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20.01.2026
07:30 Uhr

Kiews verzweifelter Kampf gegen Putins Drohnenschwärme: Selenskyj ordnet radikalen Kurswechsel an

Kiews verzweifelter Kampf gegen Putins Drohnenschwärme: Selenskyj ordnet radikalen Kurswechsel an

Die ukrainische Luftverteidigung steht vor dem Kollaps – und Präsident Wolodymyr Selenskyj zieht nun die Notbremse. In seiner Ansprache am Montagabend verkündete der Staatschef eine grundlegende Neuausrichtung der Abwehrstrategie gegen die unablässigen russischen Drohnenangriffe. Die Ernennung des Offiziers Pawlo Jelisarow zum neuen stellvertretenden Befehlshaber der Luftwaffe markiert dabei mehr als nur einen personellen Wechsel – sie offenbart die dramatische Lage, in der sich das Land befindet.

Mobile Feuergruppen und Abfangdrohnen als letzte Hoffnung

Der neue Ansatz setzt auf eine völlig veränderte Taktik. Statt auf schwere, stationäre Flugabwehrsysteme zu vertrauen, die längst an ihre Grenzen stoßen, will Kiew künftig verstärkt auf mobile Feuergruppen, Abfangdrohnen und Kurzstrecken-Luftverteidigung setzen. Eine „neue Organisation für die gesamte Komponente dieser Art der Luftverteidigung" werde entwickelt, so Selenskyj. Die Worte klingen technisch, doch dahinter verbirgt sich eine bittere Erkenntnis: Die bisherige Strategie funktioniert nicht mehr.

Der erst kürzlich ins Amt gehobene Verteidigungsminister Mychailo Fedorow formulierte das Ziel unmissverständlich: Eine „Anti-Drohnenkuppel" solle über der Ukraine errichtet werden. Ein System, das Bedrohungen nicht erst im Nachhinein bekämpft, sondern bereits bei ihrer Annäherung vernichtet. Ob dieser ambitionierte Plan angesichts der russischen Überlegenheit bei Drohnenproduktion und Munitionsvorräten realistisch ist, darf bezweifelt werden.

Stromausfälle und Kälte: Die Zivilbevölkerung leidet

Die Konsequenzen der russischen Luftangriffe treffen die ukrainische Bevölkerung mit voller Wucht. Großflächige Ausfälle der Strom- und Heizversorgung haben das Land in den Wintermonaten in eine humanitäre Krise gestürzt. „Die Lage ist in allen Grenz- und Frontregionen äußerst schwierig", räumte Selenskyj ein. Selbst die Hauptstadt Kiew und ihre Umgebung bleiben nicht verschont – zusätzliche Reparaturtrupps mussten angefordert werden, um die zerstörte Infrastruktur notdürftig zu flicken.

„Russland hat sich auf einen massiven Angriff vorbereitet und wartet nur auf den richtigen Moment, um ihn durchzuführen."

Diese Warnung Selenskyjs auf der Plattform X lässt nichts Gutes erahnen. In den kommenden Tagen müsse jede Region wachsam bleiben und auf schnelle Reaktionen vorbereitet sein. Bereits in der Nacht zu Dienstag griffen russische Streitkräfte erneut mit Raketen und Drohnen an. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko meldete weitere Stromausfälle in der Hauptstadt.

Ein Krieg ohne Ende in Sicht

Während die Ukraine verzweifelt nach neuen Verteidigungsstrategien sucht, verkündete das russische Verteidigungsministerium den Abschuss von 32 ukrainischen Drohnen in einer einzigen Nacht. Der Abnutzungskrieg geht in sein viertes Jahr, und ein Ende scheint ferner denn je. Die westlichen Waffenlieferungen, so wichtig sie auch sein mögen, können die strukturelle Unterlegenheit der Ukraine bei der Drohnenabwehr offenbar nicht ausgleichen.

Deutschland hat zwar weitere 60 Millionen Euro Hilfe für die Energiekrise zugesagt – doch angesichts der systematischen Zerstörung der ukrainischen Infrastruktur wirkt diese Summe wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Frage, wie lange die Ukraine diesem Druck noch standhalten kann, wird mit jedem weiteren Angriff drängender.

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