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Kettner Edelmetalle
18.05.2026
07:43 Uhr

Seuchen-Albtraum auf hoher See: „Hondius" erreicht Rotterdam – mit Leiche und Hantavirus an Bord

Seuchen-Albtraum auf hoher See: „Hondius" erreicht Rotterdam – mit Leiche und Hantavirus an Bord

Was als exklusive Antarktis-Expedition begann, endet als veritabler medizinischer Albtraum auf den Weltmeeren. Die unter niederländischer Flagge fahrende „Hondius" wird am Montag im Hafen von Rotterdam erwartet – an Bord noch immer 27 Menschen, darunter 25 Besatzungsmitglieder, zwei medizinische Mitarbeiter und die Leiche einer deutschen Passagierin, die bereits am 2. Mai den Folgen einer Infektion mit dem gefährlichen Hantavirus erlegen war. Eine Szenerie, wie sie sich kein Reisender in seinen kühnsten Albträumen ausmalen würde.

Zehnter bestätigter Fall – Kanada zieht die Notbremse

Die kanadische Gesundheitsbehörde meldete am Sonntag den zehnten bestätigten Hantavirus-Fall im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtdesaster. Bei einer von vier in Kanada eingereisten Personen sei der Test positiv ausgefallen, hieß es. Das betroffene Ehepaar in den Siebzigern liege derzeit in einem Krankenhaus in Victoria, die Reisepartnerin sei zumindest negativ getestet worden. Insgesamt waren vier kanadische Passagiere am vergangenen Sonntag in ihre Heimat zurückgekehrt – aus British Columbia und von Vancouver Island. Sämtliche Personen befinden sich nach Behördenangaben in strenger Isolation.

Die Behörden bemühen sich um Beruhigung der Bevölkerung: Das Risiko für die kanadische Allgemeinheit sei gering. Vorsorgliche Schutzmaßnahmen seien dennoch eingeleitet worden. Beruhigend? Wer in den vergangenen Jahren erlebt hat, wie aus „geringem Risiko" plötzlich weltumspannende Krisen werden können, wird solche Versicherungen mit gesunder Skepsis aufnehmen.

Drei Tote, ein eingefrorener Sarg und eine Reise wie aus einem Horrorfilm

Die Chronik dieser Reise liest sich wie ein Drehbuch, das selbst Hollywood-Produzenten als zu reißerisch ablehnen würden. Nach dem Ausbruch des Virus lag die „Hondius" tagelang vor Kap Verde an der westafrikanischen Küste vor Anker. Drei Menschen verloren ihr Leben. Schwer Erkrankte mussten unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen evakuiert werden. Anschließend setzte das Schiff seine Fahrt mit über 140 Menschen an Bord Richtung Teneriffa fort, wo die Passagiere schließlich in ihre Heimatländer ausgeflogen wurden.

Besonders pikant: Ein Blogger berichtete von „Umarmungen" an Bord – also davon, dass die Reisenden offenbar nicht ahnten oder ignorierten, mit welchem Risiko sie es zu tun hatten. Soziale Kontakte auf engstem Raum, bei einer Erkrankung, deren Erreger ausgerechnet zu jener Hantavirus-Variante gehört, die als einzige bekannte von Mensch zu Mensch übertragbar ist.

Südamerikanische Variante – die einzige, die von Mensch zu Mensch springt

Das Hantavirus wird üblicherweise durch Nagetiere oder deren Ausscheidungen übertragen. Doch die Tests bestätigten Erschreckendes: Mehrere Passagiere hatten sich mit einer in Südamerika vorkommenden Variante infiziert – jener gefährlichen Spielart, die einen direkten zwischenmenschlichen Übertragungsweg kennt. Wie das Virus überhaupt an Bord eines Antarktis-Kreuzfahrtschiffes gelangen konnte, bleibt vorerst eines der zentralen Rätsel dieses Falls.

Rotterdam bereitet sich vor – Schiff wird desinfiziert

Nach Angaben des niederländischen Kreuzfahrtveranstalters Oceanwide Expeditions wird das Schiff nach seiner Ankunft in Rotterdam einer gründlichen Reinigung und Desinfektion unterzogen. Sämtliche verbliebenen Personen an Bord müssen sich in Quarantäne oder Selbstisolation begeben. Es sind Bilder und Verfahren, die unangenehme Erinnerungen an die Pandemiejahre wecken – und an die fragwürdigen Entscheidungen, die damals getroffen wurden.

Der Antarktis-Tourismus – ein Geschäft mit unkalkulierbaren Risiken

Der Fall „Hondius" wirft ein grelles Schlaglicht auf eine boomende Branche, die zunehmend an ihre Grenzen stößt. Antarktis-Kreuzfahrten gelten als ultimatives Luxusabenteuer für gut betuchte Reisende, die das ewige Eis erleben möchten. Doch wenn dort, im scheinbar makellosen Weiß, plötzlich eine Seuche ausbricht, die mehrere Menschenleben fordert, stellt sich die Frage nach Sinn und Verstand solcher Expeditionen in völlige Abgeschiedenheit – fernab jeder medizinischen Infrastruktur, die im Notfall wirklich helfen könnte.

Für die Familien der drei Verstorbenen, allen voran für die Angehörigen der toten Deutschen, deren sterbliche Überreste noch immer auf der „Hondius" liegen, ist dies eine kaum erträgliche Tragödie. Sie werden ihre Angehörigen erst in Empfang nehmen können, wenn das Schiff im Rotterdamer Hafen festgemacht hat. Ein Abschied, der zur bürokratischen Odyssee wird. Und ein erneuter Beleg dafür, dass die schönsten Reiseträume mitunter in den dunkelsten Erfahrungen enden können – ein nüchternes Argument, weshalb die Absicherung des eigenen Lebens und Vermögens niemals dem Zufall überlassen werden sollte. Wer auf greifbare Werte wie physische Edelmetalle setzt, weiß zumindest seine Ersparnisse in Sicherheit, während die Welt um ihn herum bisweilen ins Wanken gerät.

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