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Kettner Edelmetalle
12.08.2026
04:42 Uhr
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Schaeffler streicht 1.300 Jobs: Der Preis der E-Auto-Wette

Schaeffler streicht 1.300 Jobs: Der Preis der E-Auto-Wette
Symbolbild: KI-generiert

Herzogenaurach schaltet erneut auf Sparmodus: Der fränkische Auto- und Industriezulieferer Schaeffler baut in Deutschland rund 1.300 zusätzliche Stellen ab – über ein erweitertes Altersteilzeitprogramm. Verkündet wurde der Schritt am 5. August, zeitgleich mit den Halbjahreszahlen. Und die zeigen: Das Zukunftsgeschäft mit der Elektromobilität bleibt ein Milliardengrab.

Jahrgang 1971 und älter – das Angebot mit dem Kleingedruckten

Adressiert werden Beschäftigte der Jahrgänge bis einschließlich 1971. Der Konzern rechnet allerdings nur damit, dass etwa 20 Prozent der Berechtigten unterschreiben – daraus ergibt sich die Zahl von rund 1.300 vorzeitigen Ausscheidungen aus Produktion, Verwaltung und weiteren Bereichen.

Freiwillig ist das Ganze in beide Richtungen: Der Vertrag kommt nur zustande, wenn Mitarbeiter und Führungskraft zustimmen. Je nach Standort laufen die Modelle zwischen zwei und acht Jahren, wobei auf eine aktive Arbeitsphase eine gleich lange Freistellung folgt. Kostenpunkt zunächst: 51 Millionen Euro. Ab 2027 soll sich die Rechnung drehen.

Der Abbau kommt obendrauf. Bereits im November 2024 hatte Schaeffler angekündigt, europaweit 4.700 Stellen zu streichen, davon 2.800 in Deutschland. Laut Unternehmensangaben beschäftigte die Gruppe Ende Juni weltweit 108.912 Menschen – 3.946 weniger als ein Jahr zuvor.

Bessere Marge, schlechtere Kasse

Operativ sieht es auf den ersten Blick sogar aufwärts aus. Das bereinigte Betriebsergebnis kletterte im ersten Halbjahr 2026 von 482 auf 549 Millionen Euro, die Marge von 4,1 auf 4,7 Prozent. Der Umsatz sank nominal um 1,5 Prozent auf 11,667 Milliarden Euro, währungsbereinigt gab es ein Mini-Plus von 0,4 Prozent.

Doch die Kasse erzählt eine andere Geschichte. Der freie Mittelabfluss weitete sich von 128 auf 300 Millionen Euro aus. Allein Restrukturierung und die Integration des zugekauften Vitesco-Geschäfts verschlangen laut Konzernangaben 236 Millionen Euro.

Entsprechend wächst der Schuldenberg: 5,545 Milliarden Euro Nettofinanzschulden zum 30. Juni, nach 4,915 Milliarden Ende 2025. Der Verschuldungsgrad stieg von 2,1 auf 2,4.

E-Mobility: 402 Millionen Euro Minus in sechs Monaten

Die Sparte E-Mobility wuchs währungsbereinigt um 7,7 Prozent auf 2,578 Milliarden Euro Umsatz – und schrieb trotzdem ein bereinigtes operatives Minus von 402 Millionen Euro. Immerhin: Die Marge verbesserte sich von minus 19,3 auf minus 15,6 Prozent. Ein Fortschritt, der aber nichts daran ändert, dass jeder Euro Umsatz in diesem Segment weiterhin Geld kostet.

Ende Juli hatte der Konzern seine Mittelfristziele für 2028 bereits gekappt: statt 27 bis 29 Milliarden Euro nun nur noch 24 bis 26 Milliarden Euro Umsatz. Als Grund gelten gestrichene oder verkleinerte E-Auto-Programme in den USA. Neue Felder wie Robotik und Verteidigung – Schaeffler baut unter anderem gemeinsam mit einem französischen Partner Drohnenfertigung auf – liefern nach Aussage von Vorstandschef Klaus Rosenfeld mittelfristig noch keinen wesentlichen Ergebnisbeitrag.

Ein Lehrstück über politisch verordnete Technologiepfade

Aus Sicht unserer Redaktion ist der Fall Schaeffler ein Musterbeispiel dafür, was passiert, wenn Unternehmen Milliarden in eine Technologie lenken, deren Nachfrage vor allem von Subventionen, Flottengrenzwerten und Verbotsdaten abhängt – und nicht vom Kunden. Fällt die politische Stütze weg, bleibt die Rechnung bei Belegschaft und Aktionären liegen.

Für tausende Familien in Franken, Schweinfurt und Nordrhein-Westfalen ist das keine Bilanzposition, sondern ein Lebensentwurf. Wer in solchen Zeiten Vermögen sichern will, tut gut daran, nicht alles auf eine Karte zu setzen – physische Edelmetalle sind seit jeher eine bewährte Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger muss eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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