
Opel am Abgrund: Stellantis zerlegt das Herz der deutschen Ingenieurskunst

Was einst ein stolzes Zentrum deutscher Automobilentwicklung war, wird Stück für Stück demontiert. Der französisch-italienische Mutterkonzern Stellantis kündigt den nächsten massiven Stellenabbau am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim an – und verlagert die Zukunft der Marke nach China. Ein Trauerspiel, das exemplarisch für den Niedergang der deutschen Industrielandschaft steht.
Von 7.000 auf 1.000: Der schleichende Tod eines Entwicklungsstandorts
Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache. Von den derzeit noch 1.650 Mitarbeitern im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum sollen künftig nur noch rund 1.000 übrig bleiben. 650 Stellen werden gestrichen – wieder einmal. Wer sich erinnert: Als der französische PSA-Konzern Opel im Jahr 2017 übernahm, arbeiteten dort noch stolze 7.000 Ingenieure. Innerhalb weniger Jahre wurde die Belegschaft auf ein Siebtel zusammengestutzt. Das ist kein Strukturwandel mehr. Das ist eine kontrollierte Sprengung.
Bereits 2019 fielen rund 2.000 Stellen dem Rotstift zum Opfer, ein Teil der Mitarbeiter wurde an den Ingenieurdienstleister Segula abgeschoben. 2023 schloss man die CAD-Entwicklung mit 100 Beschäftigten komplett. 2024 folgte die nächste Sparrunde. Und nun also der jüngste Akt in diesem Drama, das sich wie ein Lehrstück über die Deindustrialisierung Deutschlands liest.
Die Ironie des Erfolgs
Besonders bitter schmeckt die Nachricht vor dem Hintergrund, dass Opel sich erst Anfang April als einen der „großen Gewinner am deutschen Automarkt" feierte. Die Neuzulassungen stiegen im ersten Quartal 2026 um satte 39 Prozent auf 33.600 Fahrzeuge, der Marktanteil kletterte auf 4,8 Prozent. Man könnte meinen, ein Unternehmen, das derart wächst, würde in seine Entwicklung investieren. Doch weit gefehlt. Stellantis belohnt den Erfolg der deutschen Marke mit dem nächsten Kahlschlag. Die Gewinne fließen, die Arbeitsplätze gehen – ein Muster, das man in der globalisierten Wirtschaft leider allzu gut kennt.
Tech Center statt Entwicklungszentrum – ein Euphemismus?
Natürlich wird der Stellenabbau in schillernde Zukunftsrhetorik verpackt. Das Entwicklungszentrum soll zu einem sogenannten „Tech Center" umgebaut werden, das sich mit Fahrerassistenzsystemen, virtueller Entwicklung, Künstlicher Intelligenz und Batterietechnologie befassen werde. Es klingt modern, es klingt innovativ – und es klingt verdächtig nach einer Mogelpackung. Denn wer mit 1.000 Ingenieuren all diese Zukunftsfelder gleichzeitig beackern will, der betreibt keine Spitzenforschung, sondern Mangelverwaltung.
Die wahre Entwicklung findet künftig in China statt
Wohin die Reise tatsächlich geht, offenbart ein Blick auf die strategischen Partnerschaften von Stellantis. Gemeinsam mit dem chinesischen Partner Leapmotor soll ein neuer Opel-Elektro-SUV entwickelt werden. Die Schlüsseltechnologien und Kernkomponenten würden dabei in China entstehen – Opel dürfe sich lediglich um das Außendesign kümmern. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Eine traditionsreiche deutsche Automarke, die einst für Ingenieursexzellenz stand, wird zum Designbüro degradiert, während das technologische Know-how nach Fernost wandert.
Die Fertigung des neuen Elektro-SUV soll ab 2028 im spanischen Saragossa erfolgen – mit einer geplanten Jahresproduktion von 50.000 Fahrzeugen. Auch der neue Opel Mokka könnte künftig auf Leapmotor-Technologie basieren und statt im französischen Poissy ebenfalls in Spanien vom Band laufen. Deutschland? Fehlanzeige.
Ein Symptom der verfehlten Industriepolitik
Der schleichende Ausverkauf von Opel ist kein isoliertes Phänomen. Er ist Symptom einer jahrelang verfehlten Industriepolitik, die den Standort Deutschland systematisch unattraktiv gemacht hat. Explodierende Energiekosten, eine erdrückende Bürokratie, ideologisch getriebene Regulierungswut und eine Steuerlast, die ihresgleichen sucht – all das treibt Unternehmen und Arbeitsplätze aus dem Land. Während andere Nationen um Investitionen werben, diskutiert man hierzulande lieber über Gendersternchen und Lastenfahrräder.
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar vollmundig versprochen, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Doch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das vor allem in Infrastruktur fließen soll, wird die strukturellen Probleme des Industriestandorts kaum lösen. Es wird die Inflation weiter anheizen und kommende Generationen mit Schulden belasten – während die eigentlichen Ursachen der Abwanderung unangetastet bleiben.
Opel in Rüsselsheim – das war einmal ein Name, der für deutsche Ingenieurskunst und industrielle Stärke stand. Was davon übrig bleibt, ist ein „Tech Center" mit 1.000 Mitarbeitern, das im globalen Stellantis-Netzwerk um Relevanz kämpfen muss. Die wahre Musik spielt längst anderswo. Und Deutschland schaut zu.

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