
Kahlschlag in Südbaden: Sensorhersteller SICK streicht jeden zehnten Arbeitsplatz

Es ist ein weiteres Kapitel im traurigen Niedergang des Industriestandorts Deutschland. Der traditionsreiche Technologiekonzern SICK mit Hauptsitz im baden-württembergischen Waldkirch hat nun bestätigt, was viele Beschäftigte seit Monaten befürchteten: Rund 500 Stellen sollen an den südbadischen Standorten wegfallen. Das entspricht jedem zehnten Arbeitsplatz in der Heimatregion des Unternehmens – ein Aderlass, der die gesamte Region erschüttern dürfte.
Freiwilligenprogramm gescheitert – nun folgt der harte Schnitt
Bereits im vergangenen Jahr hatte der Sensorenspezialist ein sogenanntes Freiwilligenprogramm aufgelegt, um Personal auf vermeintlich sanftem Wege abzubauen. Doch wie so oft bei solchen Maßnahmen reichte das nicht aus. Zu Jahresbeginn wurde dann die Schließung eines Werks sowie die Teilschließung eines weiteren bekannt. Nun also die nächste Eskalationsstufe: 500 Mitarbeiter an den Standorten Waldkirch, Reute, Freiburg und Donaueschingen stehen vor einer ungewissen Zukunft.
SICK-Chef Mats Gökstorp bemühte sich um beschwichtigende Worte. Man sei sich bewusst, dass diese Perspektive für viele Mitarbeitende mit Unsicherheiten verbunden sei. Man wolle transparent informieren und gemeinsam mit dem Betriebsrat „tragfähige Lösungen" finden. Schöne Worte. Doch für die Betroffenen klingen sie hohl.
IG Metall übt scharfe Kritik an der Informationspolitik
Die Gewerkschaft IG Metall reagierte alles andere als erfreut auf die Ankündigung. Norbert Göbelsmann von der IG Metall Freiburg monierte, die nun genannte Zahl von 500 Stellen liege deutlich über dem, was bisher kommuniziert worden sei. Eine solche Informationspolitik sei „nicht zielführend", so der Gewerkschafter. Und er fügte einen Satz hinzu, der es in sich hat: Die Zukunft von SICK werde langfristig nicht durch einen Personalabbau gesichert.
Damit trifft Göbelsmann einen wunden Punkt. Denn das eigentliche Problem liegt tiefer – und es ist ein Problem, das weit über einen einzelnen Konzern hinausreicht.
Symptom einer verfehlten Wirtschaftspolitik
Die SICK AG, 1946 gegründet und seit Jahrzehnten ein Aushängeschild der deutschen Sensortechnik mit weltweit knapp 12.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 1,7 Milliarden Euro, ist kein marodes Unternehmen. Es ist ein Technologieführer, der Sensoren für die Fabrikautomation herstellt – Produkte, die unter anderem in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen. Doch genau diese Branche steckt in Deutschland in einer tiefen Krise, und mit ihr geraten auch die Zulieferer unter enormen Druck.
CEO Gökstorp begründete die Maßnahme mit der Notwendigkeit, angesichts verschärfter Wettbewerbsbedingungen Kosten zu senken. Man muss kein Wirtschaftsprofessor sein, um zu verstehen, was das bedeutet: Die Standortbedingungen in Deutschland – explodierende Energiekosten, erdrückende Bürokratie, eine Steuerlast, die ihresgleichen sucht – treiben selbst kerngesunde Unternehmen in die Enge. Während andere Länder ihre Industrie mit günstigen Rahmenbedingungen umwerben, wird der deutsche Mittelstand systematisch ausgeblutet.
Ein Funken Hoffnung – oder nur ein Feigenblatt?
Immerhin: Gökstorp bekannte sich ausdrücklich zu Südbaden als Hauptstandort und zur Konzernzentrale in Waldkirch. Zudem wolle man an der geplanten Werkserweiterung in Reute festhalten, wo Hunderte neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Ob das die 500 gestrichenen Stellen kompensieren kann, steht freilich auf einem anderen Blatt. Und ob die neuen Arbeitsplätze tatsächlich kommen oder am Ende doch dem nächsten Sparprogramm zum Opfer fallen, wagt derzeit niemand zu prognostizieren.
Was bleibt, ist das bittere Bild eines Landes, das seine industrielle Basis Stück für Stück verliert. Jede Werkschließung, jeder Stellenabbau ist ein weiterer Mosaikstein in einem Gesamtbild, das zunehmend düster wird. Deutschland braucht dringend eine Wirtschaftspolitik, die den Namen verdient – eine Politik, die Unternehmen nicht vertreibt, sondern ihnen den Boden bereitet, auf dem sie wachsen können. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat hier große Versprechen gemacht. Es wird höchste Zeit, dass diesen Worten auch Taten folgen.
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