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22.07.2026
05:26 Uhr

Nahost am Rande des Flächenbrands: Wenn Washington über Bodentruppen sinniert, sollten in Berlin die Alarmglocken schrillen

Nahost am Rande des Flächenbrands: Wenn Washington über Bodentruppen sinniert, sollten in Berlin die Alarmglocken schrillen

Es ist eine dieser Nachrichten, die man am liebsten überlesen möchte – und die man doch nicht überlesen darf. Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hat längst seine ursprünglichen Grenzen gesprengt. Jordanien, der Jemen, Saudi-Arabien: Ein Land nach dem anderen wird in den Strudel eines Konflikts gezogen, der binnen Wochen von einer brüchigen Waffenruhe in eine offene Eskalation umgeschlagen ist. Und während sich die Lage im Nahen Osten dramatisch zuspitzt, herrscht in der deutschen Politik das übliche betretene Schweigen.

Raketen über Jordanien, Sirenen in Bahrain

Die Faktenlage ist beunruhigend genug. Nach eigenen Angaben habe die jordanische Armee am Dienstag drei aus dem Iran abgefeuerte Raketen abgefangen, zuvor bereits fünf Drohnen. Die iranischen Revolutionsgarden bestätigten den Angriff auf einen US-Stützpunkt nahe der syrischen Grenze. Erst am Freitag zuvor waren zwei amerikanische Soldaten getötet worden, ein weiterer gilt als vermisst. In Bahrain heulten die Luftalarmsirenen, das Innenministerium rief die Bevölkerung auf, Schutz zu suchen.

Man erinnere sich: Im April hatten sich beide Seiten noch auf eine Waffenruhe geeinigt, im Juni sogar ein Rahmenabkommen geschlossen. Doch vor gut einer Woche erklärte US-Präsident Donald Trump die Feuerpause nach erneuten wechselseitigen Angriffen für beendet. Teheran zog nach und bezeichnete die Vereinbarung ebenfalls als hinfällig. Aus der diplomatischen Atempause wurde ein neuer, gefährlicher Schlagabtausch.

Das Gespenst einer Bodeninvasion

Besonders alarmierend sind jene Stimmen, die in Washington nun offenbar wieder lauter werden. Der ehemalige Iran-Unterhändler Nate Swanson nehme die Gerüchte über eine mögliche amerikanische Bodenoffensive „ernst“, wie er in einem Gespräch schilderte. Man spüre, wie sich die Lage zuspitze.

„Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, glaube ich, dass nur eine massive Bodenoffensive, die auf einen Regimewechsel abzielt – ähnlich wie im Irak 2003 –, tatsächlich zu einem Regimewechsel oder einer grundlegenden Kursänderung des Irans führen könnte.“

Bezeichnend ist, dass Swanson diesen Gedanken zugleich als „Katastrophe“ bezeichne und sich dagegen ausspreche. Wer sich an das Desaster von 2003 erinnert, an die Trümmerlandschaft, die der Irak-Feldzug hinterließ, dem dürfte bei dieser historischen Parallele das Blut in den Adern gefrieren. Auch Frederick Kempe vom Atlantic Council warnte, militärische Angriffe allein könnten das Regime in Teheran nicht stürzen – schließlich verfüge der Iran über eine „eine Million Mann starke Armee“.

Wenn die Ölhähne zugedreht werden

Für Deutschland und Europa hat dieser Konflikt eine handfeste ökonomische Dimension, die man in Berlin geflissentlich zu ignorieren scheint. Die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen kündigte eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien an – gegen den größten Rohölexporteur der Welt. Bereits jetzt sei der saudische Ölexport durch die Blockade der Straße von Hormus massiv eingeschränkt. Wer glaubt, das ginge uns nichts an, der verkennt die Verflechtung der globalen Energiemärkte.

Ein weiter eskalierender Nahost-Krieg bedeutet steigende Öl- und Gaspreise, bedeutet neue Inflationsschübe – und diese treffen ein Deutschland, das sich mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen und der grundgesetzlich verankerten Klimaneutralität ohnehin schon in eine gefährliche wirtschaftliche Abhängigkeit manövriert hat. Die energiepolitische Verwundbarkeit unseres Landes, ein Erbe jahrelanger ideologischer Fehlentscheidungen, könnte sich hier bitter rächen.

Der Libanon als Schauplatz eines fragilen Experiments

Immerhin gibt es an einer Front vorsichtige Fortschritte: Die libanesische Armee habe begonnen, in mehreren mit Israel vereinbarten „Pilotzonen“ im Süden des Landes Soldaten zu stationieren. Getestet werden solle, ob es der regulären Armee gelinge, die vom Iran gestützte Hisbollah zu entwaffnen. Präsident Joseph Aoun, der die Hisbollah scharf dafür kritisierte, sein Land in den Iran-Krieg gezogen zu haben, weilte zu Gesprächen in Washington. US-Außenminister Marco Rubio brachte es auf den Punkt:

„Solange dieses Problem besteht, wird der Libanon niemals wirklich Frieden finden.“

Doch die Hisbollah lehnt jede Entwaffnung und jedes Gespräch mit Israel ab. Der Iran betrachtet die direkten Verhandlungen als Dorn im Auge. Und so bleibt selbst dieser Lichtblick brüchig.

Was bleibt für den vorausschauenden Bürger?

Während sich in einer der explosivsten Regionen der Welt eine militärische Katastrophe anbahnt, tut sich der deutsche Bürger gut daran, sein Vermögen gegen die absehbaren Verwerfungen abzusichern. Krisen dieser Größenordnung haben in der Geschichte stets eines gezeigt: Papierwerte, Aktien und schuldenfinanzierte Anlageklassen taumeln, während physische Edelmetalle wie Gold und Silber ihre Rolle als sicherer Hafen behaupten. Wer sein Portfolio breit streut und einen soliden Anteil in physischen Edelmetallen hält, schützt sich vor den Turbulenzen, die geopolitische Erdbeben unweigerlich mit sich bringen.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren und seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen. Für etwaige Verluste wird keine Haftung übernommen.

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