gegenüber den italienischen Familien und bestätigt, dass es möglich ist, konkret dazu beizutragen, die hohen Kraftstoffpreise einzudämmen.“

Socar erklärte, man folge einem Appell der Regierung. Die eigene Obergrenze werde „unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse“ festgelegt, Zahlen nannte das Unternehmen zunächst nicht. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll sich Socar aber an den Eni-Werten orientieren. Inzwischen will laut Berichten auch der kuwaitische Anbieter Q8 seine Preise begrenzen. Eni und Socar allein kontrollieren demnach über 40 Prozent des italienischen Tankstellennetzes.

Der Effekt: bisher eher bescheiden

An der Zapfsäule kam davon zunächst wenig an. Nach Daten des Industrieministeriums sank der durchschnittliche Benzinpreis am ersten Tag nur von 2,159 auf 2,152 Euro, Diesel von 2,377 auf 2,369 Euro. Auf den Autobahnen kostete Diesel im Schnitt sogar 2,42 Euro. Der nationale Verbraucherverband urteilte, trotz des großen Eni-Netzes sei die Wirkung auf den Durchschnitt gering.

Lkw-Fahrer drohen mit Stillstand

Entsprechend brodelt es. Wie die Agentur Ansa berichtet, haben sizilianische Spediteure für den 15. bis 20. Oktober einen möglichen Stillstand angekündigt. Man werde mit den Lkw auf den Stellplätzen bleiben, bis die Regierung Antworten liefere, ließ ihr Koordinator Salvatore Bella wissen. Auch Landwirte protestieren auf der Insel, und die Taxi-Gewerkschaften drohen mit Streiks.

Das eigentliche Problem liegt tiefer

Bemerkenswert ist, was Eni selbst als Ursache nennt: In Europa hätten in den vergangenen 15 Jahren fast 30 Raffinerien geschlossen. Europa hat seine eigene Versorgungssicherheit also Stück für Stück abgebaut, und jetzt zahlen die Bürger dafür. Hinzu kommt der Nahost-Konflikt, der die Märkte für raffinierte Produkte massiv unter Druck setzt.

Und Deutschland? Hier sorgt der politisch gewollt steigende CO2-Preis zusätzlich für teuren Sprit. Der Tankrabatt von 2022 ist längst Geschichte, und eine neue Entlastung plant die Große Koalition bisher nicht. Wer gehofft hatte, Berlin würde wenigstens hinschauen, wie andere Länder reagieren, wartet bislang vergeblich.

Eines zeigt Italien aber deutlich: Energiekrisen fressen Kaufkraft. Viele Sparer setzen deshalb auf physisches Gold und Silber als Beimischung, um ihr Vermögen gegen Inflation und politische Unsicherheit abzusichern.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen, und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.

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