
Rolltreppe kaputt: Deutsche Bahn offenbart erneut den maroden Zustand der Infrastruktur

Es ist ein Bild, das sinnbildlicher kaum sein könnte für den Zustand der deutschen Infrastruktur: Rund 130 Rolltreppen an Bahnhöfen quer durch die Republik stehen still. Einfach so. Von Köln über Frankfurt bis Hamburg – überall dasselbe Trauerspiel. Und während das Bundesverkehrsministerium nun „mit Hochdruck" an einer Lösung arbeiten lässt, fragt sich der geneigte Bürger: Wie konnte es überhaupt so weit kommen?
Ein Defekt, der Fragen aufwirft
Die offizielle Erklärung klingt zunächst harmlos: Ein technischer Defekt habe sich in einem „abrupten Stopp" der Anlagen geäußert, weshalb die Bahn aus Vorsichtsgründen gezwungen gewesen sei, die betroffenen Rolltreppen außer Betrieb zu nehmen. So habe es die Deutsche Bahn dem Ministerium versichert. Zusammen mit dem Hersteller werde nun fieberhaft an der Wiederinbetriebnahme gearbeitet. Die ersten Anlagen sollen am Samstag wieder laufen – wie viele genau, das vermag freilich niemand zu sagen.
Ein Sprecher von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) räumte gegenüber der „Rheinischen Post" ein, dass der Ausfall „natürlich gerade für mobilitätseingeschränkte Menschen sehr ärgerlich" sei und der Unmut „verständlich". Verständlich? Das ist wohl die Untertreibung des Jahres. Für Rollstuhlfahrer, Senioren und Eltern mit Kinderwagen sind stillstehende Rolltreppen keine Unannehmlichkeit – sie sind eine Barriere, die den Zugang zum öffentlichen Nahverkehr schlichtweg versperrt.
Symptom einer chronischen Krankheit
Wer glaubt, es handle sich hier um einen bedauerlichen Einzelfall, der irrt gewaltig. Die kaputten Rolltreppen sind lediglich das jüngste Symptom einer chronisch unterfinanzierten und sträflich vernachlässigten Bahninfrastruktur, die seit Jahrzehnten auf Verschleiß gefahren wird. Marode Brücken, verspätete Züge, gesperrte Strecken – die Liste des Versagens ist lang. Und sie wird mit jedem Monat länger.
Dabei hatte die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz mit dem 500 Milliarden Euro schweren Sondervermögen für Infrastruktur große Versprechen gemacht. Doch wo fließt das Geld tatsächlich hin? In ideologisch motivierte Prestigeprojekte oder in die grundlegende Instandhaltung dessen, was bereits existiert? Die kaputten Rolltreppen an Deutschlands Bahnhöfen geben eine ernüchternde Antwort.
Wenn Selbstverständlichkeiten zum Luxus werden
Es ist bezeichnend für den Zustand dieses Landes, dass eine funktionierende Rolltreppe mittlerweile als Errungenschaft gefeiert wird. In Japan, Südkorea oder der Schweiz wäre ein derartiger Massenausfall undenkbar – dort wird Infrastruktur als das behandelt, was sie ist: das Rückgrat einer funktionierenden Gesellschaft. In Deutschland hingegen scheint man sich damit abgefunden zu haben, dass Dinge eben kaputtgehen. Und kaputtbleiben.
Die betroffenen Bahnhöfe – darunter so zentrale Knotenpunkte wie Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, Essen und Dresden sowie der Flughafen Köln/Bonn – sind keine Provinzstationen. Es sind die Visitenkarten der deutschen Mobilität. Und diese Visitenkarten sind zerknittert, verschmutzt und kaum noch lesbar.
Man darf gespannt sein, ob das Ministerium seinen Worten auch Taten folgen lässt – oder ob das „Drängen" auf schnelle Reparatur am Ende nur eine weitere hohle Phrase bleibt, wie sie die deutsche Politik in den vergangenen Jahren zur Perfektion gebracht hat. Der Bürger jedenfalls hat das Vertrauen in solche Ankündigungen längst verloren. Und wer kann es ihm verdenken?
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