
Mundtot gemacht: Münchner Universität entsorgt Corona-kritischen Professor in den Ruhestand
Was geschieht in einem Land, in dem ein Universitätsprofessor seine Karriere verliert, weil er es wagte, während einer Pandemie eine kritischere Berichterstattung einzufordern? Man wird in den Ruhestand versetzt. Nicht etwa mit einem feierlichen Festakt, sondern per Postzustellung. So geschehen an der Ludwig-Maximilians-Universität München, die den Kommunikationswissenschaftler Michael Meyen nach jahrelangen Disziplinarverfahren vorzeitig aus dem Dienst entfernt hat.
Ein Professor, der es wagte, unbequeme Fragen zu stellen
Michael Meyen, gebürtiger Ostdeutscher und seit 2002 an der renommierten LMU tätig, war über die Fachwelt hinaus vor allem während der Corona-Pandemie bekannt geworden. Sein Vergehen? Er hatte wiederholt die staatlichen Maßnahmen hinterfragt und eine differenziertere Medienberichterstattung eingefordert. Zudem war er zeitweise als Mitherausgeber der Zeitung „Demokratischer Widerstand" aktiv, die im Umfeld der Proteste gegen die Corona-Politik entstanden war.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Professor für Kommunikationswissenschaften – also jemand, dessen Beruf es buchstäblich ist, Medien und öffentliche Kommunikation kritisch zu analysieren – wird dafür bestraft, dass er genau das getan hat. Die Ironie könnte kaum bitterer sein.
Die Universität schweigt – wie so oft
Besonders bezeichnend ist das Verhalten der LMU selbst. Eine ausführliche Stellungnahme? Fehlanzeige. Auf Medienanfragen reagierte die Universität mit dem üblichen Verweis auf den Datenschutz.
„Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir in persönlichen Angelegenheiten aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskunft geben können", ließ eine Sprecherin verlauten. Wie praktisch, dass der Datenschutz immer dann bemüht wird, wenn unbequeme Fragen gestellt werden.
Meyen selbst bestätigte die Entscheidung nur indirekt und verwies auf einen Blog-Beitrag, in dem er nüchtern festhielt, dass seine Laufbahn als Hochschullehrer auf den Tag genau 24 Jahre nach seiner Berufung ende. Die Mitteilung habe er am 28. März erhalten – per Post, wohlgemerkt. Kein persönliches Gespräch, kein Händedruck. So verabschiedet man offenbar einen Professor, der ein Vierteljahrhundert an einer der angesehensten Universitäten Deutschlands gelehrt hat.
Gesundheitliche Gründe als willkommener Vorwand?
Offiziell dürften gesundheitliche Gründe bei der Versetzung eine Rolle gespielt haben. Meyen selbst räumt in seinem Blog ein, seit einiger Zeit krank zu sein. Der Rechtsanwalt und Publizist Ulrich Vosgerau deutete gegenüber der Berliner Zeitung an, dass vieles dafür spreche, die Versetzung gehe auf eine längerfristige Dienstunfähigkeit zurück. Zugleich habe die Universität damit möglicherweise einen eleganten Weg gefunden, die jahrelangen Auseinandersetzungen endlich zu beenden.
Einen „eleganten Weg" – so nennt man das also, wenn eine Institution einen unbequemen Geist loswerden will, ohne sich die Hände schmutzig zu machen. Die Disziplinarverfahren, die dem Ruhestand vorausgingen, betrafen unter anderem öffentliche Aktivitäten Meyens während einer Krankschreibung sowie seine publizistische Arbeit. Bereits zuvor war eine Gehaltskürzung verhängt worden. Weitere Verfahren folgten wie Dominosteine.
Ein Symptom einer tieferen Krankheit
Der Fall Meyen ist weit mehr als eine personalrechtliche Angelegenheit an einer bayerischen Universität. Er ist ein Symptom für den Zustand der Meinungsfreiheit in Deutschland. Während die Corona-Pandemie längst vorbei ist und verschiedene Ausschüsse in Bundestag und Landtagen die Maßnahmen aufzuarbeiten versuchen, werden diejenigen, die frühzeitig kritische Fragen stellten, noch immer mit den Konsequenzen ihres Mutes konfrontiert.
Meyen studierte einst Journalistik in Leipzig, kam 2002 an die LMU und hat seine Sicht auf die Entwicklungen bereits in seinem Buch „Wie ich meine Uni verlor" ausführlich dargestellt. Der Titel spricht Bände. Dass er nach eigenen Angaben mit weiteren juristischen Auseinandersetzungen rechnet, zeigt, dass dieses Kapitel noch lange nicht abgeschlossen ist.
Was bleibt vom akademischen Freiheitsversprechen?
Die Einschätzungen des Falls gehen naturgemäß auseinander. Unterstützer sprechen von einem politisch motivierten Vorgehen, Kritiker verweisen auf dienstrechtliche Fragen. Doch eines sollte jeden freiheitsliebenden Bürger beunruhigen: Wenn selbst an Universitäten – jenen Orten, die sich die freie Forschung und den offenen Diskurs auf die Fahnen schreiben – abweichende Meinungen derart konsequent sanktioniert werden, dann stimmt etwas Grundlegendes nicht mehr in diesem Land.
Die Corona-Zeit hat viele Verwerfungen hinterlassen. Zerbrochene Freundschaften, gespaltene Familien, zerstörte Existenzen. Dass nun auch noch akademische Karrieren auf dem Altar der Konformität geopfert werden, sollte uns alle alarmieren. Denn wer heute einen Professor zum Schweigen bringt, der unbequeme Fragen stellt, der wird morgen auch den nächsten Kritiker mundtot machen. Die Frage ist nur: Wann wachen wir endlich auf?

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