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Kettner Edelmetalle
17.02.2026
19:12 Uhr

Jeder fünfte Europäer liebäugelt mit der Diktatur – ein Alarmsignal, das die Politik nicht hören will

Es ist eine Zahl, die wie ein Donnerschlag durch die politischen Salons Europas hallen sollte: 22 Prozent der Europäer halten eine Diktatur unter bestimmten Umständen für die bessere Regierungsform. Jeder Fünfte. Nicht irgendwo in fernen Autokratien, sondern mitten im Herzen des angeblich so aufgeklärten Europas. Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts AboutPeople, durchgeführt in fünf Ländern – Griechenland, Frankreich, Schweden, Großbritannien und Rumänien – legt den Finger in eine Wunde, die Europas politische Klasse seit Jahren geflissentlich ignoriert.

Nicht die Demokratie ist das Problem – sondern ihre Verwalter

Bevor nun die üblichen Reflexe einsetzen und Kommentatoren den Untergang des Abendlandes beschwören, lohnt ein genauerer Blick auf die Daten. Denn die Umfrage, die zwischen dem 25. November und dem 16. Dezember durchgeführt wurde, offenbart eine entscheidende Nuance: Die Menschen sind nicht der Demokratie als Idee überdrüssig. Sie sind es leid, wie diese Demokratie in der Praxis funktioniert – oder besser gesagt: nicht funktioniert.

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. In Griechenland äußerten sich satte 76 Prozent der Befragten unzufrieden mit dem Funktionieren ihrer Demokratie. In Frankreich waren es 68 Prozent, in Rumänien 66 Prozent. Selbst im vermeintlichen Musterland Großbritannien lag der Wert bei 42 Prozent, und sogar das oft als demokratisches Vorbild gepriesene Schweden kam auf 32 Prozent. Man muss sich diese Zahlen auf der Zunge zergehen lassen: In keinem einzigen der untersuchten Länder ist auch nur die Hälfte der Bevölkerung zufrieden damit, wie ihre Demokratie arbeitet.

Der starke Mann als Sehnsuchtsfigur

Noch beunruhigender – zumindest für das politische Establishment – dürfte ein weiteres Ergebnis sein: 26 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass sie nichts dagegen hätten, wenn ein fähiger und effektiver Anführer demokratische Rechte einschränken und sich nicht vor den Bürgern verantworten würde. Jeder Vierte träumt also von einem starken Mann an der Spitze, der endlich „durchregiert", statt sich in endlosen Kompromissen und ideologischen Grabenkämpfen zu verlieren.

Dimitris Papadimitriou, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Manchester, ordnete die Ergebnisse nüchtern ein. Die traditionellen Trennlinien zwischen europäischen Ländern – West, Ost, Süd – würden zunehmend verschwimmen. Länder wie Rumänien, die in den vergangenen Jahren ein rasantes Wirtschaftswachstum erlebt hätten, schienen dennoch kein größeres Vertrauen in die liberale Demokratie zu entwickeln. Reiche Länder wie Schweden sähen ihre demokratischen Institutionen unter Druck geraten. Frankreich und in geringerem Maße Großbritannien befänden sich in einer tiefen Krise.

Das Versagen der politischen Klasse

Was diese Umfrage im Kern offenbart, ist kein Hang zum Totalitarismus, sondern eine fundamentale Vertrauenskrise. George Siakas, Assistenzprofessor an der Demokrit-Universität Thrakien, brachte es auf den Punkt: Die Umfrage drücke keine generelle Unzufriedenheit mit dem demokratischen System aus, sondern die Frustration der Bürger über dessen Funktionsweise – mit deutlichen anti-elitären und anti-establishment-Zügen.

Und wer könnte es den Menschen verdenken? Wenn man sich anschaut, was die politischen Eliten in Europa in den vergangenen Jahren fabriziert haben, dann ist die Verwunderung nicht über die 22 Prozent angebracht, sondern darüber, dass die Zahl nicht noch höher liegt. Unkontrollierte Migration, explodierende Energiekosten, eine galoppierende Inflation, die den Mittelstand auffrisst, und eine politische Klasse, die sich lieber mit Gendersternchen und Klimakleber-Appeasement beschäftigt als mit den realen Sorgen der Bürger – das ist der Nährboden, auf dem solche Umfrageergebnisse gedeihen.

Vertrauen in Institutionen am Boden

Besonders entlarvend sind die Vertrauenswerte für die verschiedenen Institutionen. Die Europäische Union schnitt mit 43 Prozent noch am besten ab – was angesichts der Brüsseler Regulierungswut und demokratischen Defizite schon für sich genommen ein fragwürdiges Kompliment ist. Die Medien kamen auf magere 27 Prozent, politische Parteien auf erbärmliche 24 Prozent. Wenn drei Viertel der Bevölkerung ihren eigenen Parteien nicht mehr vertrauen, dann ist das kein Randphänomen – das ist ein systemisches Versagen.

In Griechenland gaben 55 Prozent der Befragten an, sich der Partei, die sie zuletzt gewählt hatten, nicht einmal mehr nahe zu fühlen. In Rumänien waren es 53 Prozent, in Großbritannien 47 Prozent, in Frankreich 43 Prozent. Selbst in Schweden, dem skandinavischen Konsensparadies, lag dieser Wert bei 32 Prozent. Die Menschen wählen also Parteien, denen sie sich nicht verbunden fühlen – aus Mangel an Alternativen, aus Resignation, aus dem Gefühl heraus, dass es ohnehin keinen Unterschied macht.

Die Rechte als Bedrohung? Ein Drittel sieht das anders

Bemerkenswert ist auch, dass ein Drittel der Befragten den Aufstieg rechter Parteien nicht als Gefahr für die Demokratie betrachtet. Während das politische Establishment und die ihm nahestehenden Medien nicht müde werden, vor dem vermeintlichen Schreckgespenst des Rechtspopulismus zu warnen, sehen viele Bürger in diesen Bewegungen offenbar eher eine Antwort auf ihre Sorgen als eine Bedrohung. Und das ist auch nachvollziehbar: Wenn die etablierten Parteien die drängenden Probleme – von der inneren Sicherheit über die wirtschaftliche Stabilität bis hin zur Bewahrung kultureller Identität – konsequent ignorieren oder gar verschärfen, dann wenden sich die Menschen eben denen zu, die diese Themen zumindest ansprechen.

Auch in Deutschland, das in dieser Umfrage zwar nicht direkt untersucht wurde, lassen sich ähnliche Tendenzen beobachten. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar vollmundige Versprechen gemacht, doch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das kommende Generationen mit Schulden belastet, und die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045 dürften das Vertrauen der Bürger kaum stärken. Im Gegenteil: Wer den Menschen verspricht, keine neuen Schulden zu machen, und dann ein halbes Billionen Euro schweres Schuldenpaket schnürt, der sägt am letzten Rest von Glaubwürdigkeit.

Ein Weckruf, der verhallen wird

Die eigentliche Tragödie dieser Umfrage liegt nicht in den Zahlen selbst. Sie liegt darin, dass die politische Klasse Europas diese Ergebnisse mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder einmal als Symptom eines „Populismus-Problems" abtun wird, statt sie als das zu erkennen, was sie sind: ein verzweifelter Hilferuf von Bürgern, die sich von ihren Regierungen im Stich gelassen fühlen. Immerhin lehnten 69 Prozent der Befragten die Idee einer autoritären Herrschaft ab – die Demokratie als Ideal lebt also noch. Aber wie lange noch, wenn ihre Hüter sie weiterhin so fahrlässig verwalten?

Die Lösung liegt nicht in mehr Regulierung, nicht in mehr EU-Bürokratie und schon gar nicht in der moralischen Belehrung der Bürger. Sie liegt in einer Politik, die wieder zuhört, die wieder liefert und die die berechtigten Sorgen der Menschen ernst nimmt, statt sie als rückständig oder gefährlich abzustempeln. Solange das nicht geschieht, werden die 22 Prozent weiter wachsen – und irgendwann könnte aus der stillen Sehnsucht nach dem starken Mann eine laute Forderung werden.

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