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10.03.2026
14:47 Uhr

Kanzler Merz im Umfragetief: Drei Viertel der Deutschen unzufrieden – Union zittert vor der AfD

Kanzler Merz im Umfragetief: Drei Viertel der Deutschen unzufrieden – Union zittert vor der AfD

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache, und sie sind für den amtierenden Bundeskanzler alles andere als schmeichelhaft. Laut der jüngsten Forsa-Erhebung für RTL und ntv sind 73 Prozent der Bundesbürger mit der Arbeit von Friedrich Merz unzufrieden. Nur magere 25 Prozent stellen ihm ein positives Zeugnis aus. Ein Kanzler, der kaum ein Jahr nach seinem Amtsantritt bereits derart im Keller der Zustimmungswerte angekommen ist – das hat es in der Geschichte der Bundesrepublik selten gegeben.

Die Sonntagsfrage: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Ansage

In der Wählergunst hält sich die Union zwar noch knapp an der Spitze, doch der Vorsprung zur AfD schmilzt auf ein beunruhigendes Minimum zusammen. Die CDU/CSU kommt auf 26 Prozent, die AfD folgt mit 24 Prozent dicht auf den Fersen. Gerade einmal zwei Prozentpunkte trennen die einstige Volkspartei von jener Kraft, die das politische Establishment seit Jahren als Schreckgespenst an die Wand malt. Wie lange dieser hauchdünne Vorsprung noch Bestand haben wird, dürfte selbst in der Parteizentrale am Konrad-Adenauer-Haus niemand mit Gewissheit sagen können.

Die SPD, immerhin Juniorpartner in der Großen Koalition, dümpelt bei kläglichen 14 Prozent vor sich hin. Die Grünen erreichen 12 Prozent, die Linke überraschend starke 11 Prozent. FDP und BSW fristen mit jeweils drei Prozent ein Dasein unterhalb der parlamentarischen Wahrnehmungsschwelle. Besonders alarmierend: Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit 25 Prozent deutlich über dem Niveau der letzten Bundestagswahl, bei der dieser Wert noch bei 17,9 Prozent lag. Ein Viertel der Wahlberechtigten hat sich offenbar innerlich von der parlamentarischen Demokratie verabschiedet – oder zumindest von den Parteien, die sie repräsentieren sollen.

Das Vertrauensvakuum: Niemand traut niemandem

Noch vernichtender als die reinen Umfragewerte fällt das Urteil bei der politischen Kompetenz aus. Die Hälfte aller Wahlberechtigten – 50 Prozent – ist der Überzeugung, dass keine einzige Partei in der Lage sei, die drängenden Probleme des Landes wirksam zu lösen. Man muss sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen: Jeder zweite Deutsche hat das Vertrauen in die gesamte politische Klasse verloren. Die Union führt diese traurige Rangliste mit gerade einmal 19 Prozent an, gefolgt von der AfD mit 11 Prozent. SPD und Grüne kommen auf sieben beziehungsweise sechs Prozent – Werte, die man getrost als politische Bankrotterklärung bezeichnen darf.

War es nicht Friedrich Merz, der im Wahlkampf vollmundig versprochen hatte, Deutschland wieder auf Kurs zu bringen? Der Mann, der keine neuen Schulden machen wollte und dann ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen durchs Parlament peitschte? Der Kanzler, der Ordnung und Sicherheit versprach, während die Kriminalitätsstatistiken weiterhin erschreckende Rekordwerte verzeichnen? Die Bürger haben offensichtlich ein gutes Gedächtnis – und ein noch besseres Gespür dafür, wenn Versprechen und Realität auseinanderklaffen.

Selbst die eigene Basis bröckelt

Bezeichnend ist, dass lediglich die Anhänger von CDU und CSU mehrheitlich zufrieden mit ihrem Kanzler sind – und selbst dort sind es nur 65 Prozent. Ein Drittel der eigenen Anhängerschaft hadert also bereits mit dem Mann an der Spitze. Bei den Anhängern der AfD liegt die Unzufriedenheit bei 97 Prozent, bei der Linken bei 96 Prozent. Diese Zahlen offenbaren eine tiefe Kluft zwischen Regierung und Bevölkerung, die sich mit jedem Monat weiter aufzutun scheint.

Ein Land im politischen Dornröschenschlaf

Die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD, die nach dem Scheitern der Ampel als vermeintlicher Stabilitätsanker angetreten war, erweist sich zunehmend als das, was viele Kritiker von Anfang an befürchtet hatten: ein Bündnis der Mutlosigkeit. Statt die dringend notwendigen Reformen bei Migration, innerer Sicherheit und Wirtschaftspolitik entschlossen anzupacken, verwaltet diese Regierung den Status quo – und das nicht einmal besonders geschickt.

Die Zufriedenheitswerte für Merz schwanken seit Monaten zwischen 23 und 25 Prozent. Keine Besserung in Sicht, keine Dynamik, kein Aufbruch. Stattdessen ein politischer Stillstand, der an die letzten Jahre der Ära Merkel erinnert – jener Ära, deren Folgen das Land bis heute mit voller Wucht zu spüren bekommt. Von der unkontrollierten Massenmigration über die marode Infrastruktur bis hin zur schleichenden Deindustrialisierung: Die Probleme türmen sich, und die Regierung Merz scheint weder den Willen noch die Fähigkeit zu besitzen, sie ernsthaft anzugehen.

Dass unter diesen Umständen die AfD weiter an Zuspruch gewinnt, sollte niemanden überraschen. Es ist die logische Konsequenz einer Politik, die seit Jahren an den Bedürfnissen und Sorgen der Bürger vorbeiregiert. Wer den Menschen nicht zuhört, darf sich nicht wundern, wenn sie sich abwenden. Die Forsa-Zahlen sind mehr als eine Momentaufnahme – sie sind ein Alarmsignal, das in Berlin offenbar niemand hören will.

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