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Kettner Edelmetalle
11.03.2026
09:36 Uhr

Putins Trumpfkarte: Wie der Iran-Konflikt die Ukraine in die Bedeutungslosigkeit treibt

Es ist eine jener bitteren Ironien der Weltpolitik, die kein Drehbuchautor besser hätte erfinden können: Während im Nahen Osten die Bomben fallen und die Straße von Hormus zum geopolitischen Nadelöhr wird, reibt sich ein Mann im Kreml zufrieden die Hände. Wladimir Putin – der große Profiteur einer Krise, die er nicht einmal selbst angezettelt hat.

Die Ukraine verschwindet vom Radar

Seit den gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf iranische Ziele hat sich die mediale und diplomatische Aufmerksamkeit der Welt dramatisch verschoben. Tagesschau, soziale Medien, internationale Nachrichtenagenturen – überall dominieren Teheran, Tel Aviv und die Straße von Hormus. Der Donbass? Kiew? Zur Randnotiz degradiert. Die geplante nächste Runde der trilateralen Gespräche zwischen Washington, Moskau und Kiew wurde kurzerhand auf unbestimmte Zeit verschoben.

Selbst Wolodymyr Selenskyj musste einräumen, dass der Fokus seiner westlichen Partner „derzeit auf der Situation im Iran" liege. Ein neuer Verhandlungstermin? Fehlanzeige. Man könnte fast meinen, der Krieg in der Ostukraine sei über Nacht zu einem Konflikt zweiter Klasse geworden.

Moskaus doppelter Jackpot: Zeit und Geld

Für den Kreml kommt diese Entwicklung wie gerufen – und das gleich in doppelter Hinsicht. Erstens gewinnt Russland kostbare Zeit. Schon vor der Eskalation im Nahen Osten zeigte sich Putin wenig enthusiastisch, was Verhandlungen über eine Waffenruhe in der Ukraine betraf. Kremlsprecher Dmitri Peskow kommentierte die Verschiebung der Gespräche mit entwaffnender Nüchternheit: „Aus objektiven Gründen gibt es eine Pause." Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Pause in Moskau eher als Geschenk denn als Hindernis betrachtet wird.

Zweitens – und das wiegt womöglich noch schwerer – spült die geopolitische Krise Milliarden in Russlands Staatskasse. Die Energiepreise schießen in die Höhe, und als einer der größten Öl- und Gasexporteure der Welt profitiert Moskau unmittelbar davon. Sollte der Konflikt im Nahen Osten andauern oder wichtige Transportwege weiter beeinträchtigt werden, könnte Russland für zahlreiche Länder – allen voran China – als Energielieferant noch unverzichtbarer werden.

Europa bröckelt – Orbán macht den Anfang

Besonders alarmierend ist, was sich innerhalb der Europäischen Union abzeichnet. Bereits jetzt mehren sich die Stimmen, die eine Lockerung der Sanktionen gegen russische Energie fordern. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat die EU offen aufgefordert, die Beschränkungen für russisches Öl und Gas aufzuheben, um drohende Energieengpässe abzuwenden. Putin-Berater Kirill Dmitrijew triumphierte auf der Plattform X, es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis die Europäer wieder um günstige russische Energie „betteln" würden.

So zynisch diese Aussage klingen mag – sie trifft einen wunden Punkt. Die europäische Energiepolitik der vergangenen Jahre, getrieben von ideologischen Schnellschüssen und dem überhasteten Ausstieg aus fossilen Energieträgern, rächt sich nun bitter. Wer seine Energieversorgung auf Sand baut, darf sich nicht wundern, wenn das Kartenhaus bei der nächsten Krise zusammenfällt. Deutschland, das sich unter der Ampelregierung besonders eifrig von russischer Energie abgenabelt hatte, steht nun vor der unbequemen Frage, woher die Kilowattstunden künftig kommen sollen, wenn auch der Nahe Osten als Lieferant ausfällt.

Selenskyjs verzweifelter Schachzug

Angesichts dieser dramatischen Verschiebung der geopolitischen Tektonik greift der ukrainische Präsident zu einer ungewöhnlichen Strategie: Er bietet den USA militärische Unterstützung im Nahen Osten an. Konkret schlug Selenskyj vor, ukrainische Drohnenabwehr-Spezialisten zur Verteidigung amerikanischer Stützpunkte im Persischen Golf einzusetzen. In einem Interview behauptete er sogar, ukrainische Anti-Drohnen-Teams seien bereits „auf Anfrage Washingtons" nach Jordanien entsandt worden – eine offizielle Bestätigung aus den USA steht allerdings noch aus.

Die Kalkulation dahinter ist durchsichtig, aber nicht unklug. Kiew hofft, sich durch militärische Hilfsbereitschaft als unverzichtbarer Partner der Vereinigten Staaten zu positionieren und im Gegenzug weiterhin Waffenlieferungen – insbesondere Raketen für die Luftverteidigung – zu sichern. Doch diese Strategie birgt erhebliche Risiken. Denn während ukrainische Spezialisten möglicherweise am Persischen Golf Drohnen abfangen, dauern die russischen Angriffe auf ukrainische Städte unvermindert an. Die Frage, warum versprochene Abfangdrohnen und neue Verteidigungssysteme nur schleppend an der Front eintreffen, wird in der Ukraine bereits laut gestellt.

Trump erhöht den Druck auf Kiew

Als wäre die Lage nicht schon prekär genug, verschärft US-Präsident Donald Trump den Ton gegenüber Selenskyj. „Selenskyj muss endlich handeln und einen Deal machen", erklärte Trump vor wenigen Tagen unverblümt. „Er hat keine Karten und jetzt hat er noch weniger." Eine Aussage, die in ihrer Brutalität kaum zu überbieten ist – und die zeigt, wie weit sich die Machtverhältnisse verschoben haben.

Nach Informationen aus Washington soll Putin grundsätzlich zu einem Abkommen bereit sein. Moskau knüpfe dieses jedoch an weitreichende Bedingungen, darunter den Abzug ukrainischer Truppen aus Teilen des Donbass – eine Forderung, die Kiew kategorisch ablehnt. Doch mit jedem Tag, an dem der Iran-Konflikt die Schlagzeilen dominiert, schwindet Selenskyjs Verhandlungsposition weiter.

Die neue Realität: Krieg um Aufmerksamkeit

Die größte Gefahr für die Ukraine liegt nicht auf dem Schlachtfeld, sondern auf der strategischen Ebene. Sollte sich die geopolitische Lage dauerhaft verändern und steigende Energiepreise Europa stärker unter Druck setzen, könnte die westliche Unterstützung für Kiew erodieren. Gleichzeitig wächst Russlands Bedeutung als Energielieferant – ein Teufelskreis, aus dem es für die Ukraine kaum ein Entrinnen gibt.

Was wir hier beobachten, ist ein Lehrstück darüber, wie fragil internationale Solidarität sein kann. Heute steht die Ukraine im Zentrum westlicher Aufmerksamkeit, morgen kann ein neuer Krisenherd alles verändern. Für Selenskyj bedeutet das eine bittere Erkenntnis: Der Krieg in der Ukraine steht nicht mehr automatisch im Zentrum der internationalen Politik. Und je länger sich der Konflikt im Iran hinzieht, desto schwieriger wird es für Kiew, die bisherige Unterstützung seiner Verbündeten aufrechtzuerhalten.

In dieser Gemengelage zeigt sich einmal mehr, wie wichtig eine vorausschauende und realistische Außen- und Sicherheitspolitik wäre – statt ideologiegetriebener Symbolpolitik, die im Ernstfall keinem einzigen Soldaten an der Front hilft. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz wäre gut beraten, die Lehren aus dieser Krise zu ziehen und Deutschlands strategische Interessen endlich wieder in den Mittelpunkt zu stellen.

Für Anleger unterstreicht die aktuelle Lage einmal mehr den Wert physischer Edelmetalle als Krisenwährung. In Zeiten geopolitischer Verwerfungen, steigender Energiepreise und wachsender Unsicherheit an den Finanzmärkten erweist sich Gold traditionell als verlässlicher Wertspeicher. Wer sein Portfolio gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend instabilen Weltordnung absichern möchte, sollte physische Edelmetalle als festen Bestandteil seiner Vermögenssicherung in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen spiegeln ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung liegt in der alleinigen Verantwortung des Lesers. Wir empfehlen, vor jeder Investitionsentscheidung eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls einen unabhängigen Finanzberater zu konsultieren.

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