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Kettner Edelmetalle
15.09.2026
13:26 Uhr
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Öl über 108 Dollar: Jetzt wird der Diesel zum Luxusgut!

Öl über 108 Dollar: Jetzt wird der Diesel zum Luxusgut!
Symbolbild: KI-generiert

Der Ölmarkt ist am Montag regelrecht explodiert. Brent-Kontrakte für Oktober und November legten mehr als drei Prozent zu und kletterten über 108 Dollar je Barrel, laut Marktberichten in der Spitze sogar auf knapp 110 Dollar. Der US-Referenzpreis WTI stieg um 2,3 Prozent auf rund 102 Dollar.

Auslöser ist ein doppelter Schock am Golf: Saudi-Arabien hat seine Ost-West-Pipeline nach Drohnenangriffen vorübergehend stillgelegt. Damit fällt genau jene Route aus, die Öl unter Umgehung der Straße von Hormus zum Roten Meer bringt.

Die Umgehungsroute ist weg — und Hormus wird zum Nadelöhr

Die Pipeline war bislang das Sicherheitsventil des Königreichs. Fällt sie aus, bleibt nur noch der Weg durch die Straße von Hormus — und die ist derzeit alles andere als sicher. Medienberichten zufolge dürfte die Reparatur Wochen dauern.

Am Sonntag wurde in der Meerenge ein Handelsschiff getroffen. Nach Angaben iranischer Behörden starb ein Mensch, drei wurden verletzt. Schiffe müssen inzwischen eine ausdrückliche Genehmigung aus Teheran einholen; Berichten zufolge prüft der Iran zudem Gebühren für die Durchfahrt.

Die Zahlen sprechen für sich: Statt rund 20 Millionen Barrel täglich vor dem Krieg passieren derzeit nur noch etwa sieben Millionen Barrel pro Tag die Straße von Hormus. Geplante Gespräche Omans mit dem Iran und den Golfstaaten über die künftige Ordnung der Wasserstraße wurden vertagt.

Diesel über sechs Dollar — der Preisschock erreicht die Verbraucher

In den USA ist die Rechnung längst an der Zapfsäule angekommen. Der nationale Durchschnittspreis für Diesel überschritt am Freitag erstmals in der Geschichte die Marke von sechs Dollar pro Gallone — nach etwa 5,85 Dollar eine Woche zuvor und 3,71 Dollar vor einem Jahr. Ein Plus von rund 60 Prozent.

Benzin kostet im Schnitt 4,22 Dollar, nach Rekordwerten über das Labor-Day-Wochenende. Diesel ist der Treibstoff der Logistik: Wer ihn bezahlt, bezahlt am Ende alles — Lebensmittel, Baustoffe, Pakete. Europa wird sich davon kaum abkoppeln können.

Trump zeigt nach Kiew — Analysten rechnen anders

US-Präsident Donald Trump verortet die Schuld woanders. Am Rande der Irish Open an seinem Resort in Doonbeg sagte er vor Reportern, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj müsse aufhören, in Russland Dieselanlagen auszuschalten.

"Let him go after targets, but not diesel fuel, because he's causing a shortage of diesel fuel."

Die Ukraine hat in diesem Sommer über 20 russische Raffinerieziele attackiert, Moskau reagierte mit einem Exportverbot für Diesel. Analysten ordnen die Gewichte allerdings anders ein: Das russische Verbot entziehe dem Weltmarkt etwa 800.000 Barrel Diesel pro Tag — die Störungen rund um Hormus dagegen rund 1,2 Millionen Barrel, so Schätzungen von Lipow Oil Associates. Zusätzlich stünden Raffineriekapazitäten von etwa fünf Millionen Barrel täglich still.

Was das für Edelmetall-Anleger bedeutet

Für Gold und Silber ist ein Ölschock ein zweischneidiges Schwert. Kurzfristig schürt teure Energie Inflationssorgen — und die Erwartung länger hoher Zinsen hat die Metallpreise in diesem Jahr mehrfach gebremst; Marktberichten zufolge notierte Silber zuletzt um die 59 bis 60 Dollar je Unze, nach einem historischen Lauf.

Langfristig bleibt das Bild aus Sicht unserer Redaktion unverändert: Wenn Lieferketten an einzelnen Meerengen hängen und Regierungen mit Schulden gegen jede Krise ansubventionieren, verliert Papiergeld an Kaufkraft. Physische Edelmetalle sind kein Renditeversprechen — aber eine bewährte Beimischung, wenn Energie, Fracht und Lebenshaltung gleichzeitig teurer werden.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser sollte eigene Recherchen anstellen und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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