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Kettner Edelmetalle
11.03.2026
14:31 Uhr

Londoner Edelmetallmarkt boomt: Gold- und Silbertransfers schießen in die Höhe

Die jüngsten Zahlen der London Bullion Market Association (LBMA) sprechen eine unmissverständliche Sprache: Der Hunger nach physischen Edelmetallen ist ungebrochen – ja, er wächst sogar rasant. Die im Januar 2026 veröffentlichten Transferdaten offenbaren einen bemerkenswerten Anstieg sowohl bei Gold als auch bei Silber. In Zeiten, in denen Papierwährungen weltweit unter Druck geraten und die Schuldenberge der Industrienationen immer absurdere Dimensionen annehmen, dürfte diese Entwicklung kaum jemanden überraschen, der die Zeichen der Zeit zu lesen versteht.

Gold: Fast zehn Prozent mehr gehandelte Unzen

Die Zahlen im Detail sind eindrucksvoll. Im Vergleich zum Dezember 2025 stieg die Menge der gehandelten Goldunzen um satte 9,9 Prozent auf 18,2 Millionen Unzen. Noch dramatischer fällt der Blick auf den Wert dieser Übertragungen aus: Mit 86,1 Milliarden US-Dollar lag dieser um 21,6 Prozent über dem Vormonatswert. Man muss sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen – 86,1 Milliarden Dollar in einem einzigen Monat, allein am Londoner Markt. Wer angesichts solcher Volumina noch behauptet, Gold sei ein „Relikt vergangener Zeiten", der hat offenkundig den Bezug zur Realität verloren.

Insgesamt wurden im Januar 7.341 einzelne Transfers registriert, was einem Anstieg von 29,4 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht. Interessanterweise sank dabei die durchschnittliche Transfergröße um 15 Prozent auf 2.473 Unzen pro Vorgang. Dies deutet darauf hin, dass nicht nur die großen institutionellen Akteure zugreifen, sondern sich der Kreis der Marktteilnehmer offenbar verbreitert – ein Zeichen dafür, dass das Vertrauen in das gelbe Metall auf immer breiterer Basis wächst.

Silber übertrumpft Gold beim Wachstum

Noch spektakulärer präsentiert sich die Entwicklung beim kleinen Bruder des Goldes. Die Zahl der Silbertransfers explodierte im Januar förmlich um 37,8 Prozent auf 4.575 Vorgänge. Die insgesamt gehandelte Menge kletterte um 18,6 Prozent auf beeindruckende 287,1 Millionen Unzen. Der Wert dieser Transfers? Schwindelerregende 26,4 Milliarden US-Dollar – ein Zuwachs von sage und schreibe 69,9 Prozent gegenüber dem Dezember. Wer hätte gedacht, dass das oft unterschätzte Silber derart fulminant auftrumpfen würde?

Auch beim Silber verringerte sich die durchschnittliche Transfergröße – um 13,9 Prozent auf 62.751 Unzen pro Vorgang. Das Muster ähnelt dem beim Gold: Mehr Teilnehmer, kleinere Einzeltransaktionen, aber in der Summe ein gewaltiger Anstieg. Der Markt wird breiter, tiefer, dynamischer.

Das Gold-Silber-Verhältnis fällt deutlich

Besonders aufhorchen lässt eine weitere Kennzahl: Das durchschnittliche Gold-Silber-Verhältnis sank im Januar von 66,7 auf 51,5. Für Kenner der Edelmetallmärkte ist dies ein bedeutsames Signal. Ein fallendes Verhältnis bedeutet, dass Silber relativ zu Gold an Wert gewinnt – historisch betrachtet oft ein Vorbote für eine Phase, in der beide Metalle kräftig zulegen, Silber aber überproportional profitiert. In Zeiten, in denen die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen plant, das die Inflation weiter anheizen und kommende Generationen mit Schulden belasten dürfte, erscheint die Flucht in reale Werte nur allzu verständlich.

Ein Spiegelbild des Misstrauens

Was sagen uns diese Zahlen wirklich? Sie sind nichts weniger als ein Seismograph des globalen Vertrauensverlusts in Fiat-Währungen und die Fähigkeit der Politik, solide zu wirtschaften. Ob die massiven Zollerhöhungen der Trump-Administration, die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten oder die europäische Schuldenpolitik – die Welt wird unsicherer, und kluge Anleger reagieren entsprechend. Gold und Silber sind keine Spekulation. Sie sind eine Versicherung gegen den Wahnsinn einer Finanzpolitik, die seit Jahren jedes Maß verloren hat.

Physische Edelmetalle bleiben in diesem Umfeld ein unverzichtbarer Baustein für jeden, der sein Vermögen langfristig sichern möchte. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie genau jenen Schutz, den weder Aktien noch Anleihen in Krisenzeiten garantieren können.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen qualifizierten Finanzberater.

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