
Kuba am Abgrund: Kommunistisches Regime bettelt um Gespräche mit Washington

Die einst so stolze sozialistische Bastion in der Karibik steht vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat sich nun öffentlich zu Gesprächen mit der US-Regierung bereit erklärt – ein bemerkenswerter Schritt für ein Regime, das jahrzehntelang den ideologischen Kampf gegen den kapitalistischen Nachbarn zur Staatsräson erhoben hatte.
Díaz-Canel gibt sich gesprächsbereit – unter Bedingungen
„Kuba ist bereit, mit den USA in einen Dialog zu treten, einen Dialog über jedes Thema", verkündete der kubanische Staatschef am Donnerstag im Staatsfernsehen. Doch selbst in dieser prekären Lage kann es sich das kommunistische Regime nicht verkneifen, Forderungen zu stellen: Die Gespräche müssten „ohne Druck oder Vorbedingungen" und unter Wahrung der Souveränität des Landes stattfinden. Eine bemerkenswerte Rhetorik für ein Land, das wirtschaftlich am Boden liegt und dessen Bevölkerung unter massiven Stromausfällen und Treibstoffmangel leidet.
Die Trump-Administration reagierte prompt und kündigte neue Hilfszahlungen an. Sechs Millionen Dollar sollen über die katholische Kirche an Kuba fließen, nachdem Washington bereits zuvor drei Millionen Dollar in Form von Hilfsgütern bereitgestellt hatte. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte, Präsident Donald Trump sei stets zu diplomatischen Gesprächen bereit – wiederholte jedoch gleichzeitig die Einschätzung, dass die kubanische Regierung kurz vor dem Zusammenbruch stehe.
Venezuela-Krise als Todesstoß für Kubas Wirtschaft
Was hat das sozialistische Paradies in diese verzweifelte Lage gebracht? Die Antwort liegt in der engen Verflechtung mit dem venezolanischen Maduro-Regime. Seit Dezember erhält Kuba kein Öl mehr aus Venezuela – dem bisherigen Hauptlieferanten. Die Lieferungen endeten abrupt nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Truppen Anfang Januar.
Díaz-Canel kündigte einen Notfallplan für die kommende Woche an, um auf die akute Treibstoffknappheit zu reagieren. „Es ist verwerflich, dass eine Macht wie die USA eine derart kriminelle Politik gegen ein Land verfolgt", klagte der kubanische Präsident. Die Maßnahmen beträfen Krankenhäuser, Schulen und die gesamte wirtschaftliche Produktion.
„Wir befinden uns nicht im Kriegszustand, aber wir bereiten uns für den Fall vor, dass wir in einen Kriegszustand übergehen müssen."
Schwerste Wirtschaftskrise seit dem Sowjet-Zusammenbruch
Kuba durchlebt derzeit seine schwerste Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre. Seit Ende 2024 kam es zu fünf landesweiten Stromausfällen, die teilweise mehrere Tage andauerten. Der Karibikstaat unterliegt seit 1962 einem US-Wirtschaftsembargo – doch die aktuelle Krise zeigt eindrücklich, wie abhängig das kommunistische System von externen Geldgebern und Öllieferanten war.
Der kubanische Vizeaußenminister Carlos de Cossio bestätigte gegenüber CNN, dass es derzeit „einen Austausch" mit Washington gebe. Von offiziellen Verhandlungen könne jedoch keine Rede sein. Diese semantische Unterscheidung dürfte dem Regime helfen, das Gesicht zu wahren – zumindest vorerst.
Ein System am Ende seiner Möglichkeiten
Die kurzfristig einberufene Pressekonferenz des Präsidenten gilt als höchst ungewöhnlich für das kommunistisch regierte Land und spiegelt den wachsenden wirtschaftlichen Druck wider. Díaz-Canel betonte zwar, dass Kuba eine friedliche Nation sei und keine Bedrohung für die USA darstelle, doch die Realität spricht eine andere Sprache: Ein gescheitertes Wirtschaftssystem, das ohne externe Unterstützung nicht überlebensfähig ist, bittet nun ausgerechnet den ideologischen Erzfeind um Hilfe.
Die Entwicklungen in Kuba sollten auch für europäische Beobachter ein mahnendes Beispiel sein. Planwirtschaftliche Systeme, die auf ideologischen Dogmen statt auf wirtschaftlicher Vernunft basieren, scheitern früher oder später an der Realität. Die kubanische Bevölkerung zahlt den Preis für jahrzehntelange Misswirtschaft – während die politische Elite des Landes verzweifelt nach einem Ausweg sucht.

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