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Kettner Edelmetalle
24.09.2026
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Merz sieht Lichtblicke – doch in den Fabriken gehen die Lichter aus

Merz sieht Lichtblicke – doch in den Fabriken gehen die Lichter aus
Symbolbild: KI-generiert

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat beim Unternehmertag des Bundesverbands Groß- und Außenhandel (BGA) von „ersten Lichtblicken“ fĂŒr die deutsche Wirtschaft gesprochen. Er verweist auf steigende Reallöhne, eine bessere Stimmung und einen GrĂŒndungsrekord. Nur: In den Werkhallen der Republik kommt davon bislang wenig an.

Denn wĂ€hrend im Kanzleramt die Zuversicht wĂ€chst, wĂ€chst draußen etwas anderes: die Arbeitslosigkeit. Wie passt das zusammen?

Wachstum, das kaum jemand im Geldbeutel spĂŒrt

Auf dem Papier sieht es tatsĂ€chlich besser aus. Das Handelsblatt Research Institute (HRI) hat seine Prognose angehoben und rechnet fĂŒr 2026 mit 1,1 Prozent realem Wachstum, fĂŒr 2027 sogar mit 1,4 Prozent. Klingt ordentlich. Der Haken steckt im Kleingedruckten.

Laut HRI speist sich das Plus zu einem wachsenden Teil aus staatlichem Konsum und staatlichen Investitionen. Mit anderen Worten: Der Staat kauft sich sein Wachstum zum Teil selbst – finanziert unter anderem ĂŒber das 500-Milliarden-Sondervermögen, dessen Zinslast kĂŒnftige Generationen tragen mĂŒssen. Den Wohlstand vieler BĂŒrger hebe das kaum, so das Institut. Und es erwartet fĂŒr 2026 rund 300.000 ErwerbstĂ€tige weniger als 2024.

RĂŒckenwind aus Kriegsgebieten ist keine Strategie

Auch einzelne Branchenzahlen verlangen einen zweiten Blick. Die Chemie- und Pharmaindustrie legte im zweiten Quartal um 2,4 Prozent gegenĂŒber dem Vorquartal zu. Das HRI nennt dafĂŒr allerdings einen Sondereffekt: Asiatische und nahöstliche Konkurrenten kĂ€mpften infolge des Iran-Konflikts mit Lieferproblemen, zudem hĂ€tten Kunden vorsorglich ihre Lager aufgefĂŒllt.

Man könnte es so formulieren: Deutschland profitiert gerade von den Schwierigkeiten anderer. Das bringt kurzfristig Luft. Eine Gesundung des Standorts ist es nicht.

Die harte Bilanz vom Arbeitsmarkt

Im August waren 3,061 Millionen Menschen ohne Job – 36.000 mehr als ein Jahr zuvor. Das Verarbeitende Gewerbe verlor binnen zwölf Monaten mehr als 140.000 BeschĂ€ftigte. Besonders hart trifft es:

  • Autohersteller und Zulieferer
  • die Stahlindustrie
  • die Chemie
  • weitere energieintensive Branchen

Die 3.053 Start-up-GrĂŒndungen im ersten Halbjahr sind ein erfreulicher Rekord, keine Frage. Doch ein junges Unternehmen mit zehn Mitarbeitern ersetzt kein Werk mit Tausenden ArbeitsplĂ€tzen. Bis GrĂŒndungen nennenswerte Belegschaften aufbauen, vergehen oft Jahre. Entscheidend ist die Gesamtbilanz – und die fĂ€llt negativ aus.

Ungewohnte Allianz schlÀgt Alarm

Wie ernst die Lage ist, zeigt ein bemerkenswerter Schulterschluss. Markus Söder (CSU), Cem Özdemir (GrĂŒne) und Olaf Lies (SPD), die Regierungschefs von Bayern, Baden-WĂŒrttemberg und Niedersachsen, haben ein gemeinsames Papier vorgelegt. Darin warnen sie vor nachhaltigen und womöglich „irreversiblen SchĂ€den“ fĂŒr die deutsche Autoindustrie.

Die drei verweisen auf rund 52.000 verlorene ArbeitsplĂ€tze in der Branche innerhalb eines Jahres. Sie fordern von Bund und EU niedrigere Energiekosten, fairere Wettbewerbsbedingungen und mehr Schutz vor unfair subventionierter Konkurrenz. Medienberichten zufolge geht es dabei vor allem um Importe aus China und um flexiblere Regeln aus BrĂŒssel. Wenn CSU, GrĂŒne und SPD sich einig sind, dass es brennt, sollte das in Berlin niemand als Randnotiz abtun.

Wo die Wende bleibt

Merz liegt nicht völlig falsch: Die Reallöhne steigen, die Stimmung hellt sich auf, es wird mehr gegrĂŒndet. Doch ein echter Aufschwung zeigt sich in privaten Investitionen, neuen ProduktionskapazitĂ€ten und steigender BeschĂ€ftigung. Genau dort fehlt bislang der Beweis.

Die Strukturreformen bei Energiepreisen, Steuern, Sozialabgaben und BĂŒrokratie, die WirtschaftsverbĂ€nde seit Monaten verlangen, lassen weiter auf sich warten. Solange das so bleibt, ist der Aufschwung vor allem eine Hoffnung. Wer sein Erspartes in einem solchen Umfeld absichern will, setzt oft auf eine breite Streuung. Physisches Gold und Silber können dabei eine sinnvolle Beimischung sein, weil sie von politischen Versprechen unabhĂ€ngig sind.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten. Jeder Anleger sollte sich eigenstÀndig informieren und trifft seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung.

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