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Kettner Edelmetalle
09.04.2026
11:05 Uhr

Milliarden unter der Erde – und Deutschland schaut lieber weg

Es klingt wie ein schlechter Witz, ist aber bittere Realität: Deutschland, die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, sitzt buchstäblich auf strategisch wertvollen Rohstoffen – und importiert sie lieber aus China, Chile oder dem Kongo. Lithium im Oberrheingraben, Silber und Zinn im Erzgebirge, Schiefergas in Niedersachsen. Alles vorhanden. Alles ungenutzt. Willkommen in einem Land, das sich seine eigene Abhängigkeit mit geradezu masochistischer Hingabe selbst auferlegt.

Vollständig auf Importe angewiesen – bei 39 von 46 Rohstoffen

Eine bereits 2022 im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellte Studie der Beratungsgesellschaft EY zeichnet ein erschreckendes Bild. Bei 39 von 46 strategisch relevanten Rohstoffen sei die deutsche Wirtschaft vollständig auf Importe angewiesen. China dominiere bei der Hälfte dieser Materialien als weltweiter Spitzenreiter. Daneben kontrollierten die Türkei 91 Prozent der globalen Bor-Produktion, Südafrika 84 Prozent des Rhodiums, Australien 82 Prozent des Lithiums und Brasilien 88 Prozent des Niobs.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Land, das sich gleichzeitig eine Energiewende, eine Digitalisierungsoffensive und den Ausbau der Elektromobilität auf die Fahnen schreibt, hat bei den dafür benötigten Grundstoffen praktisch null Eigenversorgung. Das ist keine Strategie – das ist ein Offenbarungseid.

Ressourcennationalismus auf dem Vormarsch

Während Deutschland seelenruhig seine Lagerstätten ignoriert, drehen rohstoffreiche Staaten weltweit den Spieß um. Die EY-Studie prognostiziert eine Beschleunigung des sogenannten Ressourcennationalismus. Immer mehr Regierungen würden versuchen, den Export unverarbeiteter Mineralien einzuschränken und die Wertschöpfung im eigenen Land zu erzwingen. Indonesien habe mit seinem Exportverbot für Nickelerz bereits vorgemacht, wie das funktioniere. Mexiko erwäge, dem Staat die ausschließliche Kontrolle über den Lithiumabbau zu übertragen. Und China habe 2022 ein neues Staatsunternehmen gegründet, das rund 70 Prozent der heimischen Produktion Seltener Erden kontrollieren solle.

Die geopolitische Dynamik verschärft sich also rasant – und Deutschland? Deutschland diskutiert. Über Bürgerbeteiligung, Umweltverträglichkeitsprüfungen und die Befindlichkeiten lokaler Initiativen. Während andere Nationen ihre Rohstoffpolitik als Machtinstrument begreifen, verharrt die Bundesrepublik in einer Mischung aus Naivität und bürokratischer Selbstfesselung.

Lithium im Oberrheingraben – Chance oder Chimäre?

Dabei mangelt es nicht an konkreten Möglichkeiten. Im Oberrheingraben zwischen Karlsruhe und Basel zirkuliert heißes Tiefenwasser mit vergleichsweise hohen Lithiumkonzentrationen. Unternehmen planen, das begehrte Metall aus geothermalen Solelösungen zu gewinnen – ein Verfahren, das im Idealfall erneuerbare Energie und Rohstoffförderung kombinieren könnte. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) betont die strategische Bedeutung dieser Vorkommen. Theoretisch könnten bestehende Geothermiekraftwerke zwischen zwei und zwölf Prozent des jährlichen deutschen Lithiumbedarfs decken, so die Berechnungen.

Doch was theoretisch vielversprechend klingt, scheitert in der Praxis an einem altbekannten deutschen Phänomen: dem Widerstand vor Ort. Bürgerinitiativen warnen vor Mikrobeben und Gebäudeschäden. Der Bundesverband Geothermie räumt ein, dass Geothermieprojekte tatsächlich induzierte Seismizität auslösen könnten. Das Ergebnis? Stillstand. Auch im Erzgebirge, wo über Jahrhunderte Silber, Zinn und Uran gefördert wurden, schlummern lithiumhaltige Glimmer in wirtschaftlich relevanten Mengen. Geologische Untersuchungen bestätigen das Potenzial. Gefördert wird: nichts.

Fracking? Bloß nicht!

Besonders grotesk wird die Situation beim Thema Erdgas. In Niedersachsen wird zwar noch in geringem Umfang gefördert, doch die bekannten Schiefergasvorkommen, die mittels Fracking erschlossen werden könnten, bleiben politisch tabu. Während die USA durch ihre Fracking-Revolution zum weltgrößten Erdgasproduzenten aufstiegen und damit nicht nur ihre Energiekosten drastisch senkten, sondern auch geopolitische Unabhängigkeit gewannen, leistet sich Deutschland den Luxus, auf eigene Ressourcen zu verzichten – und stattdessen teures Flüssiggas aus Übersee zu importieren. Die Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hätte eigentlich ein Weckruf sein müssen. War sie aber offensichtlich nicht.

Bürokratie als Standortkiller

Die Entwicklung einer neuen Mine kann in Deutschland ein Jahrzehnt oder länger dauern. Umweltprüfungen, Planfeststellungsverfahren, Bürgerbeteiligung und Klagewege – der deutsche Rechtsstaat macht es Investoren nicht gerade leicht. Wer heute mit der Planung beginnt, wisse oft nicht, ob ein Projekt überhaupt genehmigt werde, und wenn ja, wann. Für internationale Investoren ist das schlicht inakzeptabel.

Hinzu kommen die exorbitanten Kosten. Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft lagen die Lohnstückkosten 2024 um 22 Prozent über dem weltweiten Durchschnitt und 15 Prozent über dem europäischen Niveau. Hohe Energiepreise, strenge Umweltauflagen und eine Bürokratie, die ihresgleichen sucht, machen den Standort Deutschland für Bergbauprojekte zu einem der unattraktivsten weltweit. Silber aus Mexiko, Lithium aus Chile, Kupfer aus Peru – all das lässt sich unter geologisch günstigeren Bedingungen und zu einem Bruchteil der Kosten fördern.

Strategische Autonomie – oder nur ein Schlagwort?

Die Europäische Union versucht mit dem Critical Raw Materials Act, den Zugang zu wichtigen Metallen zu sichern und mehr Rohstoffe auf europäischem Boden zu fördern. Klingt ambitioniert. Doch solange Deutschland seine eigenen Lagerstätten nicht nutzt, bleibt das Gerede von „strategischer Autonomie" nichts weiter als eine hohle Phrase. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar versprochen, die Wirtschaft zu stärken und Bürokratie abzubauen. Doch ob sich an der grundsätzlichen Haltung zum heimischen Bergbau etwas ändert, darf bezweifelt werden – zumal der Koalitionspartner SPD traditionell wenig Begeisterung für derartige Projekte zeigt.

Die Ironie der Geschichte ist kaum zu überbieten: Ein Land, das Hunderte Milliarden Euro in ein Sondervermögen für Infrastruktur pumpt und die Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz verankert hat, weigert sich gleichzeitig, die Rohstoffe zu fördern, die für genau diese Transformation unverzichtbar sind. Stattdessen macht man sich abhängig von autokratischen Regimen und instabilen Lieferketten – und wundert sich dann, wenn die nächste Krise zuschlägt.

Edelmetalle als Anker in unsicheren Zeiten

Die zunehmende geopolitische Unsicherheit, die wachsende Rohstoffabhängigkeit und die fragile Lage der globalen Lieferketten unterstreichen einmal mehr den Wert physischer Edelmetalle als Instrument der Vermögenssicherung. Während Papierwerte und digitale Versprechen von politischen Entscheidungen und Lieferketten abhängen, bieten Gold und Silber als physische Sachwerte einen zeitlosen Schutz vor den Unwägbarkeiten einer zunehmend instabilen Weltwirtschaft. Gerade in Zeiten, in denen Regierungen weltweit den Zugang zu strategischen Rohstoffen einschränken und der Ressourcennationalismus zunimmt, erweist sich die Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit gestreutes Anlageportfolio als kluge Entscheidung.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir empfehlen, vor jeder Anlageentscheidung einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. Für Anlageentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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